Bad Oldesloe : Hightech-Kapsel bringt Klarheit

Dr. Peter Wellhöner, Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie der Asklepios Klinik Bad Oldesloe zeigt die Kamera-Kapsel in Pillenform.
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Dr. Peter Wellhöner, Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie der Asklepios Klinik Bad Oldesloe zeigt die Kamera-Kapsel in Pillenform.

Die Asklepios Klinik erweitert mit einer Kamera-Kapsel in Pillenform die Möglichkeiten zur Diagnostik des Dünndarms.

shz.de von
30. Januar 2018, 06:00 Uhr

Die Asklepios Klinik Bad Oldesloe bietet ab jetzt die sogenannte Kapselendoskopie zur Diagnostik des Dünndarmes an. Der vier bis sechs Meter lange Dünndarm galt bis zur Einführung der Kapselendoskopie als „blinder Fleck“ in der bildgebenden Diagnostik. Weder durch Magen- noch durch Darmspiegelungen konnte dieser Bereich bislang umfassend untersucht werden. „Ich freue mich, dass wir unseren Patienten die Kapselendoskopie anbieten können. Damit erweitern wir unser Diagnostik-Spektrum um eine wichtige Möglichkeit, wenn es um die Abklärung von Blutarmut, Blutungen im Magen-Darm-Trakt, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Fehlbildungen der Gefäße oder auch die Tumordiagnostik geht“, sagt Dr. Peter Wellhöner, Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie an der Asklepios Klinik.

Die Diagnostik mit der Kapselendoskopie beruht auf modernster Technologie und besteht aus einer Videokapsel in der Größe einer Tablette mit einem winzigen Mikrokamera-Chip. Nachdem der Patient die kleine Kamera geschluckt hat, wandert das Instrument innerhalb von sechs bis acht Stunden durch den Körper und sendet Daten an ein Aufzeichnungsgerät. Der Datenrekorder, der an einem Gürtel       um die Hüfte getragen wird, empfängt die Bilder, die von der Kapsel aus dem Inneren des Körpers gesendet werden. Für den Empfang der Signale werden am Bauch des Patienten, ähnlich wie EKG-Elektroden, Sensoren angebracht.

Die insgesamt zirka 55 000 aus dem Inneren des Körpers gesendeten Bilder werden vom Datenrekorder als Videofilm auf einen Computer übertragen.       Vorangetrieben wird die Kamera einzig und allein durch die natürlichen Darmbewegungen des Menschen und auf natürlichem Weg ausgeschieden. „Das Verfahren ist für Patienten sicher und schonend. Der Vorteil ist, der Patient kann sich dabei frei bewegen und seinem normalen Tagesablauf nachgehen“, erklärt Dr. Wellhöner. Bei der Auswertung der Daten können die Internisten die Geschwindigkeit bestimmen, mit der die Aufnahmen abgespielt werden und so auffällige Stellen jedes Bildes einzeln überprüfen. Zur Vorbereitung muss sich der Patient nicht – wie bei einer klassischen Darmspiegelung – auf die Untersuchung mit einer Darmreinigung vorbereiten. In der Regel reicht es, am Vortag nach dem Mittagessen nur noch klare Flüssigkeiten zu sich zu nehmen.

„Herkömmliche Magen- oder Darmspiegelungen ersetzt die Methode jedoch grundsätzlich nicht“, sagt Dr. Wellhöner. Bei Patienten mit bekannten Risikofaktoren wie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder bereits durchgeführten Operationen müssen vorab per Röntgenuntersuchung Engstellen ausgeschlossen werden.

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