IHK zum Elbe-Lübeck-Kanal: Große Chancen durch Ausbau "light"

Der Elbe-Lübeck-Kanal stößt an seine Kapizitätsgrenzen. Foto: rob
Der Elbe-Lübeck-Kanal stößt an seine Kapizitätsgrenzen. Foto: rob

"Der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals stärkt die Leistungsfähigkeit der Häfen Lübeck, Geesthacht und Lauenburg und entlastet die staugeplagten Straßen- und Schienenanbindungen der Häfen", sagt die Industrie- und handelskammer zu Lübeck.

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09. März 2009, 10:55 Uhr

Lübeck | "Wir müssen jetzt die Chance ergreifen und den Kanal zwischen Lübeck und Hamburg ausbauen", sagte Professor Dr. Bernd Rohwer, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck, beim Parlamentarischen Abend in Berlin. Rund 100 Teilnehmer, darunter Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Verwaltungsspitzen und Vertreter von Logistik-Unternehmen, waren der Einladung der IHK, des Landes Schleswig-Holstein, der Hansestadt Lübeck, des Kreises Herzogtum Lauenburg, der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) und des Nautischen Vereins Lübeck gefolgt, um sich über die Ergebnisse von zwei neuen Gutachten zum Ausbau der Wasserstraße zu informieren.

Für die Landesregierung wäre der Kanalausbau ein weiterer Beitrag zur Vervollständigung der langfristigen schleswig-holsteinischen Verkehrspolitik, sagte Ministerialdirigent Günther Meienberg vom Landesverkehrsministerium. Auch die Logistik-Wirtschaft im Wirtschaftsraum Lübeck sieht in dem Ausbau eine große Chance: Erklärtes Geschäftsziel der LHG ist es, statt aktuell 0,6 Millionen Tonnen bis 2025 rund 6,4 Millionen Tonnen Ladung auf das Binnenschiff zu bringen. Insgesamt ist sogar eine Steigerung des Ladungsaufkommens auf bis zu neun Millionen Tonnen möglich. "Dafür müssen wir den Kanal aber so gestalten, dass die Binnenschifffahrt ihn rentabel nutzen kann", sagte LHG-Geschäftsführer Hans-Gerd Gieleßen.

Zwar sei der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals sofort und in voller Länge aufgrund der fehlenden Mittel in den Verkehrsetats zurzeit unwahrscheinlich. Die beiden vom Arbeitskreis Elbe-Lübeck-Kanal in Auftrag gegebenen Expertisen bestätigen aber kostengünstige bautechnische Alternativen zur Ertüchtigung der Binnenwasserstraße. Statt 30 Jahre auf den Neubau der Schleusen mit einer Länge von 115 Metern für die Binnenschiffe zu warten, reiche es zunächst, nur die Schleuse bei Witzeeze neu zu bauen und die anderen zu modernisieren, erläuterte Rolf Lack, zweiter Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes. "So kommen wir durch einen vergleichsweise geringen Mitteleinsatz schneller voran. Statt bei rund 240 Millionen Euro liegen die Kosten für den von uns favorisierten Ausbau light zunächst bei nur 85 Millionen Euro", betonte Lack.

Insgesamt rechneten die Mitglieder des Arbeitskreises mit einem deutlichen und rapiden Anstieg der transportierten Gütermengen auf dem Kanal. "Langfristig gibt es allerdings keine Alternative zum Vollausbau des Kanals."

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