Hund und Katz machen Virbac froh

 Virbac-Chef Jörg Hannemann mit einem Lesegerät für   Chips, die das Unternehmen auch verkauft.  Foto: rob
Virbac-Chef Jörg Hannemann mit einem Lesegerät für Chips, die das Unternehmen auch verkauft. Foto: rob

Oldesloer Firma für Tierarzneimittel ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen / Beliefert werden 12 000 Tierärzte in Deutschland

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15. Oktober 2011, 08:20 Uhr

Bad Oldesloe | "Alles, was es für Menschen gibt, gibt es mittlerweile auch für Hund und Katze, bis zur Krebsbehandlung und künstlichen Gelenken", sagt Jörg Hannemann. Der 51-Jährige ist seit zwölf Jahren Geschäftsführer der Virbac Tierarzneimittel GmbH in Bad Oldesloe. Vom Rögen werden die Produkte deutschlandweit ausgeliefert, fast ausschließlich an Tierärzte.

"Wir sind ein reines Handelsunternehmen", so Hannemann. Virbac - der Name setzt sich aus Virologie und Bacterologie zusammen - wurde 1968 von Dr. Pierre Richard Dick in Nizza gegründet. 1979 erlangte Virbac mit einem Produkt gegen die canine Parvovirose internationale Aufmerksamkeit, 1988, kam mit Leucogen der weltweit erste gentechnisch hergestellte Impfstoff gegen Leukose auf den Markt. Das Unternehmen hat heute über 3 500 Mitarbeiter in über 100 Ländern und 31 Niederlassungen auf allen Kontinenten und setzt jährlich über 600 Millionen Euro um.

Rund 50 Millionen Euro davon auf dem deutschen Markt. 1982 hatte die Firma das Gebäude am Rögen gekauft. "Ich hätte nie gedacht, dass wir es mal ganz gebrauchen würden. Im Sommer war das jetzt der Fall", so Hannemann. Auf dem deutschen Markt, der ein Volumen von 700 Millionen Euro jährlich hat, ist Virbac die Nummer sechs und eine der wenigen Firmen, die ausschließlich auf Tierpräparate setzen. "Ich hoffe, dass wir weiter wachsen und demnächst auf Platz 4 klettern", sagt Hannemann.

Der Markt für Veterinärmedizin hat sich mit einem jährlichen Wachstum von 4,7 Prozent als krisenunabhängig erwiesen. Die Bedeutung der Kleintiere ist dabei stetig gewachsen. Mit ihnen wird heute fast die Hälfte des Umsatzes gemacht. Die Zahl der Hunde in Deutschland ist mit 5,3 Millionen relativ stabil, die Zahl der Hauskatzen ist in den letzten Jahren kontinuierlich auf 8,2 Millionen gestiegen.

Um große wie kleine Tiere kümmern sich fast 12 000 Tierärzte, die anders als die Humanmediziner, die Präparate selbst abgeben dürfen. Zulassungsbedingungen und Kontrollen sind fast schon vergleichbar mit Medikamenten für Menschen. Was auch weniger erwünschte Folgen hat. 160 Produkte hat Virbac im Portfolio. "Alles, was wenig Umsatz bringt, wie einige Spezialpräparate, fällt weg, weil die Kosten zu hoch sind", so Hannemann.

Virbac vertreibt Impfstoffe, dermatologische Produkte, Antiparasitika, Mastitis präparate und Antidiarrhoika, Diätetika sowie Dentalprodukte. Ein wachsender Bereich, "in dem wir Marktführer sind", so Hannemann, sind die Chips samt Lese geräten und Transpondern.

Im Rögen sind 33 Mitarbeiter tätig. "Weil wir versuchen, unsere Azubis zu übernehmen, haben wir eine organische Truppe aufbauen können", sagt Hannemann. Hinzu kommen 20 Außendienstler, die übers Jahr knapp 135 000 Aufträge einsammeln. "Alle 30 Sekunden verlässt ein Paket unser Haus", so Prokurist Thomas Preuß. Zu rund 96 Prozent sind die Arzneimittel am Tag nach der Bestellung beim Tierarzt.

Die Kapazitäten am Standort sind damit ziemlich ausgereizt. "Wenn wir weiter wachsen wollen, müssen wir uns heute schon überlegen, wohin wir in fünf Jahren expandieren", sagt Hannemann, aber auch: "Wir fühlen uns in Bad Oldesloe sehr wohl". Was Bürgermeister Tassilo von Bary gern hörte. Schließlich seien es solche Firmen wie Virbac gewesen, "die immer Gewerbesteuer gezahlt und dafür gesorgt haben, dass die Stadt die letzte Finanzkrise relativ gut überstanden hat".

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