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Ausgezeichnetes Geschäft : „Ich bin stolz auf die beiden“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Laden von Katja Wehland und Sandra Lübcke in der Mühlenstraße als Reformhaus des Jahres ausgezeichnet. Mit Beratung wollen die Unternehmerinnen sich profilieren und ihren Markt sichern.

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erstellt am 05.Feb.2014 | 00:31 Uhr

Existenzangst war gestern, zumindest heute wird gejubelt und gefeiert: Das Team des Oldesloer MK Reformhauses in der Mühlenstraße ist jetzt als Reformhaus des Jahres ausgezeichnet worden. Die Jury befand, dass die beiden Inhaberinnen Katja Wehland und Sandra Lübcke „ein echtes Juwel“ geschaffen hätten, „ein schönes, einladendes Geschäft“ mit einem Seminarraum als Besonderheit.

Die Reformhaus-Genossenschaft hat 500 Mitglieder mit 1000 Geschäften. Die sind regelmäßig aufgerufen, sich an dem Wettbewerb der Stiftung Reformhaus Fachakademie zu beteiligen. 40 Geschäfte hatten ihren Hut in den Ring geworfen und Bad Oldesloe ist einer von drei gleichrangigen Preisträgern in de Kategorie „Gesamtauftritt“ geworden. Eine neunköpfige Jury zu der Fachleute aus der Branche gehören, aber auch externe Experten wie der Chef des Vegetarierbundes oder eine Fachjournalistin, hatte sie ausgewählt.

„Viele Innenstädte gleichen sich, deshalb ist es uns wichtig, Geschäfte zu prämieren, die Unternehmergeist zeigen“, erklärte Reformhaus-Vorstand Rainer Plum. Den hätten die beiden Inhaberinnen mit ihrer Entscheidung zum Umzug und der damit verbundenen Vergrößerung der Fläche bewiesen. Rainer Plum: „Das ist ein Schritt, der Mut erfordert.“

Auch Bürgermeister Tassilo von Bary zeigte sich erfreut über die Auszeichnung: „Ich bin stolz auf die beiden Inhaberinnen. Sie sind aus der dunklen Ecke ins Rampenlicht gezogen. Bioprodukte bekomme ich heute überall, aber die Beratung hier, das Ambiente – das hat Zukunft!“

Vor mehr als zehn Jahren haben Katja Wehland und Sandra Lübcke, damals hießen sie noch Malek und Köhlmann – die Initialen gaben dem Geschäft seinen Namen – das Reformhaus übernommen. Als dann der quasi gegenüberliegende Buchladen leer stand, ergab sich die Chance mehr zufällig. Vorsichtig erkundigten sich die beiden, wer der Vermieter sei, kamen mit ihm in ein freundliches Gespräch und so kam es dann im September vergangenen Jahres zum Umzug. Mehr Kühlung, ein größerer Bereich mit Backwaren, ein umfangreicheres Sortiment, die Café-Ecke, Kinderzone – „der alte Laden war zu klein, zu versteckt. Hier konnten wir unsere Träume verwirklichen“, sagt Katja Wehland. Und bisher gibt den Unternehmerinnen die geschäftliche Entwicklung Recht.

Doch für die Zukunft ziehen dunkle Wolken auf. Rossmann vergrößert, in Kürze wird DM eröffnen ganz zu schweigen von den geplanten Trave-Arkaden mit Rewe, Budni und einem Denn’s Bioladen (wir berichteten). Die Neuform Vorstände Carsten Greve und Rainer Plum bestätigten die beiden Unternehmerinnen, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Den Preiskampf könnten sie gegen die Ketten nicht gewinnen, sollten sich stattdessen lieber auf ihre Stärken besinnen. Und das ist in einem Reformhaus nun mal die gute Beratung. Plum: „In einem Denn’s sind Sie doch froh, wenn Ihnen jemand sagt, wo etwas steht. Wenn der dann auch noch was zur Anwendung sagen könnte, wäre das wie ein Sechser im Lotto.“

Besonders im Ernährungsbereich, beispielsweise beim Thema vegane Speisen oder nach Lebensmittelskandalen, werde der Beratungsbedarf immer größer. „Bei vielen Kunden wird vom Arzt eine Unverträglichkeit attestiert und dann stehen sie ratlos damit da“, hat Katja Wehland festgestellt.

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