IHK will Geschäftsführer Schulz-Kleinfeldt loswerden

Matthias Schulz-Kleinfeldt, der  Hauptgeschäftsführer.
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Matthias Schulz-Kleinfeldt, der Hauptgeschäftsführer.

Präses Friederike C. Kühn : Vertrauensverhältnis ist nachhaltig gestört / Vollversammlung am, 4. Juni

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29. Mai 2013, 03:59 Uhr

Lübeck | Im Februar war Friederike C. Kühn aus Bargteheide zur Präses der IHK zu Lübeck gewählt worden. Unterlegener Gegenkandidat: Lutz Kleinfeldt, Schwager des IHK-Hauptgeschäftsführers Matthias Schulz-Kleinfeldt. Dessen Schicksal bei der Industrie- und Handelskammer scheint jetzt besiegelt. "Das Präsidium der IHK zu Lübeck will die Zusammenarbeit mit Hauptgeschäftsführer Matthias Schulz-Kleinfeldt beenden. Grund ist das gestörte Vertrauensverhältnis", schreibt Präses Friederike C. Kühn, Gesellschafterin der Werbeagentur MWS.

An das seit dem 5. Februar amtierende Präsidium sei von verschiedenen Seiten Kritik und Besorgnis über die Amtsführung des Hauptgeschäftsführers herangetragen worden. "Es ist unsere Aufgabe, diesen Punkten nachzugehen", sagt die Bargteheiderin. Dabei sei klar geworden, dass "das Vertrauen im direkten Arbeitsumfeld der IHK ebenso wie in der Zusammenarbeit mit den anderen Kammern auf verschiedenen Ebenen, deutlich gestört ist", so Friederike C. Kühn. Nach Abwägung der Informationen und ausführlichen Gesprächen habe das Präsidium deshalb "einstimmig beschlossen, die Zusammenarbeit mit dem Hauptgeschäftsführer zu beenden und ihm den Rücktritt nahegelegt".

Freiwillig will Matthias Schulz-Kleinfeldt dem allerdings nicht nachkommen. Er war 2006 als Leiter Zentrale Dienste zur IHK nach Lübeck gekommen und wurde im April 2010 als Nachfolger von Bernd Rohwer Hauptgeschäftsführer. Er halte die Vorwürfe für unberechtigt, sagte Schulz-Kleinfeldt den Lübecker Nachrichten.

Die Chemie zwischen der neuen Präses und dem Hauptgeschäftsführer scheint von Anfang nicht gestimmt zu haben. "Es sind verschiedene Dinge zusammengekommen. Das Vertrauensverhältnis ist nachhaltig gestört", sagt Friederike C. Kühn, die zudem bedauert, dass die Auseinandersetzung öffentlich wurde: "So eine Situation wollten wir eigentlich vermeiden, weil sie für beide Seiten unangenehm ist." Deshalb und "um die beteiligten Personen zu schützen" will man bei der IHK keine näheren Angaben zu den Gründen machen.

Erst in der Vollversammlung am 4. Juni, will das achtköpfige Präsidium die Karten auf den Tisch legen und den Mitgliedern erklären, warum das Vertrauensverhältnis so irreparabel zerstört ist, dass Matthias Schulz-Kleinfeldt abberufen werden muss. Der Hauptgeschäftsführer hat angekündigt, sich dort zu den Vorwürfen zu äußern. Getagt wird allerdings hinter verschlossenen Türen.

"Ich vertraue auf den Weitblick der Vollversammlung. Das sind alles gestandene Unternehmer. Ich möchte, dass sie sich ein eigenes Bild machen", sagt Friederike C. Kühn. Aber auch: "Eine Entscheidung ist unausweichlich. Um die volle Handlungsfähigkeit der IHK zu Lübeck und deren Akzeptanz bei Kammern und Politik wieder herzustellen und möglichst schnell zur Sacharbeit zurückkehren zu können, sehen wir keine andere Möglichkeit".

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