Stormarner Wochenschau : Immer locker drüber weg

 Karikatur: Wiedenroth
Karikatur: Wiedenroth

Geplagt sind viele: Von Fluglärm, von zugeparkten Wohnstraßen oder der Frage, was Kunst ist.

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26. Juli 2015, 11:51 Uhr

Abgehoben

Die Hamburger Bürgerinitiative gegen Fluglärm, BAW, gibt es schon mehrere Jahre, die FGE, Fluglärmgeplagte Gemeinde Elmenhorst, erst, nachdem die BAW eine ihrer Hauptforderungen durchsetzen konnte: Den verlängerten Anflug. Seitdem drehen die meisten Flieger im Bereich Elmenhorst auf Kurs Fuhlsbüttel ein. Dass man gemeinsam gegen (vermeidbaren) Fluglärm kämpfen muss und sich nicht auseinanderdividieren lassen darf, ist leicht gesagt. Allerdings reden die beiden Initiativen nicht mal miteinander. Beide formulieren dasselbe Ziel: Den Fluglärm gerecht auf alle betroffenen Anwohner verteilen. Ein Satz, der nur beim ersten Lesen einfach und klar erscheinen mag. Zu betroffenen Anwohner sind die Elmenhorster und andere Stormarner ja gerade erst gemacht worden. Darüber, was gerecht ist, haben sich Philosophen schon in der Antike den Kopf zerbrochen. Und „verteilen“ ist kein wirklich passender Begriff für die Schall-Emmissionen von Flugzeugen. Bleibt noch das Wörtchen Lärm. Im Travis-System können die Dezibel-Werte der überflogenen Messstationen online verfolgt werden. Das sind neutrale Zahlen, aber wie Lärm wahrgenommen wird, hängt auch von der Frequenz, der Umgebung und dem ganz persönlichen Empfinden ab.

Wilhelm Busch dichtete bereits, „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden“. Dabei gab es damals noch kein Heavy Metal, dessen Fans wiederum bestreiten würden, dass es sich um Noise handelt. Ergo Wenn Philosophie, Physik und Musik nicht weiterhelfen, kann man es den Bürgerinitiativen auch nicht verübeln.

Abgestellt

Irgendwie ist es ja bedauerlich, dass das immer wieder zum Thema werden muss: Zugeparkte Feuerwehrzufahrten. Aber offensichtlich reicht der Verstand einiger nicht, um zu begreifen, was sie da unter Umständen anrichten. In Reinfeld ist das bei einer Kontrollaktion jetzt mal wieder deutlich gemacht worden. Aber andere Orte sind keinen Deut besser. Das ist vermutlich sogar ein globales Problem – was es natürlich nicht besser macht. Mit Vernunft und gut gemeinten Appellen kommt man nicht weit. Vermutlich ist die einzige Lösung, ob auf der Autobahn oder in engen Straßen, die, die unser Karikaturist Götz Wiedenroth mit filigranem Strich andeutet: Mit entsprechender „Bereifung“ heißt es zukünftig: Augen zu und durch!

Abgelaufen

Man kann die Stele auf dem Oldesloer Postgelände mögen oder sie ablehnen, man kann für oder gegen einen Abriss sein, aber die Häme und Respektlosigkeit, mit der in sozialen Netzwerken über dieses Kunstwerk von Erich Lethgau hergezogen wird, ist beängstigend. Die Flüchtlingsunterkünfte brennen schon. Was kommt als nächstes? Lodernde Bücherhaufen?
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