Brandstiftung vermutet : Holzstapel brennt im Sachsenwald – Feuerwehr verhindert Waldbrand

Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern.

Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern.

Die Brandserie in Schwarzenbek geht weiter. Die Feuerwehr spricht von einer „extremen Lage“.

shz.de von
12. Juni 2018, 06:55 Uhr

Schwarzenbek | Gibt es in Schwarzenbek einen Feuerteufel? Nein, die Polizei bestreitet das entschieden. Trotz zahlreicher Brände, die wie eine Serie wirken, gehe man nicht von nur einem Täter aus. Was die Sache für die Ermittler nicht einfacher macht. Nach zahlreichen Fahrzeugen, Altpapiercontainern und Gebäuden brannten zuletzt auffällig oft Müllbehälter im Stadtgebiet aufgrund von Brandstiftung. Und jetzt am Montagabend ein Holzlagerplatz an der B404 im Sachsenwald.

Nur durch den geballten Einsatz von jeder Menge aufwendig rangeschafftem Löschwasser – zeitweise mit Schaummittel versetzt – gelang es nach drei Stunden, den Brand abzulöschen. „Das war hier eine extreme Lage. Einerseits durch die Trockenheit, andererseits durch das fehlende Löschwasser, dass wir erst aus der Stadt zur Einsatzstelle transportieren mussten“, berichtete Einsatzleiter Timo Lehmann, Zugführer der Feuerwehr Schwarzenbek. Er hatte sogar aus Geesthacht ein Tanklöschfahrzeug mit 5000 Liter im Wassertank angefordert. Lehmann: „Das konnte ordentlich Volumen ausbringen und hatte dadurch eine entsprechende Wirkung.“

Etwa 500 Kubikmeter Baumstämme und Astschnitt – das Material sollte eigentlich zu Hackschnitzeln für eine Holzheizung verarbeitet werden – lagerten auf dem ehemaligen Parkplatz an der Bundesstraße. Eine 50 Meter lange Halde. „Bei unserem Eintreffen stand die Halde bereits zum Großteil in Flammen“, sagte Gruppenführer Andreas Böttcher. Sofort wurde versucht, eine weitere Brandausbreitung innerhalb des Holzlagers zu verhindern. Brenzlig war die Situation aber auch durch Funkenflug. „Voll der Wahnsinn, so ein Feuer bei der Trockenheit der vergangenen Wochen mitten im Wald“, sagte Lehmann. Eine sogar aus Dassendorf sichtbare Rauchwolke stieg über der Einsatzstelle auf. Die Einsatzkräfte konnten gerade noch verhindern, dass nennenswert Baumbestand und Waldboden verbrannten.

Neben Feuerwehrleuten aus Schwarzenbek rückten auch Kameraden aus Elmenhorst, Grabau, Kasseburg und Geesthacht zur Unterstützung mit aus. Am Strange  wurde eine Füllstation für Lösch- und Tanklöschfahrzeuge eingerichtet, die im Pendelverkehr das Wasser in den Wald brachten. Dadurch kam es immer wieder kurzzeitig zu Verkehrsbehinderungen auf dem Zubringer Nord. Im Wald wurde über zwei Löschfahrzeuge die Brandbekämpfung vorgenommen. Ein Teleskoplader rückte an und schob die verkohlten Reste auseinander, damit Brandnester abgelöscht werden konnten.

Vorsorglich stand ein Rettungswagen in Bereitstellung, um bei dem kräftezehrenden Einsatz erschöpfte Feuerwehrleute versorgen zu können. Getränke wurden von der Feuerwache zur Einsatzstelle geliefert.

Autofahrer hatten den Brand bemerkt und gegen 19.20 Uhr die Feuerwehr angefordert. Verdächtige Personen, die mit der vermuteten Brandstiftung zu tun haben könnten, seien den Zeugen jedoch nicht aufgefallen, hieß es von Seiten der Polizei. Im Schwarzenbeker Polizeirevier an der Compestraße arbeitet noch immer die Ermittlungsgruppe wegen der anderen Brände in der Stadt. Erfolge vermeldete die Einheit bisher nicht.

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