„Immer weniger ohne Arbeit“

Markus Dusch und Joachim Tag erläuterten die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in der Hansestadt.
Markus Dusch und Joachim Tag erläuterten die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in der Hansestadt.

Arbeitsagentur und Jobcenter in Lübeck ziehen positive Bilanz des Geschäftsjahres 2018

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22. März 2019, 18:08 Uhr

Die Arbeitsagentur Lübeck und das Jobcenter haben Bilanz für das Jahr 2018 gezogen. Die Tendenz sei weiter positiv: Bereits das 13. Jahr in Folge steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Hansestadt Lübeck an.

Demnach haben 97 350 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Ende Juni 2018 in der Hansestadt Lübeck gearbeitet, ein Plus von 2295 oder 2,4 Prozent. Die Entwicklung fiel etwas stärker als in Schleswig-Holstein (+2,0 Prozent) und im Bundesgebiet (+2,2 Prozent) aus.

Bei der Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten ist ebenfalls ein Anstieg auf 20420 (+673 oder 3,4 Prozent) zu beobachten, ebenso wie in Schleswig-Holstein (+1,5 Prozent) und im Bundesgebiet (+1,0 Prozent), so Markus Dusch, Chef der Lübecker Agentur für Arbeit.

Die Mehrfachbeschäftigungsquote beträgt 8,5 Prozent und liegt unter dem Landesdurchschnitt von 9,7 Prozent. Die bedeutendstes Form der Mehrfachbeschäftigung ist die Kombination von sozialversicherungspflichtiger und geringfügiger Beschäftigung. In die Erwerbstätigenrechnung gehen allerdings nur die geringfügig entlohnt Beschäftigten ein, weil die Nebenjobber schon mit ihrer Hauptbeschäftigung gezählt werden.

Nur zwei von fünf Arbeitslosengeld II-Beziehern sind arbeitslos. Der Großteil der nicht arbeitslosen Leistungsempfänger befindet sich in einer ungeförderten (26 Prozent) oder geförderten (5 Prozent) Erwerbstätigkeit sowie im Studium oder Schulbesuch (14 Prozent). Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem SGB II werden auch bei arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (15 Prozent), vorruhestandsähnlichen Regelungen (7 Prozent) oder bei Kindererziehung/ Pflege von Angehörigen (11 Prozent) gewährt.

2018 hat sich die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Vergleich zum Vorjahr um 1339 auf 18 504 reduziert, die Zahl der betreuten Bedarfsgemeinschaften ging um 1065 auf 13 928 im September 2018 zurück. Dies entspricht einem Rückgang von 7,1 Prozent.

Die Zahl der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Fluchtmigraten lag im Jahresdurchschnitt bei 2.448. Das sind 12,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. „Trotz der guten Ergebnisse, spielt bei der Integration der geflüchteten Menschen der Spracherwerb jedoch weiterhin eine herausragende Rolle“, stellt Joachim Tag, Chef des Jobcenters, resümierend fest.

Gerade bei Hartz IV hat sich die Zahl der Arbeitslosen auch im Vorjahr spürbar verringert. „Erfreulich ist, dass davon auch Langzeitarbeitslose profitiert haben. Nachdem vor Jahren noch 4300 langzeitarbeitslose Leistungsberechtigte im Jobcenter Lübeck betreut wurden, kümmern wir uns jetzt nur noch um 2830 Langzeitarbeitslose. Das sind fast 400 weniger als noch ein Jahr zuvor“, so Tag weiter.

„Weniger Arbeitslose waren zuletzt vor 37 Jahren gemeldet“, sagt Markus Dusch, Chef der Arbeitsagentur in Lübeck. „Die Arbeitslosenquote lag in Lübeck im Jahresdurchschnitt bei 7,8 Prozent. Trotz internationaler Unsicherheiten geht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für unseren Bezirk von einem moderaten Beschäftigungswachstum und sinkender Arbeitslosigkeit aus. Wie wir bereits in der Vergangenheit gesehen haben, ist unser regionaler Arbeitsmarkt nicht Konjunktur getrieben und hat weniger Höhen und Tiefen. Arbeitskräfte sind bereits in vielen Bereichen knapp. Unternehmen überlegen sich zwei Mal, ob sie sich von jemandem trennen – auch in einer vorübergehenden Brexit-Delle. Bei Bedarf könnten wir Betriebe mit Kurzarbeit und aktiver Arbeitsmarktpolitik dabei unterstützen, die Beschäftigten zu halten“, erklärt Dusch.

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