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Stormarner Tageblatt

24. November 2017 | 15:53 Uhr

Bad Oldesloe : Hochzeitskleider und Fundstücke

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Oldesloer Heimatmuseum gibt es nicht nur am Internationalen Museumstag am 22. Mai eine Menge zu entdecken.

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2016 | 17:15 Uhr

Ein Heimatmuseum ist viel mehr, als nur eine Ansammlung von Vitrinen. Diese Überzeugung teilen die ehrenamtlichen Organisatoren des Oldesloer Museums im oberen Stockwerk der Stadtbibliothek seit vielen Jahren.

Und so gibt es auch oft viele Geschichten und besondere Ausstellungsstücke rund um die Geschichte der Stadt zu entdecken. Pünktlich zum „Internationalen Museumstag“ am 22. Mai startet nun eine weitere dieser Sonderausstellungen in den Räumlichkeiten in der Königstraße. „Schon seit längerer Zeit interessiere ich mich für Hochzeitskleider aus vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten“, sagte Petra Maria Schark aus dem Museums-Team. Daher gibt es vom Museumstag an bis in den Herbst hinein zehn Kleider im Museum zu sehen. Diese sind durchaus nicht nur weiß, sondern auch braun, schwarz und bunt. „Man hat nicht nur in weiß geheiratet. Gerade in ärmeren Familien im ländlichen Bereich war es so, dass es als Aussteuer ein gutes Kleid für die junge Frau gab. Das war dann oft schwarz, damit man es zu allen festlichen Anlässen tragen kann. In diesem wurde dann auch geheiratet“, erklärt Schark.

„Bei den Kleidern aus Kriegszeiten sieht man außerdem auch, wie dünn die Frauen zu dieser Zeit waren. Auch diese Erkenntnis ist ja etwas, was man weitererzählen kann, was diese Kleider berichten können“, so Schark.

Das älteste Exponat stammt aus der Oldesloer Kurstadt-Zeit. Es folgen Kleidungsstücke vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1990er Jahre. Auch Scharks Schwiegermutter, Irene Schark, hat ein Kleid beigesteuert. Die heute 80-Jährige trug es bei ihrer eigenen Hochzeit 1959 in Flensburg. Sie bewahrte es auf dem Dachboden auf. Jetzt kommt es nochmal zu besonderen Ehren.

Neben den Kleidern ist auch eine Vitrine mit neuen Ausstellungsstücken rechtzeitig zum Museumstag fertig geworden. Darin zu sehen sind Funde, die bei einer Grabung am Rande von Bauarbeiten neben dem Pastorat auf dem Kirchberg entdeckt wurden. „Für manche Leute mag es auf den ersten Blick aussehen, wie ein bisschen Kram. Aber für den Archäologen zählt nicht immer nur ein auf den ersten Blick spektakulärer Fund. Entscheidend ist, dass es ein Beweis für die Existenz eines Ortes oder eines Ereignisses ist“, so Schark.

Im Fall der Oldesloer Funde sei das zum Beispiel der Beweis für die Existenz einer Knochenwerkstatt, die wohl um 1200 in der damaligen Burg auf dem Kirchberg beheimatet war. Sie war ungefähr zehn Mal zehn Meter groß. Leider blieb den Vertretern des Heimatmuseums nur kurz Zeit, um Funde zu sichern. Doch das sei besser als gar nichts und die Entdeckungen seien spannend gewesen. „Wir haben slawische Keramik finden können, dabei ging man lange davon aus, dass es hier keine Slawen und damit auch keine slawische Keramik gegeben habe“, erklärt die Expertin für die Oldesloer Geschichte.

Schade sei es angesichts solcher Funde, dass man viel zu selten von Baustellen an interessanten Orten in Bad Oldesloe erfahre und dass das Landesamt nicht darüber informiert werde. „Fast an jeder Baustelle in Oldesloe ließe sich wohl etwas finden. Doch wir erfahren nicht mal rechtzeitig von Erdarbeiten. Leider besteht zu oft der falsche Gedanke, dass eine kleine Grabung oder Untersuchung nur die Baustelle aufhält oder teuer wird. Wir würden uns freuen, öfter rechtzeitig von Arbeiten zu erfahren und so eventuell die Chance auf weitere interessante Funde zur Stadtgeschichte haben zu können. Hier mangelt es oft an der Kommunikation“, so Schark.

>Der Internationale Museumstag findet im Oldesloer Heimatmuseum am 22. Mai von 11 bis 18 Uhr statt.

 

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