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Bad Oldesloe : „Ich wäre gerne Milliardär!“

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Praktikant bearbeitet Geldsammlung der letzten vier Staatssysteme im Kreisarchiv Stormarn

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2017 | 06:00 Uhr

Nomen est omen. Claudius Reich, Geschichts-Student an der Universität Hamburg, begann Mitte Januar sein Praktikum im Kreisarchiv Stormarn. Die zehn Wochen vergingen wie im Fluge vorbei. Passend zum Nachnamen bearbeitete er einen in vielerlei Hinsicht reichen Schatz, der im Magazin darauf wartete, gehoben zu werden.

Die Geldsammlung enthält Münzen und Scheine der letzten vier deutschen Staatssysteme (Kaiserreich, Weimarer Republik, nationalsozialistisches Deutschland und Bundesrepublik Deutschland), Notgeld verschiedener Stormarner Gemeinden, die nach Erstem Weltkrieg im Zuge der Metallknappheit und Inflation ausgegeben wurden. Zahlungsersatzmittel wie Bezugsmarken, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Umlauf waren, und Medaillen, die anlässlich von Jubiläen im Kreis geprägt wurden.

Nach verschiedenen Praktika in anderen Archiven befasste er sich mit einem für ihn neuen Arbeitsbereich im Archiv, dem Sammlungsgut. Sammlungsgut sind einzelne Stücke, die für die Kreisgeschichte relevant und augenscheinlich sind. Die Geldsammlung beleuchtet spannungsreiche Epochen der Regionalgeschichte wie die Nachkriegszeiten. Besonders die bildreichen Notgeldscheine illustrieren abwechslungsreich die Kreisgeschichte, als von heute auf morgen das alte Geld nicht mehr viel wert war. Aufgrund der hohen Nennwerte von bis zu zehn Milliarden Mark lagert ein steinreicher Schatz im Archiv.

Um diese umfangreiche Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, verpackte der Praktikant zunächst einmal über 100 Objekte in Umschläge, damit diese anschließend in Berlin digitalisiert werden konnten. Nun konnten die Scheine und Münzen in der Archivdatenbank ausführlich beschrieben werden. Neben Format und Gestaltung mussten auch alle plattdeutschen Sinnsprüche, die auf Scheinen stehen, in die Datenbank eingeben werden.

Überwältigt war Claudius Reich vom Anklang, den die Bildvorträge „150 Jahre Kreis Stormarn – 15 Orte im Bild“ fanden. Um die Begeisterung an den alten Fotografien des Kreisarchivs aufzugreifen und diese im digitalen Zeitalter einfacher online zugänglich zu machen, bereitete der Praktikant ausgewählte Fotografien neue Onlinedatenbank vor.

Auch klassische Archivaufgaben lernte Claudius Reich kennen, wie Altakten aus der Verwaltung fachgerecht zu verpacken, oder Zeitungsartikel zu Negativen herauszusuchen. Er beantwortete Anfragen von Familienforschern und bereitete Akten aus dem 18. Jahrhundert für die Restaurierung vor.

Die neue Erfahrung, Bilder vorzubereiten für Vorträge oder Presse fand er besonders spannend: „Die Mitarbeit beim Archivmarketing hat mir wirklich viel Spaß gemacht!“

Demnächst wird die außergewöhnliche Sammlung über das Onlinefindbuch verfügbar sein – Internet unter der Adresse: http://www.kreisarchiv-stormarn.findbuch.net.

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