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Aktion beendet : Hilfe, die die Menschen erreicht hat

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Dona Scheck hat in Reinbek nach dem Tsunami insgesamt 50000 Euro gesammelt für Wiederaufbau in ihrem Heimatland Sri Lanka.

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erstellt am 23.Jan.2016 | 06:00 Uhr

Als am 26. Dezember 2004 ein großer Tsunami im Indischen Ozean auch auf Sri Lanka verheerende Zerstörung angerichtet hatte, war für Dona Scheck klar: „Ich muss in meiner Heimat helfen. Mir geht es hier so gut, da möchte ich mit meinen Landsleuten teilen.“ Aus diesem ersten Impuls wurden am Ende elf Jahre, in denen sich die damalige Stationsleiterin des Krankenhauses Reinbek für den Wiederaufbau in ihrem Heimatland Sri Lanka engagierte.

Schulen, der Rotarier Club Hamburg-Bergedorf und Einzelpersonen engagierten sich bei dem Projekt. Vor allem sammelte sie aber bei ihrer Arbeitsstelle. Im ersten Jahr hatte das Krankenhausdirektorium alle Spenden verdoppelt, um die Mitarbeiter zu animieren. So kamen gleich 35  000 Euro zusammen. Insgesamt sammelte Dona Scheck im St. Adolf-Stift Reinbek fast 50  000 Euro zusammen. Das Geld ist jetzt verbraucht, die letzten Euros davon wurden für einige kleine Projekte ausgegeben.

Gleich am 5. Januar 2005 war Dona Scheck mit einem von einem Chefarzt gesponserten Flug nach Martara aufgebrochen. Seitdem flog sie jedes Jahr in ihrem Urlaub für vier Wochen nach Martara, 100 Kilonmeter südlich von Colombo, und unterstützte die Menschen mit praktischer Hilfe: Sie finanzierte vor allem Baumaterialien und Handwerksleistungen, Schulgelder, aber auch ein Fischerboot, eine mobile Bäckerei und ein dreirädiges Taxi, um den Menschen ein festes Arbeitseinkommen zu ermöglichen. Ein Problem beim Wiederaufbau war die Korruption im Land. Dona Scheck: „Geld, das für gute Zwecke gedacht war, kam oft nicht bei den Bedürftigen an. Deshalb haben wir nie Geld ausgezahlt, sondern ich selbst habe Materialien gekauft und persönlich verteilt oder Handwerker für die von ihnen geleisteten Reparaturen direkt bezahlt.“

Bei der Auswahl der Projekte wurde sie von ihrer Familie in Martara unterstützt, die sich umhörte, wo Hilfe gebraucht wurde. So hatte ein Fischer durch den Tsunami alles verloren. Dona Scheck: „Wir kauften ihm ein kleines Holzboot mit Außenbordmotor und schafften ihm so ein geregeltes Einkommen. Zum Dank nannte er es St. Adolf-Stift.“ Ein Taxifahrer erhielt ein gebrauchtes Tuk-Tuk, eine Bäckerfamilie einen mobilen Verkaufsstand.

Bis auf zwei Patenschaften für Schulkinder ist das Projekt nun abgeschlossen: Alle Spenden sind ausgegeben, gewissenhaft mit Quittungen in mehreren Ordnern im St. Adolf Stift dokumentiert. Neben den Rechnungen quillen die Ordner über vor lauter Fotos und Dankesbriefen. „Es war eine intensive und anstrengende Zeit, wenn ich in Sri Lanka war, aber mich haben zwei Dinge motiviert weiter zu machen: DieDankbarkeit der Flutopfer und die Großzügigkeit der Menschen in Reinbek und Umgebung. Ich fühle mich mit den Kollegen und dem Krankenhaus noch mehr verbunden, auch wenn ich mittlerweile in Rente bin“, sagt Dona Scheck.

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