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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 10:14 Uhr

Reinfeld : „Ich hatte hier eine tolle Zeit“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Sascha Dornhardt (28) verlässt nach zwei Jahren die Karpfenstadt und wird Diakon der deutschen Gemeinde in Melbourne.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2017 | 06:00 Uhr

Diakon Sascha Dornhardt zog es aus dem Ruhrpott ins beschauliche Reinfeld. Nach seinem Studium der Religions- und Sozialpädagogik in Bochum trat er vor zwei Jahren seine erste Stelle in der evangelischen Kirchengemeinde Reinfeld an und brachte jede Menge frischen Wind und neue Ideen mit. Nun sagte er auf Wiedersehen und reist bereits Mitte Mai nach Australien.

„Viele haben mich gefragt, warum ich denn aus Reinfeld weggehe“, sagt der 28-Jährige. Er wolle ja gar nicht weg, doch die Chance, noch einmal im Ausland als Diakon zu arbeiten, biete sich wohl nur einmal im Leben. Bereits während seines Studiums verbrachte er ein Semester in den USA. Jetzt will er es gemeinsam mit seiner Freundin noch einmal wagen. Für ihn sei der Abschied trotz aller Vorfreude doch sehr schwer. „Ich gehe mit einem großen weinenden Auge, weil es mir in der Reinfelder Gemeinde so gut gefallen hat, ich so viel Anerkennung bekommen habe und die evangelische Jugend einfach sehr aktiv war“, sagt Dornhardt. Er habe hier eine tolle Zeit verbracht: Mit den über 100 Teamern, mit den Konfirmanden, mit Pastor Bernd Berger, mit den Gemeindemitgliedern. Das schweiße zusammen und werde für immer positiv in seiner Erinnerung bleiben.

In der Millionenstadt Melbourne wird er eine Stelle als Diakon in einer deutschen Gemeinde antreten. „Melbourne ist bekannt dafür, dass dort viele Deutsche leben. Es gibt dort eine deutsche Schule, deutsche Kindergärten“, erklärt er. Viele Australier seien begeistert von der deutschen Kultur und der deutschen Ausbildung und würden ihre Kinder auf deutsche Privatschulen schicken. Die Auslandsgemeinde der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) hat 500 Mitglieder, ist also relativ klein im Vergleich zu der Reinfelder mit 5500 Gemeindemitgliedern. „Es wird nicht so sein wie hier, wo viele Mitglieder seit vielen Jahren in der Gemeinde aktiv sind“, weiß er bereits im Voraus. In Melbourne sei in der Dreifaltigkeitsgemeinde ein stetiger Wechsel zu erwarten. Er ist gespannt auf seine neuen Aufgaben und wird auch dort sicherlich das eine oder andere Neue mit im Gepäck haben.

An seinen verbleibenden Arbeitstagen koordiniert er die letzten Renovierungsarbeiten im Gemeindehaus. Unter seiner Leitung wurde der gesamte Jugendbereich aufwändig saniert. „Hier wurde seit über 30 Jahren nichts mehr modernisiert. Da war es an der Zeit“, so Dornhardt. Ein Jugendkeller müsse heute zeitgemäß sein und nicht mehr so alternativ wie möglich aussehen. Jetzt kämen zum Jugendtreff am Freitag von 18.30 bis 21 Uhr schon wieder viel mehr junge Leute. „Der Einsatz hat sich gelohnt“, freut er sich über die gute Resonanz. Sascha Dornhardts Einsatz hat sich auch in anderen Bereichen durchaus als positiv für die Gemeinde erwiesen: Er gründete eine Improvisations-Theatergruppe, initiierte eine Gemeindeband mit Gitarre, Klavier, Cajón und Gesang, die bei Gottesdiensten auftritt, und rief den alternativen Gottesdienst „Spätschicht“ ins Leben, der vier Mal jährlich stattfindet und sich nicht nur an Jugendliche richtet.

Mit den Teamern lud er zu einem äußerst erfolgreichen Krimi-Dinner in der Kirche ein. Dornhardt: „Da steckt bei den Teamern so viel Herzblut dahinter. Das hat mich überwältigt.“ Außerdem wird auf seine Initiative hin im Sommer erstmals neben der Konfirmandenfahrt an die Müritz eine jetzt bereits ausgebuchte Jugendreise nach Kroatien stattfinden. „Ich sehe es als meine Aufgabe, Leute zusammenzubringen, damit sie Eigeninitiative entwickeln“, so der Diakon. Seine Arbeit spiele sich eher im Hintergrund ab, dort halte er die Zügel in der Hand. Gern denke er an die schöne Zeit in Reinfeld zurück. Er nehme für sein weiteres Leben viel mit.

Die Teamer und Jugendlichen schenkten ihm zum Abschied eine selbst gebastelte Holzkiste mit lauter persönlichen Geschenken. „Da war ich sehr gerührt. Jedes einzelne Stück wird mich an meine Zeit hier erinnern“, sagt er. Seine letzte Amtshandlung wird am Sonntag, 30. April, die Einsegnung der Konfirmanden sein. Dann wird er für zwei Jahre in Melbourne leben. Mit ihm wird auch dort Kirche bestimmt nicht langweilig.



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