zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

20. August 2017 | 11:41 Uhr

„Ich wusste nichts von der Ehrung“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Klaus-Rainer Martin für sein über 20-jähriges Engagement in der evangelischen Kirche mit dem Ansgar-Kreuz ausgezeichnet

Die Liebe zu den Menschen, sein Glauben und die Kirchengemeinde liegen Klaus-Rainer Martin am Herzen. Seit 21 Jahren – damals zog er von Reinfeld nach Klein Wesenberg – engagiert sich der inzwischen 78-Jährige für die Menschen und zahlreiche Projekte seiner Gemeinde, der er sich sehr verbunden fühlt. Für sein unermüdliches Engagement und seine treue Mitarbeit im Auftrag der Kirche, sowie sein vorbildliches Eintreten für den christlichen Glauben wurde er nun mit der höchsten Auszeichnung der Kirche in Norddeutschland ausgezeichnet: dem Ansgar-Kreuz.

„Ich wusste nichts von der Ehrung und war wirklich überrascht“, gesteht Martin. Er habe sich sehr über diese Anerkennung gefreut, die ihm Pastor Erhard Graf in Vertretung von Propst Dr. Daniel Havemann überreichte.

Klaus-Rainer Martin engagiert sich in gleich drei Bereichen des Kirchenkreises Plön-Segeberg. 14 Jahre war er im Kirchengemeinderat tätig. „Schon zu Pastor Ueckers Zeiten war ich aktiv. Die Hauptarbeit hatten wir in der Vakanzzeit nach dem Tod von Pastor Uecker bis zum Eintreten des neuen Pastors“, erinnert er sich. In der Zeit kümmerte er sich um den Aufbau der Homepage der Kirchengemeinde, die er im Laufe der Jahre auch auf den neusten Stand brachte. Aus Altersgründen, wie er es nennt, trat er im letzten Jahr nicht mehr zur Wiederwahl an: „Es gehört auch junges Blut in den Kirchengemeinderat.“ Den Gemeindebrief gestaltet er aber weiter mit.

Nach dem plötzlichen Tod von Ulrich von Papen übernahm er vier Jahre lang den Vorsitz im Förderverein „Musik vor Ort“, ist seit der Gründung im Jahre 2000 stellvertretender Vorsitzender. 2001 gründete er mit anderen engagierten Gemeindemitgliedern den Kirchenbauverein, der Spenden für die Kirchensanierung sammelt. „Unser erstes Projekt war die Dachsanierung, unser letztes die Restaurierung des historischen Opferstockes“, so Martin. Nicht zu vergessen die von ihm verfasste Kirchenchronik „Die evangelische Kirche in unruhigen Zeiten“, sowie gemeinsam mit Pastor Graf das Informationsheft „Wissenswertes über die Klein Wesenberger Kirche“.

Seit 2007 engagiert sich der gelernte Sozialpädagoge und Diakon im Ökumene-Ausschuss des Kirchenkreises, der Kirchen im Ausland – hauptsächlich in Afrika – unterstützt. Alle zwei Jahre beteiligt er sich außerdem am „Politischen Kirchentag“, leitet Workshops. Sein letztes Thema: Wie stehen die Kirchen in Europa zum Thema Flüchtlinge? Dazu verfasste er eine Broschüre für den Kirchenkreis.

Sein drittes „kirchliches Standbein“ ist das Raue Haus in Hamburg, wo er auch seine Ausbildung absolvierte, bevor er 31 Jahre lang das Kinderheim „Sonnenschein“ für verhaltensauffällige Kinder in Reinfeld leitete und nach dessen Schließung weitere fünf Jahre beim evangelischen Erziehungsverband in Hannover arbeitete.

Ein Mal monatlich erscheint unter seiner Regie ein Informationsblatt über aktuelle Themen und die Bruder- und Schwesternschaft im Rauen Haus und deren Tätigkeiten. Viel zu tun für den rüstigen Rentner. „Doch es macht viel Freude und hat den Vorteil, dass man immer am Ball bleibt“, sagt er.

Klaus-Rainer Martin stammt aus dem Erzgebirge, flüchtete 1958 in den Westen, weil sein Engagement in der Kirchengemeinde in seinem Heimatort Hartenstein nicht gern gesehen war. Schließlich landete der gelernte Bergmann im Ruhrgebiet. „Zehn Jahre habe ich unter Tage gearbeitet“,erzählt er. Danach begann er sein Studium der Sozialpädagogik am Rauen Haus in Hamburg. „Die längste Zeit habe ich in Reinfeld verbracht, doch mit Heimat verbinde ich auch meine Kindheit im Erzgebirge und meine 21 Jahre hier in Klein Wesenberg“, so der 78-Jährige.

Und hat Klaus-Rainer Martin schon ein neues Projekt: Im 500. Jahr der Reformation widmet er sich der spannenden Frage, wie die Reformation nach Schleswig-Holstein und somit auch nach Klein Wesenberg kam. Bekannt ist der sympathische Klein Wesenberger auch durch seine Bücher „Expeditionen an die Grenzen des Ichs. Erkenntnisse und Bekenntnisse eines mittelmäßigen Langstreckenläufers" über seine Erfahrung als Marathonläufer und „Der Stiefelmacher oder Fettaugen schwimmen auf jeder Suppe oben“" über das Schicksal eines Schuhmachers in der Nazi-Zeit und der ehemaligen DDR, sowie zahlreiche pädagogischer Fachschriften.






zur Startseite

von
erstellt am 07.Jul.2017 | 14:44 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen