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Bad Oldesloe : „Ihnen allen gebührt unser Dank!“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Trainergespann Jatta Aalto und Masood Hamdart vom SV Türkspor ist als „Menschen des Jahres 2015“ ausgezeichnet worden.

Kreispräsident Hans-Werner Harmuth war die Freude anzusehen: „Mit welcher Begeisterung, mit welchem Elan, die über ihr Ehrenamt sprechen … toll! Ohne Ehrenamt könnten wir vieles nicht stemmen.“ Das Stormarner Tageblatt hat gestern Abend die „Menschen des Jahres 2015“ gekürt. Redaktionsleiter Stephan Poost lud die Nominierten spontan ein, selber etwas über sich und ihr Engagement zu erzählen. Donata Nebel ließ sich nicht lange bitten: „Ich bin unglaublich glücklich, noch zu leben.“ Die 20-jährige Oldesloerin hat sich für ein Freiwilligen-Projekt in Nepal gemeldet. Anfangs sei sie völlig überfordert gewesen, hatte große Schwierigkeiten, ihren Weg zu finden. Letztlich landete sie an einer Schule in einem nepalesischen Dorf. „Ich habe mich in die Kinder verliebt“, erzählte sie strahlend. Sie wollte Kunst unterrichten und eine zahnärztliche Behandlung organisieren. Doch dann kam alles ganz anders. Die Erde bebte und verwüstete weite Teile des Landes. „Eine schreckliche Erfahrung. Die Basis auf der wir uns bewegen, war plötzlich nicht mehr sicher. Für mich war klar, dass ich die Menschen aus meiner Schule weiter begleiten wollte.“ Sie half vor Ort so gut sie konnte und bat in ihrer Heimat um Spenden.

Manfred Kutsche ist auf einem ganz anderen Gebiet engagiert. Seit mehr als 20 Jahren ist er eine treibende Kraft im Kulturring. „Ich habe mich immer schon für Theater interessiert“, berichtete der Bargteheider. Auch wenn er absolut kein Talent habe, tat das seiner Begeisterung keinerlei Abbruch. Er brachte sich hinter den Kulissen ein, ging zum Kulturring und organisiert seitdem Aufführungen im Kleinen Theater. Kutsche: „Wir stellen Spielpläne auf, die auch mal weh tun. Man macht Erfahrungen, die bei einem etwas verändern.“ Ehrenamtler seien mit vielen Kosten und Vorschriften konfrontiert. „Man muss immer vertrauen, dass es finanziell aufgeht“, gestand er: „und sich davor schützen, notfalls vor Gericht zu landen.“ Er nutzte die Gelegenheit, um für einen Sponsoren für den Jubiläums-Spielplan nächstes Jahr zu werben.

„Wir sollten endlich aufhören, über Menschen als ein Problem zu reden“, fand Masood Hamdart deutliche Worte zur Flüchtlingsthematik. Zusammen mit Jatta Aalto trainiert er beim SV Türkspor eine Mannschaft jugendlicher Flüchtlinge. „Wir haben überlegt, was können wir tun, wie können wir helfen. Da landet man sehr schnell beim Sport.“ Das sei die ideale Möglichkeit, Werte wie Disziplin, Teamwork und Respekt zu vermitteln. Er spricht nur von „die Jungs“, von Schicksalen, die oftmals zu Tränen rührten, aber auch von Fortschritten. „Wir waren neulich mit den Jungs bei einem Turnier. Über den sportlichen Erfolg konnten sie Spaß haben, Normalität genießen und für den Moment ihre Kriegserlebnisse vergessen“, schildert der angehende Polizist. Er habe aber Zweifel, ob das Engagement „ehrungswürdig“ sei.

Das sahen die Leser des Stormarner Tageblatts anders. Tausend Stimmen wurden auf verschiedenen Kanälen abgegeben, die Mehrheit für das Trainer-Duo Jatta Aalto und Masood Hamdart. „Die drei Kandidaten stehen für viele tausend, die sich bei der Feuerwehr, im politischen Ehrenamt oder im Umweltschutz engagieren“ erklärte Tageblatt-Redaktionsleiter Stephan Poost: „Wir wissen, was das an Zeit kostet. Es bedeutet auch Verzicht.“ Ja, räumte er ein, es habe ein Sieger gekürt werden müssen, aber die beiden anderen Kandidaten sollten sich auf keinen Fall als Verlierer fühlen. Stefan Poost: „Sie alle sind Gewinner.“ Klaus Limberts, Vertreter der Flensburger Brauerei brachte es auf eine ganz einfache Formel: „Ihnen allen gebührt unser Dank!“

 

 

 

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 25.Nov.2015 | 21:46 Uhr

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