zur Navigation springen

Todendorf : In der Kirche gehen die Lichter aus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Tage der Todendorfer Kirche sind gezählt. Das Gotteshaus wird aus Kostengründen geschlossen. Am 31. Dezember wird noch einmal Gottesdienst gehalten.

Fast 50 Jahre lang gab es in der Todendorfer Kapelle regelmäßig Gottesdienste. Damit wird ab 31. Dezember Schluss sein. Zum letzten Mal wird es dann dort einen Regelgottesdienst geben, denn die Kirchengemeinde Eichede hat beschlossen, das Gotteshaus zu schließen. Grund: Neben der historischen Kirche in Eichede kann sich die Kirchengemeinde künftig kein weiteres Gebäude leisten. Der Unterhalt würde zu viel Geld verschlingen.

Die Kapelle wurde vor rund 50 Jahren vom Staat als Autobahnkirche gebaut und später der Kirchengemeinde geschenkt. Einen eigenen Pastor hatte Todendorf allerdings nie. Alles wurde vom Hauptsitz Eichede mitgeleitet. Die Kapelle wurde vom Kirchenkreis Hamburg-Ost als nicht erhaltungswürdig eingestuft. Das bedeutet, dass alle anfallenden Kosten für Unterhaltung, Renovierung und Sanierung bei der Kirchengemeinde Eichede hängen bleiben. Angesichts der immer knapper werdenden Haushaltsmittel kann das nicht gestemmt werden. Würde die Kirchengemeinde die Kapelle behalten, wären spätestens im Jahre 2021 alle Rücklagen aufgebraucht.

Proteste gegen den Beschluss des Kirchengemeinderats gab es nicht, da im Vorwege offen mit dem Thema umgegangen wurde. Jetzt heißt es Abschied nehmen. Am Sonnabend, 31. Dezember, wird es um 17 Uhr einen letzten festlichen Gottesdienst in der Todendorfer Kapelle geben. „Blitzlichtartig werden Leute, die mit der Kapelle verbunden sind, aus ihrer Erinnerung kleine Geschichten erzählen“, so Pastorin Susanne Schumacher. Damit soll an die fast 50-jährige Geschichte des Gotteshauses gedacht werden. Zudem wird in dem Gottesdienst die Küsterin Beate Appel von ihren Diensten entpflichtet. Nach dem Gottesdienst gehen dann in der Kirche vorerst die Lichter aus. „Wir haben mit einem Schreiben den Kirchenkreis Hamburg-Ost gebeten, das Entwidmungsverfahren einzuleiten“, so die Pastorin. Das Schreiben liegt inzwischen beim Kirchenkreis.

Was mit der Kirche nach der Entwidmung – das Verfahren kann rund ein halbes Jahr dauern – passieren soll, darüber wird es am 11. Januar Verhandlungen mit der Gemeinde Todendorf geben. Bis dahin wird auch ein Gutachterausschuss des Kirchenkreises den Grundstückspreis ermittelt haben. Die Gemeinde hat bereits ihr Interesse an dem Grundstück bekundet. Dort könnte – wie berichtet – das neue Feuerwehrgerätehaus der Gemeinde entstehen. Todendorfs Bürgermeister Hans-Joachim Dwenger erklärte auf einer Informationsveranstaltung der Kirche, dass der Glockenturm erhalten werden soll.

Ein Mal wird es aber dann doch noch einen Gottesdienst in der Kapelle geben. In dem wird dann das Gotteshaus entwidmet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen