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Grander Mühle : Hochwasser: Helfer bauen Sandsackdamm

vom
Aus der Onlineredaktion

Durch den starken Regen ist die älteste Korn-Wassermühle des Nordens bedroht. THW und Feuerwehr sind im Einsatz.

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2015 | 07:42 Uhr

Kuddewörde | Die anhaltenden Regenfälle haben im südlichen Schleswig-Holstein für über die Ufer tretende Flüsse und Überschwemmungen gesorgt. So droht auch der Fluss Bille in Kuddewörde seine Wassermassen außerhalb des Flussbettes zu verteilen. Daher starteten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk am Montagabend einen Großeinsatz, um die dortige Grander Mühle vor den Fluten zu bewahren. Sie gilt als die älteste Korn-Wassermühle Norddeutschlands.

In dem historischen Gebäude ist heute ein italienisches Restaurant beheimatet, dessen Besitzer Leonardo Santoiemma aus Italien sich noch mit Schrecken an das letzte Hochwasser im vergangen Jahr erinnert. Heiligabend 2014 drangen die Wassermassen in seinen Gastraum ein und richteten dabei immensen Schaden an und vermiesten dem Gastronomen obendrein das Weihnachtsgeschäft.

Damit diesmal sein Betrieb und die Wassermühle davon verschont bleiben, errichteten die zahlreichen Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW vorsichtshalber einen großen Sandsackdamm um das Gebäude, sagte Mario Brauer, Einsatzleiter der Feuerwehr: „Das Wasser der Bille ist in kurzer Zeit um einen Meter hoch angestiegen. Wir versuchen mit einer Sandsackbarriere die Grander Mühle zu schützen, weil es in den nächsten Tagen noch weiter regnen wird“. Die ehrenamtlichen Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW) liefern Sandsäcke auf Palleten und verbauen sie rund um das Haus. „Dann setzten wir eine Pumpe und drücken das Wasser in den Fluss zurück“, sagte Björn Albrecht, Zugführer des THW Mölln. Leonardo Santoiemma hofft, dass es seinen Betrieb dieses Mal nicht erwischt, er ist sehr dankbar für die Hilfe der Feuerwehr und des THW.

NOK: „Einschränkungen im Fährverkehr“

Hochwasser im Nord-Ostsee-Kanal: Das Bild zeigt Breiholz im vergangenen Jahr. Das Zusammentreffen mehrerer Faktoren ist für die Situation verantwortlich.
Hochwasser im Nord-Ostsee-Kanal: Das Bild zeigt Breiholz im vergangenen Jahr. Das Zusammentreffen mehrerer Faktoren ist für die Situation verantwortlich. Foto: Schaupp
 

Auch am Nord-Ostsee-Kanal gibt es Probleme. Der Wasserstand war am Montag außergewöhnlich hoch. Am Vormittag meldete das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) für die Fähren Breiholz, Sehestedt und Nobiskrug „Einschränkungen im Fährverkehr“. Gegen 13 Uhr kam teilweise Entwarnung. Um 16 Uhr stellte sich die Lage schon wieder anders dar. Ein ziemliches Hin und Her. Oder Auf und Ab. Das gibt auch Matthias Visser vom WSA zu. Aber in diesem Fall habe das Amt keine andere Chance, als den Launen der Natur zu folgen.

Elf Meter ist der Kanal tief. 4,80 Meter über Normalnull ist der gängige Wasserstand. „Ab 5,30 Meter können wir nur Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht befördern“, so Visser. Ab 5,40 Meter werden gar keine Autos mehr transportiert, nur noch Radfahrer und Fußgänger. Zehn Zentimeter entscheiden also darüber, ob die Anwohner der Region Umwege fahren müssen. Doch der starke Regen ist nicht das einzige Problem am NOK. Mehr dazu lesen Sie hier.

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