Bad Oldesloe : Hochwasser durch Dauerregen: Pegelstand kritisch

Noch ist die historische Altstadt von Bad Oldesloe trocken, doch der Pegel der Trave hat eine kritische Höhe erreicht.
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Noch ist die historische Altstadt von Bad Oldesloe trocken, doch der Pegel der Trave hat eine kritische Höhe erreicht.

Die Trave wird zwar weiter anschwellen, aber die für Bad Oldesloe gefährliche Marke von 2,40 Metern diesmal voraussichtlich doch nicht erreichen.

Andreas Olbertz. von
15. Januar 2015, 07:00 Uhr

Steht Bad Oldesloe das nächste Hochwasser bevor? Die Pegelstände an Beste und Trave sind nach den massiven Regenfällen der vergangenen Tag jedenfalls massiv gestiegen.

Kurz vor den Weihnachtstagen waren die Pegel extrem schnell angestiegen – und kurz darauf fast ebenso schnell wieder gefallen. Das Heiliggeist-Quartier blieb – Sandsack geschützt – trocken. In den vergangenen Tagen ist der Wasserstand allerdings wieder kontinuierlich gestiegen – um satte 20 Zentimeter. Gestern wurden am Travepegel Oldesloe 6,78 Meter gemessen. Das ist deutlich über dem mittleren Hochwasser. Die Warnstufe „hoch“ wurde überschritten.

Ein Pegelstand von 6,26 Metern an der Trave wird als Mittelwasser bezeichnet. Da transportiert der Fluss 5,37 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Im vergangenen Jahr wurde dieser Wert von Mitte Mai bis Anfang Dezember durchgehend deutlich unterschritten. Aktuell befördert die Trave rund 25 Kubikmeter in der Sekunde.

Der Wasserstand der Beste wird an einem Pegel im Kurpark gemessen. Auch dort ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. In den vergangenen Tagen kletterte der Pegel von etwas über Normalwasser auf knapp unter mittleres Hochwasser mit 190 Zentimetern. Die Beste befördert momentan knapp 15 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.

Experten vom Landesamt für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz schätzen die Situation als „kritisch aber nicht dramatisch“ ein. Die Vorbelastung sei bereits auf hohem Niveau. Heute müsse nochmals mit etwa 20 Millimetern Niederschlag gerechnet werden, was zu 15 bis 20 Zentimeter höheren Pegelständen führen könne. „Viel mehr dürfte es nicht werden“, so die Auskunft aus Husum. Dr. Kurt Soeffing von der städtischen Umweltabteilung sieht das ähnlich: „Gefährlich wird es ab 2,40. Da kommen wir aber diesmal nicht hin. Das läuft glatt durch.“

2012 wurde der Damm zur Wolkenweher Niederung durchstochen. „Das ist eine immense Fläche, wo sich das Wasser der Trave aufstaut. Das bringt Entlastung für die Innenstadt“, so Soeffing. Wobei die Niederung auch ohne den Durchbruch bei den aktuellen Pegeln volllaufen würde. „Das Wasser läuft jetzt aber sehr viel schneller wieder ab“, macht er deutlich, „und dann ist die Niederung bereit, das nächste Hochwasser aufzunehmen.“ Davon profitiert Bad Oldesloe momentan.

Die zahlreichen Messlatten in den Wasserläufen sind teilweise unterschiedlich justiert. Daraus ergeben sich unterschiedliche Pegel-Angaben.

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