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Stormarner Tageblatt

23. August 2017 | 21:43 Uhr

In der „Aalkate“ fing alles an

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Speel mit“ feiert 25. Geburtstag und lädt zum Jubiläumsstück ein / Gründungsurkunde damals auf Postkarte besiegelt

Theatermacher mit Herzblut kommen im Jersbeker Verein „Speel mit“ zusammen. Die engagierten Laienschauspieler feiern in diesem Jahr – wie berichtet – ihr 25-jähriges Bestehen. Die Krönung dieses Jahres ist für sie natürlich ihr 25. Stück, das an den beiden kommenden Wochenenden im Gemeindezentrum Jersbek aufgeführt wird. „Leev un Kamasutra“ heißt die plattdeutsche Komödie, die wieder im Rahmen eines Weinfestes mit Zwiebelkuchen und Federweißem aufgeführt wird.
„Wir wagen uns heute auch an aktuelle Stücke heran“, sagt Regisseur Horst Becker. Der Erfolg gebe dem Ensemble recht: „Die Zuschauerzahl steigt jährlich, wir sind fast immer ausverkauft.“

Die Gründung der Theatergruppe war schon originell. „Wir hatten einen Karten-Club, aber keine Lust mehr aufs Kartenspielen“, sagt Becker. So beschlossen die zehn Spieler, ihren Kassenbestand auf den Kopf zu hauen. Daraus finanzierten sie einen gemeinsamen Ausflug nach Bad Zwischenahn. Am letzten Abend im Januar 1990 saß die Gruppe in der „Aalkate“ dort zusammen und fragte sich „wat mokt wi nu?“ Und so entstand spontan der plattdeutsche Theaterverein. Die Gründungsurkunde wurde dann auf einer Postkarte besiegelt.

Den Akteuren kam der Bau des Gemeindezentrums zu Pass. „Denn dort entstand auch eine Bühne“, sagt Becker, „und die musste doch bespielt werden.“ Anfangs wurden nur Einakter aufgeführt, doch bald stand der erste Dreiakter auf dem Programm. Neben den engagierten Darstellern überzeugen auch die Kulissen, die Becker in seiner Tischlerwerkstatt zusammenbaut. Für den letzten Schliff sorgen dann Helga Tamkus und Margret Becker.
„Es hat sich ein Kreis gebildet, der unser Bestehen sichert“, so Becker.

Bisher waren 25 Darsteller aktiv, weitere wären willkommen. „Sie müssen kein Plattdeutsch sprechen“, sagt Becker, „das lernen sie bei uns.“ Beispiel sei Petra Zillmer, die von einer englischen Theatergruppe kam. Mit viel Einfühlungsvermögen habe sie es rasch gelernt.

Der Theaterverein trägt auch mit Sommerfesten, einem Neujahrsessen und der Weihnachtsfeier für Senioren zum Gemeindeleben bei. Tradition ist auch die Generalprobe, zu der Senioren aus den Altenheimen der Umgebung eingeladen werden. Vorsitzender Horst Becker wurde gefragt, warum er so erfolgreich sei. „Weil ich ein Diktator bin“, habe er darauf geantwortet. Aber heute sei eigentlich ein anderer Führungsstil gefragt, sagt er nachdenklich.

Normalerweise tritt die Theater-Crew im Oktober auf, diesmal wird es etwas später. Grund ist die laufende Erweiterung des Gemeindezentrums, bei der es auch eine neue Bühne geben wird. Dabei entsteht auch ein Raum für die Requisiten und die Bühnentechnik wird verbessert.

>Vorstellungen sind am kommenden Sonnabend und Sonntag und am 7. und 8. November im Gemeindezentrum (Lange Reihe 1). Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt kostet 9 Euro. Vorbestellungen nehmen Margret Becker, Telefon (04532) 1065, und Helga Tamkus (04532) 8635 entgegen.



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