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Stormarner Tageblatt

13. Dezember 2017 | 06:38 Uhr

Immer die Ruder hoch halten!

vom

50 Jahre RRG: Jubiläumsfeier mit Taufe eines ultraleichten C-Vierers auf den Namen des Vereinsgründers Hajo Dobrinth

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

reinfeld | "Sie haben die Ruder immer hoch gehalten", brachte es Wesenbergs Bürgermeisterin Karin Dettke während der Jubiläumsfeier am Reinfelder Ruderhaus am Herrenteich auf den Punkt. 50 Jahre Reinfelder Rudergemeinschaft (RRG) - einen besseren Grund zum Feiern und für die eine oder andere humorig-rührige Festrede gab es für die 130 Mitglieder des Reinfelder Traditionsvereins wohl nicht. Zum 50-jährigen Bestehen wurde zudem ein C-Vierer getauft. Und nicht irgendeiner, sondern, so Klaus Dolling, das beste und modernste Boot der RRG: gefertigt aus ultraleichten Karbonplatten, extrem sicher und praktisch unsinkbar, nur 70 Kilogramm "leicht" und für Wanderfahrten bestens geeignet.

Gründungsmitglied Hajo Dobrinth, der leider vor zwei Jahren verstarb, hatte den Grundstock für den Kauf des neuen Vierers gelegt. Seine Frau Swanhildt, ebenfalls Frau der ersten Stunde im Verein, taufte in Gedenken an ihren Mann den Vierer auf den Namen "Hajo" - ein bewegender Moment nicht nur für die seit 50 Jahren im Verein engagierte Reinfelderin.

Im Laufe der Jahre hat sich die RRG fest in der Karpfenstadt etabliert und trägt zur Geselligkeit und sportlichem Angebot und Sportförderung der Jugend aktiv bei. Das war 1963 noch ganz anders, als Detlef Andresen, heutiger Leiter des Kammerchors und ehemaliger Bürgervorsteher, zusammen mit Hajo und Swanhildt Dobrinth sowie einigen anderen Studenten allen Widerständen zum Trotz den Verein gründete. Die Naturfreunde sträubten sich dagegen, fürchteten sie doch Schäden an Schilf, Seerosen und Ufer. Auch den Stadtverordneten waren die Hände gebunden. Damals fingen die ruderbegeisterten Studenten mit nur zwei Booten am Herrenteich an, die sie immer nur zwei Stunden am Stück ins Wasser lassen durften.

Inzwischen sind die ersten, von anderen Vereinen zur Verfügung gestellten Boote längst gegen ein neues Equipment ausgetauscht worden. "Tote Hose in Reinfeld", wie es Andresen ausdrückt - das ließen sich die jungen Ruderer nicht bieten und kämpften weiter für ihren frisch gegründeten Verein. Dieter Dressler, seit 1968 bei der RRG, erinnert sich noch an einen "primitiven Raum", das erste Vereinszimmer in der alten Badeanstalt. "Vietkong-Höhle" wurde er scherzhaft genannt.

"Man hatte damals Angst, dass die Ruderer die Familie der Karpfen störten", erinnerte sich Walter Engel von der WIR in seiner Festansprache. All diese Widrigkeiten seien längst vergessen, die RRG habe heute eine "verbindende Funktion", einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und natürlich ein ordentliches Bootshaus.

Ein Verein, in dem Teamgeist, Geselligkeit, Vielfalt, Gesundheit und Ehrenamt im Vordergrund stehen, betont der Stadtverordnete. Nicht zu vergessen auch die sportlichen Erfolge. Immerhin brachte der einzige Ruderverein Stormarns mit Lena Möbus 2010 eine Weltmeisterin hervor. Auch Wanderruderer Dr. Thomas Haarhoff ist einer von nur zwölf Äquator-Preisträgern in Deutschland. Die Weltmeisterin ist ihrem Verein treu geblieben. Das ist bei den Ruderern ganz normal. Reinhart Grahn vom Ruderverband Schleswig-Holstein: "Wir sind hier alle eine große Ruder-Familie." Er überreichte die Ehrentafel des Deutschen Ruderverbandes.

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