IHK-Hauptgeschäftsführer: Erst abberufen, jetzt gekündigt

23-2117406_23-54777749_1400258067.JPG von
11. Juli 2013, 03:59 Uhr

Lübeck / Bargteheide | Die Abberufung des IHK-Hauptgeschäftsführers Matthias Schulz-Kleinfeldt dürfte demnächst vor Gericht gehen. Die Einigungsversuche sind gescheitert, in einem Schreiben an die Unternehmer aus der Vollversammlung und das Präsidium hat Schulz-Kleinfeldt angekündigt, rechtlich gegen die Kündigung vorzugehen.

Anfang Juni hatte die Vollversammlung der IHK zu Lübeck den 62-Jährigen abberufen. Auf Antrag des im Februar neu gewählten Präsidiums mit Friederike C. Kühn als Präses. Die Gesellschafterin der Werbeagentur MWS in Bargteheide hatte sich gegen Lutz Kleinfeldt durchgesetzt, den Schwager des Hauptgeschäftsführers.

Was niemand wirklich wusste: Kühns Vorgänger Christoph Andreas Leicht hatte seinem Hauptgeschäftsführer bereits vor einem Jahr eine Verlängerung seiner Amtszeit zugestanden. Weil das neue Präsidium jetzt aber "das Vertrauen im direkten Arbeitsumfeld der IHK ebenso wie in der Zusammenarbeit mit den anderen Kammern deutlich gestört" sah, blieb nur der Weg der Abberufung.

Dass Matthias Schulz-Kleinfeldt für drei Jahre die Weiterzahlung seines Gehalts wollte, war eigentlich unstrittig, er verlangte aber auch einen Teil seiner früheren Zulagen sowie die Weiternutzung seines Dienst-Mercedes samt Tankkarte sowie von Laptop und Handy. Diese "Maximalforderungen", so Friederike C. Kühn, wollte das Präsidium nicht erfüllen. Ende Juni folgte die Kündigung des Vertrages, das Auto wurde abgeholt.

Schulz-Kleinfeldt ist überzeugt, im Recht zu sein, die Industrie- und Handelskammer bezweifelt inzwischen aber die Rechtmäßigkeit der Vertragsverlängerung. Weder Präses Leicht noch Schulz-Kleinfeldt hatten die Gremien davon in Kenntnis gesetzt. Die Vollversammlung ist das höchste Organ der IHK und wählt den Hauptgeschäftsführer auf Vorschlag des Präsidiums. So war es auch bei der ersten Amtszeit von Schulz-Kleinfeldt. Warum dies Mal nicht? Kühn: "Herr Leicht redet nicht mehr mit mir."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen