Bad Oldesloe : Hochstühlchen und Friedhofsbank

Freuen sich über die zwei 500-Euro-Scheine der Wollschwalben (v.l. sitzend) Manuela Bär, Elfriede Storjohann und Helga Denkelmann: (v.l. stehend) Friedhofsleiter Jörg Lelke sowie Andrea Kefrig-Blase und Wiebke Finck vom Mehrgenerationenhaus Oase.
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Freuen sich über die zwei 500-Euro-Scheine der Wollschwalben (v.l. sitzend) Manuela Bär, Elfriede Storjohann und Helga Denkelmann: (v.l. stehend) Friedhofsleiter Jörg Lelke sowie Andrea Kefrig-Blase und Wiebke Finck vom Mehrgenerationenhaus Oase.

Die Oldesloer Wollschwalben spenden 1000 Euro für das Mehrgenerationenhaus Oase und eine neue Bank auf dem Friedhof.

shz.de von
05. November 2015, 09:47 Uhr

Seit nunmehr 32 Jahren stricken sie unermüdlich – die Oldesloer „Wollschwalben“. Die fünf Frauen treffen sich alle zwei Wochen zu Hause bei Helga Denkelmann, die den Kreis der strickbegeisterten Frauen einst gründete. „Hier ist unser Hauptquartier, hier stricken wir gemeinsam“, sagt Helga Denkelmann, die sich über Mangel an Wolle nicht beklagen kann. Ganz im Gegenteil: Die Wolle wird so reichlich gespendet, dass die Wollschwalben manchmal nicht mehr wissen, wo sie sie unterbringen sollen. Deshalb muss sie möglichst zügig „verstrickt“ werden, zumeist in Form von warmen Socken.

„Die Socken sind unser Renner, auch wenn wir noch nie so wenig Kindersocken verkaufen, wie momentan“, sagt Mitstrickerin Elfriede Storjohann. Aber immerhin reichte der Verkauf, um wieder jede Menge Geld für einen guten Zweck spenden zu können. So kann sich das Mehrgenerationenhaus Oase über einen Umschlag mit 500 Euro freuen. „Das ist toll, wir haben immer viele Wünsche“, freute sich Oase-Leiterin Wiebke Finck. „Wir brauchen kleine Hochstühle für die Krippenkinder. So etwas ist in unserem Budget leider nicht drin.“

Auch der Oldesloer Friedhof erhält einen 500-Euro-Schein der Wollschwalben – ein Novum. Friedhofsleiter Jörg Lelke wird auf Wunsch der Seniorinnen eine neue Bank aufstellen lassen. Auf dem mehr als 15 Hektar großen, parkähnlichen Friedhofsgelände ist Helga Denkelmann nämlich sehr gerne unterwegs. „Irgendwie fehlt hier eine Bank. Wir hätten gerne noch eine direkt am Haupteingang“, sagt sie. Diesen Wunsch will Jörg Lelke den Damen gerne erfüllen. „Es gibt mindestens 50 Bänke auf dem Friedhof, manche sind aber etwas versteckt.“ Die neue Bank soll aus pulverbeschichtetem Edelstahl sein. „Die sind zwar teuer, aber auch sehr haltbar“, so Lelke.

Die Wollschwalben haben jetzt im Winter viel zu tun. Auf fünf Basaren werden sie in den kommenden Wochen ihre Strickwaren und selbst genähten Schätze anbieten. Jeder, der etwas kauft, weiß, dass alle Einnahmen wieder ausschließlich für einen guten Zweck gespendet werden – und das seit 32 Jahren.


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