Bad Oldesloe : Historisches Bahnhofsdach – im August geht es weiter

Problemfall Dach: Die historische Konstruktion am Oldesloer Bahnhof muss erneuert werden. Nächsten Monat geht es weiter.
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Problemfall Dach: Die historische Konstruktion am Oldesloer Bahnhof muss erneuert werden. Nächsten Monat geht es weiter.

Bahnsprecher Meyer-Lovis betont, dass das 2,5-Millionen-Euro-Sanierungsprojekt im Zeitplan liegt. Mit der Fertigstellung wird Ende des Jahres gerechnet.

Andreas Olbertz. von
30. Juli 2015, 06:00 Uhr

Das Dach ist weg, die Träger sind frisch saniert – aber so sieht es auf dem Oldesloer Bahnhof schon länger aus. Gerade bei der aktuell schlechten Wetterlage, wenn die Pendler auf dem Bahnsteig 6/7 mal wieder im Regen stehen, fragen die sich natürlich, warum es nicht endlich weiter geht.

Das Oldesloer Bahnhofsdach ist ja nicht irgendein Dach. Jahrelang musste es mit zusätzlichen Stützen gesichert werden. Nein, Einsturzgefahr habe selbstverständlich nicht bestanden, aber unter ganz bestimmten Schnee-Wetter-Konstellationen hätte es eventuell zu Problemen kommen können. Fast 100 Jahre hatte alles gut gehalten, dann mussten also die Stützen her. Es wurde viel geplant, geprüft, getan und schließlich im Oktober 2012 festgestellt, dass ein Grundsanierung unwirtschaftlich sei. Auf gut Deutsch: Abreißen und neu bauen. Hätte die Bahn das mal zackig getan, wäre vielleicht schon alles fertig. Aber der Abriss war erst für 2014 angesetzt.

In der Zwischenzeit war allerdings das Landesamt für Denkmalschutz auf das Dach aufmerksam geworden. Dr. Dirk Jonkanski, stellvertretender Landeskonservator und zuständig für den Bereich Technik, war von der Konstruktion extrem beeindruckt: „Eisen, genietet, sehr filigran, baukünstlerisch toll – das erinnert uns an die Jahrhundertwende, an den Eiffelturm und die Berliner S-Bahn. Das ist eine Zierde des Bahnhofs, absolut erhaltenswürdig.“ Stempel drauf: Unter Denkmalschutz gestellt. Also musste eine neue, mit den Denkmalschützern eng abgestimmte, Planung erstellt werden. Mit deren Umsetzung wurde vor knapp einem Jahr begonnen.

Sicherungsarbeiten an der Oberleitung, Demontage des alten Dachs – das alles ist an einer viel befahrenen Eisenbahnstrecke nicht ganz einfach. Deswegen kann nur überwiegend nachts und an Wochenende gearbeitet werden. Das ist natürlich mit Lärmbelästigung der Anlieger verbunden. Zum Schutz der Bahnkunden wurde der Treppenaufgang eingehaust, zusätzliche Wetterschutzhäuschen wurden aufgestellt und eine provisorische Beleuchtung installiert.

Aber seit einigen Monaten sieht es auf dem Bahnsteig sehr nach Stillstand aus. Fortschritt ist nicht zu erkennen. „Die Bauarbeiten sind absolut im Plan“, beruhigt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Auch für die Bahn sei es immer eine besondere Herausforderung, während des laufenden Betriebs zu bauen. „Wir müssen die Sperrpausen sehr langfristig planen, denn es kann nur während der Sperrungen für den Zugverkehr gebaut werden. Die Strecke ist stark befahren , und zusätzlich muss die Oberleitung abgeschaltet werden“, so Meyer-Lovis. Die Fundamente sind gesetzt, die Stützkonstruktion steht. Der Bahnsprecher verspricht: „Weitere Arbeiten erfolgen, wie geplant im August.“ Der Abschluss der Bauarbeiten ist für Ende 2015 geplant. Die Kosten für das neue Dach belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro.


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