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Spannung, Action und Romantic : Höllenhund aus Oldesloe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Autorin Stefanie Ross stellt ihren neuen Thriller „Zerberus“ vor: Giftgasproduktion und wilde Verfolgungsjagden in Bad Oldesloe. Ein Team von Seals und LKA ermittelt.

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erstellt am 10.Jan.2014 | 06:00 Uhr

„Ich bin ganz harmlos“, versichert Stefanie Ross: „Nur in meinen Büchern werde ich gewalttätig.“ Nach „Fatale Bilanz“ hat die Oldesloer Autorin mit „Zerberus“ jetzt ihren zweiten Thriller veröffentlicht, in dem eine amerikanischen Spezialeinheit der Seals zusammen mit LKA-Beamten ermittelt. So eine Kombi und die soll auch noch in Oldesloe und Umgebung im Einsatz sein? Wie realistisch ist das denn bitteschön? „Die Idee ist gar nicht so verrückt. Das hat es wirklich gegeben“, versichert Stefanie Ross. Nach den Anschlägen vom 11. September hätten Amerikaner und Deutsche in Hamburg eng gemeinsam ermittelt, schließlich kamen die Attentäter zum Teil aus der Hansestadt.

Schon für ihren ersten Roman aus dieser Reihe hat Stefanie Ross aus berufliche Insiderkenntnisse zurückgegriffen. Sie ist studierte Betriebswirtschaftlerin und arbeitet in leitender Funktion als Bankerin. „Hinter den sauberen Glasfassaden stößt man auf das Verbrechen“, sagt sie. Mit Herstellung und Verkauf von Giftgas ließen sich unheimliche Gewinnspannen erzielen. „Viele Dax-Unternehmen sind über Tochterfirmen darin verstrickt“, hat die Autorin recherchiert.

Nachdem eine amerikanische Spezialeinheit in Afghanistan Opfer eines Giftgasangriffs wird, sind die Amerikaner alarmiert und beginnen zu ermitteln. Parallel dazu stößt ein Ermittler des LKA in Hamburg auf verdächtige Zahlen bei VirTech, die auf Giftgas-Produktion schließen lassen. Beide ermitteln aber nicht lange unbemerkt nebeneinander her, schließlich gibt es mehr als einen mächtigen Gegner — die Amis haben ein internes Leck und auf deutscher Seite spielt der Verfassungsschutz eine undurchsichtige Rolle, ganz zu schweigen von den Gas-Produzenten. Die Ermittlungen führen die Spezialisten ins Oldesloer Gewerbegebiet, wo es zu schweren Explosionen kommt.


Verlage auf sich aufmerksam gemacht


Mit „Zerberus“, dem Höllenhund aus der Mythologie, hat Stefanie Ross den Verlag gewechselt. „Der erste Roman war einfach zu erfolgreich“, begründet sie diesen Schritt. Die Verkaufszahlen hätten andere Verlage auf sie aufmerksam gemacht. Der klein Sutton-Verlag stieß da an seine Grenzen. „Ich durfte mich so richtig austoben und musste nicht bei 350 Seiten Schluss machen“, beschreibt sie die Vorteile für sich. Auf satten 540 Seiten entwickelt sie ihre Geschichte um Kriminalhauptkommissar Sven Klein, seinen Kollegen Dirk Richter, den Wirtschaftsprüfer, und Seal Mark Rawlins. Natürlich geht es nicht nur um Giftgas, Einbrüche, Entführungen und Explosionen — es gibt auch amouröse Abenteuer, ausgerechnet zwischen der Ex-Frau eines Hauptverdächtigen und dem Team-Chef. „Der Liebesanteil ist nicht so hoch, dass er Männer stören würde“, versichert die Autorin.

Gleichzeitig durfte der Krimi im neuen Verlag trotzdem seinen Regionalcharakter behalten. Verfolgungsjagd mit dem Motorrad durch Oldesloes Fußgängerzone — nein, das habe sie selbstverständlich nicht ausprobiert, verrät sie mit einem Gesichtsausdruck, der keinen Zweifel lässt, dass sie es gerne mal würde. An einigen Stellen musste sie ihre Ortskenntnisse allerdings doch verschleiern. Erste Leser hätten sich schon beschwert, dass ihr bei der Beschreibung des Oldesloer Industriegebiets Fehler unterlaufen seien. Stefanie Ross entschuldigend: „Ich musste da was weglassen, nicht dass nachher Leute bei Herose vor dem Tor stehen und sagen: Ach, die sind das.“


„Lage von Oldesloe war besonders günstig“


Vor einigen Jahren sind Stefanie Ross und ihr Mann nach Oldesloe gezogen. Die Lage zwischen Hamburg und Lübeck war aus beruflicher Sicht einfach günstig. „Früher war Oldesloe für uns nur Schlafstadt“, gibt sie zu: „Inzwischen sind wir hier durch Schule und Sportverein angekommen.“ Ausschlaggebend war die Geburt ihres ersten Sohns. Die war für Stefanie Ross indirekt der Auslöser, selber zu schreiben. Eine Freundin, für deren Werke sie Testleserin der Motorradszenen war, hatte sie dazu animiert. Während der Elternzeit hatte sie die nötigen Freiräume, schriftstellerisch tätig zu werden. „Wer mir vor ein paar Jahren erzählt hätte, dass ich mal fünf eigene Bücher im Regal stehen haben werde, dem hätte ich gesagt, er soll mal weniger trinken.“ Neben der LKA/Seal-Serie schreibt Stefanie Ross auch an einer Romantic-Reihe. Mittlerweile arbeitet die Oldesloerin nur noch halbtags in der Bank — aus familiären Gründen, weniger wegen des Erfolgs ihrer Bücher. Den Hauptberuf will sie keinesfalls aufgeben, „Schreiben ist verdammt einsam“, hat die Mittvierzigerin feststellen müssen: „Mir würden die Kollegen fehlen, dazu hänge ich viel zu sehr am Job. Aber es bringt schon Spaß zu sehen, wie das Hobby durchstartet.“ Der nächste Band ist in Vorbereitung und soll Ende des Jahres erscheinen.

„Zerberus — unsichtbare Gefahr“ ist im Egmont-Lyx Verlag erschienen und kostet 9,99 Euro. ISBN: 978-3-8025-9262-1



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