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Stormarner Wochenschau : Hilft nix – muss ja gemacht werden!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Storch, der nicht verreisen will, Flüchtlingskarawanen und Buddelei an allen Ecken.

 

Gelandet:

Da brat mir doch einer ’nen Storch. Meister Adebar fliegt voll auf das Meilsdorfer Ponyparadies von Andreas und Tanja Schmidt ab, fühlt sich dort anscheinend pudelwohl und spielt mit den Vier- und Zweibeinern sogar Katz und Maus. Dabei hätte er mit allen anderen Artgenossen schon lange in der Luft und auf dem Weg ins Winterquartier sein sollen. Doch dieser gefiederte Kerl sieht sich als Nesthocker statt Nestflüchter. Da der Storch den Abflugtermin verpennt hat, bleibt ihm wohl auch nichts anderes übrig. Nun wird er auf dem Ponyhof mit durchgefüttert. Hilft nix – muss ja gemacht werden. Nächster Abflug 2016? Wer weiß das schon bei diesem Storch. Vermutlich hat er einfach nur einen Vogel.

 

Geklotzt:

Hilfe, die Flüchtlingskarawanen nehmen kein Ende. Schreck, lass nach! Aber der lässt nicht nach. Deutschland ist mittendrin, statt nur dabei. Das Land muss sich bewähren, zeigt sich aber dieser Tage mehr denn je geteilt – wie früher. Die einen ziehen gegen Asylbewerber zu Felde, die anderen für Flüchtlinge an einem Strang. Letzteres ist in Stormarn der Fall. Von Rausdorf bis Reinfeld, von Ahrensburg bis Zarpen greifen viele Rädchen ins andere und unzählige Hände den schutzsuchenden Menschen unter die Arme. Da wird nicht gekleckert und groß über die Vorgaben des Bundes gemeckert. Nein. Da wird geklotzt, was das Zeug hält. Yes, wie can! Wir können das!

Und: „Wir machen das“, betont denn auch Bargteheides Bürgermeister und hält an seiner Linie der Dezentralisierung fest. Ein guter Weg, wenn nicht gar der einzig sinnvolle, um Integration vor Ort Wirklichkeit werden zu lassen. Das hat sich just in dieser Woche bei der öffentlichen Besichtigung zweier Wohnmodule für 40 Flüchtlinge im Neubaugebiet Am Krögen gezeigt. Die Bürger strömten nur so herbei und, klar, war der ein oder andere Einwohner auch skeptisch. Das darf er unbesehen sein. Andererseits überwog die Aufgeschlossenheit. Interessiert wurden die insgesamt acht Wohnungen in Augenschein genommen, viele Gespräche geführt und vielleicht gar Bedenken ausgeräumt. Wenn Anfang November nun traumatisierte Seelen aus Afghanistan, Iran oder Syrien ins Neubaugebiet kommen, stehen Unterstützer Pate und ansprechende Unterkünfte zur Verfügung. Klare, geordnete und menschenwürdige Voraussetzungen für einen Neuanfang. Klare Kante, handfeste Verhältnisse würden sich die Kommunen auch von der EU und vom Bund wünschen. Doch die eiern rum. Es kann nicht sein, das zahlreichen Mitgliedsstaaten das Hemd näher als die Hose sitzt. Keine Flüchtlinge aufnehmen, uns aber Container für teuer Geld verkaufen. Das haben wir besonders gern ...

Es kann ebenso wenig sein, dass gerechtfertigte Abschiebungen auf die lange Bank geschoben und diejenigen, die in ihren Unterkünften Mist bauen, nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Bei aller Liebe, bei allem Erlebten. Wer sich nicht an die deutschen Spielregeln hält, fliegt raus! Das wären klare Zeichen für alle. Hilft nix – muss halt gemacht werden! Aber so ist das Wischiwaschi. Ausbaden müssen es – wie so häufig – die Kleinen: die Städte und Gemeinden. Aber wie lange können die das noch ausbaden? Irgendwann ist auch das vorbildlichste Engagement erschöpft. Dazu darf es nicht kommen.

Gebuddelt

: Und plötzlich steht man wie der Ochs vorm Berg. Es geht nicht weiter: Baustelle! Ach herrje. Dabei drängt doch die Zeit. Drängt die nicht immer ... Die Zeit muss man sich aber nehmen, wenn man derzeit von A wie Ahrensburg nach B wie Bargteheide oder umgekehrt will. In Delingsdorf geht nichts mehr. Vollsperrung der Hauptverkehrsader. Ein langer Umweg über Hammoor ist garantiert. Nicht nur dort, auch anderswo brauchen Verkehrsteilnehmer Nerven so dick wie Drahtseile. Gleich mehrere Baustellen kann die Kreisstadt in die Waagschale legen: Zum Beispiel B  208, Königstraße und nicht zu vergessen das Herzstück, die Fußgängerzone. Allesamt nervige Begleiterscheinungen, keine Frage. Mehr aber auch nicht. Zumal am Ende (meistens jedenfalls) die Verbesserung, die Verschönerung für alle steht. Bis dahin muss man die Zähne halt zusammenbeißen. Augen zu und durch. Hilft nix – muss ja gemacht werden! Andererseits könnten die Bad Oldesloer Hindernisse eine touristische Marktlücke sein – wie es unser Karikaturist zu Papier gebracht hat. Also, herzlich willkommen zur großen Baustellen-Führung!

 

 

 

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erstellt am 24.Okt.2015 | 14:30 Uhr

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