Hospizarbeit auch für Behinderte

Spenden ermöglichen neues Projekt in Ahrensburg

Andreas Olbertz. von
22. Januar 2018, 06:00 Uhr

Der Hospizverein Ahrensburg hat eine Kooperation mit drei Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen abgeschlossen. Das war dank Unterstützung aus der Spendenaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ für die Hospiz- und Palliativarbeit im Norden möglich. Die Kooperationsvereinbarung soll der Startschuss für ein breit angelegtes Projekt sein.

Der Hospizverein war schon länger mit mit dem „Haus Gartenholz“ im Gespräch. In den vergangenen Jahren waren die Mitarbeiter zunehmend mit Fragen rund um ein würdiges Sterben der Bewohner konfrontiert. Aus Mangel an Erfahrung in einer Palliativ-Care-Versorgung mussten Bewohner häufig in Krankenhäuser verlegt werden und starben dort. Leiterin Claudia Sonntag hatte sich als Ziel gesetzt, dass die Bewohner bis zum Ende ihres Lebens zu Hause bleiben können.

Auch im Hospizverein Ahrensburg gibt es bislang kaum Erfahrung und keine Fachkompetenz für die Sterbe- oder Trauerbegleitung von Menschen mit Behinderungen. Diesen Defiziten möchte man mit dem neuen Projekt begegnen und auf beiden Seiten Fachkompetenz aufbauen und die gemeinsame Arbeit strukturieren.

Nachdem der Deutsche Hospiz- und Palliativverband den Projektantrag bewilligt hatte, wurde unter der Leitung von Marian van der Maten aus dem Hospiz-Vorstand an der Umsetzung gearbeitet. Dazu gehören vier wichtige Schritte: die Ausbildung der Mitarbeiter in Palliativ Care Versorgung, die Ausbildung der Hospizmitarbeiter in der Sterbe- und Trauerbegleitung von Menschen mit Behinderungen, die Supervision und Begleitung beider Gruppen und der Aufbau eines Netzwerks.

Die Leitung der Palliative-Care-Ausbildung in mehreren Modulen in Ahrensburg übernimmt Barbara Hartmann aus Bayern, Sprecherin der AG „Menschen mit geistiger Beeinträchtigung“. Projektbegleitung und Supervision unterliegen Ramona Bruhn-Tobler.

Neben dem Haus Gartenholz beteiligen sich das Wohnhaus Ahrensburg der Alsterdorf Assistenz Ost und das Haus Apfelstern der Hermann Jülich Werkgemeinschaft in Hamfelde. Ausbildungsstart ist im Frühjahr.

Der Hospizverein wird von der Arbeiterwohlfahrt Ahrensburg, der Evangelisch-Lutherischen und der Römisch-Katholischen Kirchengemeinde, dem Malteser Hilfsdienst und der Stadt Ahrensburg unterstützt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter kommen zu den kranken und sterbenden Menschen. Zudem bietet der Verein Vorsorgeberatung und Letzte-Hilfe-Kurse an. Mit einer jährlichen Spende ab 25 Euro kann man Mitglied werden.

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