Lauenburg : Hochregallager eingestürzt: Schwieriger Gefahrguteinsatz in Kosmetikfirma

Nur durch luftdichte Chemikalienschutzanzüge gesichert konnten die Feuerwehrleute die ätzenden Flüssigkeiten abpumpen.

Nur durch luftdichte Chemikalienschutzanzüge gesichert konnten die Feuerwehrleute die ätzenden Flüssigkeiten abpumpen.

1000-Liter-Behälter mit ätzender Flüssigkeit stürzten um. Sie lief nicht aus, musste aber umständlich geborgen werden.

shz.de von
13. Juni 2018, 08:41 Uhr

Lauenburg | Eine „herausfordernde Lage“ (Feuerwehrchef Lars Heuer) stellte die Einsatzkräfte der Feuerwehr Lauenburg und des Löschzugs Gefahrgut am Dienstagabend im Lauenburger Industriegebiet anscheinend vor wirkliche Probleme. Erst zwei Stunden nach dem Notruf der Firma „Eurodor“ starteten die Einsatzkräfte mit den Abpumparbeiten von Gefahrgut nach dem Teileinsturz eines Hochregallagers. Solange bereitete eine Hand voll Einsatzkräfte den Einsatz vor – für die anderen gut 40 Retter hieß es tatenlos abwarten.

Aus noch ungeklärten Gründen war im Lager der Firma, die Haarkosmetik herstellt, ein Hochregallager teilweise eingestürzt. Wann das passierte ist unklar, das Malheur wurde erst gegen 15.45 Uhr bei einem Lagerrundgang von Mitarbeitern festgestellt.

In der ersten Ebene des Hochregallagers waren drei so genannte IBC-Behälter, die jeweils 1000 Liter Flüssigkeit fassen können, gelagert. Möglicherweise war die Belastung zu groß für das Regal. Der Boden gab nach, die IBC-Behälter stürzten teilweise um. Heuer: „Zwar lief von dem Gefahrstoff, eine extrem ätzenden Flüssigkeit, nichts aus, doch wir mussten die Flüssigkeiten zunächst abpumpen, ehe wir die Behälter bergen konnten.“

Arbeiten zogen sich bis in die späten Abendstunden

Das alles wurde vorsorglich durch Trupps, die sich mit luftdichten Chemikalienschutzanzügen ausgerüstet hatten, abgearbeitet. Feuerwehrleute aus Lauenburg, Schwarzenbek, Büchen, Mölln und Ratzeburg wurden dafür zusammengezogen. Auch Bürgermeister Andreas Thiede war vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen. „Wir wollten das nicht selbst machen und unsere Mitarbeiter unnötig in Gefahr bringen“, erklärte Kerstin Meyer, die Geschäftsführerin von „Eurodor“ an der Industriestraße. Die knapp 20 Mitarbeiter stellen aus zahlreichen Grundstoffen Haarpflegemittel her. „Hier haben wir es mit Grundstoffen zu tun, die hochprozentig und daher gefährlich sind“, so Heuer.

Der Einsatz des Gefahrgutzuges wurde vorbereitet, eine Waschstation für die Chemikalienschutzanzugträger vorbereitet und dann gegen 18 Uhr begonnen. Mehrere der Trupps wurden eingesetzt. Aus einem IBC konnte der Inhalt kontrolliert abgelassen werden, aus zwei anderen mussten die Flüssigkeiten abgepumpt und aufgenommen werden. Dabei musste stets ein weiterer Einsturz verhindert werden. Mit Hölzern und Abstützungen sicherten die Feuerwehrleute das Hochrregal. Eine Aktion, die sich bis in die späten Abendstunden hin zog.

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