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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 18:20 Uhr

Im Bann der Bebauungspläne

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Voßkuhlenweg und An den Stücken umstritten / Viel Gesprächsstoff im Planungsausschuss

Zwei Bebauungspläne haben Bargteheide in diesem Jahr beschäftigt. Der für den Voßkuhlenweg geht mit den Stimmen von CDU und SPD in die Zielgerade. Sie beschlossen die Vorlage im Planungsausschuss. Die Zustimmung in der Sitzung der Stadtvertretung am 9. Dezember gilt damit als sicher. Der zweite, noch umstrittenere Plan für das Grundstück An den Stücken bleibt weiter im Verfahren und wird erneut ausgelegt. „Dazu wird es angesichts des großen Interesses der Öffentlichkeit eine weitere Sitzung im Ganztagszentrum geben“, kündigte Ausschussvorsitzender Claus Christian Claussen (CDU) an.

Schon im Ausschuss waren etwa 40 Einwohner anwesend. Die Bürgerinitiative „Basta“ brachte ihren Antrag ein, das Projekt zu verschieben oder wenigstens ein ordentliches Planungsverfahren einzuleiten. Bisher gilt, wie berichtet, ein vereinfachtes Verfahren, das in diesem Fall rechtlich möglich ist.

In der Fragestunde wurde über sozialen Wohnungsbau diskutiert, denn die Hälfte der im „Krähenwald“ geplanten Wohnungen sollen sozial gefördert werden. „Sie sprechen permanent davon“, kritisierte Karl Dziomba, „aber viele Jahre ist nichts passiert.“ Das sei falsch, so Claussen, an vielen Orten sei das ohne Erfolg versucht worden. Jürgen Weingärtner (SPD) bestritt den Parkcharakter des Geländes: „Wir haben es teuer gekauft, und jetzt soll dort gar nichts passieren?“ Immerhin blieben auch 80 Bäume erhalten. Die Initiative sei nicht gegen sozialen Wohnungsbau, so Bianka Walter: „Wir wollen nur nicht, dass dort alles zubetoniert wird.“

„Wir wollen Wohnungen für Menschen, nicht für Krähen“, warf Peter Anklam (SPD) ein. Er fühle sich inzwischen fast wie ein Verbrecher behandelt. Friedrich Westerworth (CDU) wies auf die Bahnhofsnähe der geplanten Wohnungen hin: „Es ist vorstellbar, dass die Menschen dort aufs Zweitauto oder ganz auf Autos verzichten.“ Die seien eines der Hauptprobleme beim Klimawandel.

Norbert Muras (WfB) lehnt den Plan ab. Inzwischen sind dort schon viele Bäume gefällt worden. „Wir sollten die 50 im vorderen Bereich verbliebenen Krähen dort lassen, Sozialwohnungen können auch im hinteren Bereich gebaut werden. Aber nicht mit sechs Geschossen.“ Ein unkontrollierter überdachter Raum wie das dort geplante Parkhaus schaffe neue Probleme. Auch die Grünen lehnen das Projekt ab. „Der Vorschlag eines Parks ist sehr attraktiv“, so Thomas Fischer.

Ebenso ablehnend stehen Grüne und WfB den Bauplänen im Voßkuhlenweg gegenüber. „Die Bebauung wird zu dicht, es gibt Probleme mit der Verschattung“, so Renate Mascher (WfB). Muras kritisierte den städtebaulichen Vertrag mit dem Investor: „Wir waren von Anfang an dagegen, weil er nicht öffentlich diskutiert werden darf.“ Am Beispiel Jersbeker Straße kritisierte er die ausufernde Bebauung, die durch zwei Staffelgeschosse möglich wurde: „Die Menschen im Krohnskamp blicken jetzt auf eine fünf- statt dreigeschossige Eiger-Nordwand.“

Das könne im Voßkuhlenweg nicht geschehen, so Claus Christian Claussen: „Wir haben die Firsthöhe auf zwölf Meter festgelegt.“ Ein vom Bauvorhaben betroffener Nachbar kritisierte die leicht abgespeckte Planung als Schritt in die falsche Richtung. Das Verkehrsgutachten sei wertlos, es werde erhebliche Probleme geben. Das Vorhaben werde jetzt gerichtlich überprüft.




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