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Amtsgericht Reinbek : HSV-Fans (Zwillinge) als gefährliche Schläger vor Gericht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

25-jähriger Anhänger von Hannover 96 nach HSV-Pleite auf dem Bahnhof übel zugerichtet. Prozess wird fortgesetzt.

War es nur Frust über die Auswärts-Niederlage? Mit 5:1 ging der HSV im Februar vergangenen Jahres bei Hannover 96 unter. Nach dem Spiel gab es eine Schlägerei im Hauptbahnhof zwischen Anhängern beider Vereine. Das Nachspiel findet jetzt vor dem Amtsgericht Reinbek statt. Jens und Karl B. (Namen geändert), 19 Jahre alte Zwillingsbrüder aus Barsbüttel müssen sich vor der Amtsrichterin verantworten. Die Anklage: gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung.

Das Opfer – ein 25-jähriger Hamburger – ist Anhänger von Hannover 96 und zeigt das öffentlich mit einem Schal. Für die vom Spielausgang frustrierten HSV-Fans ist die schwarze 96 im grünen Kreis eine Provokation. Auf der Treppe zu den Bahngleisen entspinnt sich ein Wortgefecht. Jens B. soll dem 25-Jähriger eine Kopfnuss gegen die Nase verpasst haben. Dann habe er ihn zu Boden gerissen und gegen Brust und Kopf getreten. Auch sein Bruder und ein Freund mischen sich ein, sie treten auf den auf den Treppenstufen liegenden Mann ein. So beschreibt es die Anklage, die von einem Bundespolizisten aus Hannover bestätigt wird. Die drei Täter seien sehr aggressiv gewesen und hätten auch die Beamten beleidigt.

Weitere Polizisten stürmen herbei und trennen die Täter vom Opfer. Die Schläger werden vorläufig festgenommen, nach Aufnahme ihrer Personalien auf freien Fuß gesetzt. Das Opfer erleidet Prellungen, ein blaues Auge und Blutergüsse.

Vor Gericht wird das Video einer Überwachungskamera gezeigt, auch der dritte Tatbeteiligte sagt dazu aus. „Ich erkenne mich und Jens B.“, sagt der 20-Jährige aus Schenefeld. „Ich kam nur hinzu, um zu helfen und den Streit zu schlichten“, betont er. Ob er alles habe wahrnehmen können?, fragt die Amtsrichterin: „Sie hatten doch zur Tatzeit 2,29 Promille im Blut.“ Er habe noch alles mitbekommen, entgegnet der Schenefelder. „Dass Sie nur schlichten wollten, hat das Amtsgericht in Pinneberg aber ganz anders gesehen“, sagt die Richterin. Dort wurde der 20-Jährige nämlich wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. „Ich wurde verwarnt und zu einer Geldstrafe verurteilt“, räumt er ein. „Zu 800 Euro an den Fonds für Täter-Opfer-Ausgleich und 200 Euro Schmerzensgeld an den Geschädigten“, präzisiert die Richterin.

Die beiden Angeklagten aus Barsbüttel schweigen bisher zu den Vorwürfen. Ihre Verteidiger schlagen die Einstellung des Verfahrens vor, die Staatsanwältin willigt nicht ein. So wird das Verfahren am 26. August fortgesetzt, weil einige Zeugen noch im Urlaub sind.

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