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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 14:01 Uhr

Bad Oldesloe : High-Tech am Krankenbett

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Asklepios Klinik Bad Oldesloe nimmt nach anderthalb Jahren Bauzeit die neue Intensivstation in Betrieb. Am Wochenende wird desinfiziert, kommende Woche werden die Patienten in die neuen Räume verlegt.

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erstellt am 28.Jan.2016 | 18:47 Uhr

Es ist sowas wie eine Operation am offenen Herzen des Oldesloer Krankenhauses: In den kommenden Tagen wird die Intensivstation in einen Neubau umziehen – bei laufendem Betrieb.

Die Asklepios Klinik wird groß umgebaut. 14 Millionen Euro teilen sich das Land und der Krankenhauskonzern. Eine der Baustellen ist die neue Intensivstation. „Der Westflügel ist in die Jahre gekommen und musste dringend saniert werden. Auch die Intensivstation hat schon 20 Jahre auf dem Buckel“, erklärt Chefarzt Dr. Rolf Busack. Natürlich nur baulich. Rein technisch sei die Station ständig nachgerüstet worden. Aber der bauliche Zustand hat eben Probleme bereitet, denn die Intensiv liegt bislang eine Etage über den OPs. Dr. Busack: „Wir haben immer einen Aufzugtransport. Das ist ungünstig.“ Zukünftig werden sich die Operationssäle, die Intensivstation und demnächst auch eine neue Station für Patienten, die zwar einen hohen Betreuungs- und Überwachunsbedarf haben, aber keine intensivpflegerische Akutversorgung brauchen, Tür an Tür auf einem Flur befinden. „Einfach klasse. Wir sparen viele Laufwege“, freut sich der Chef.

Seit anderthalb Jahren wird gebaut. Der Trakt im zweiten Stock, eine ehemalige normale Pflegestation, wurde komplett entkernt. Noch wird heftig gearbeitet. Es blinkt und piept an allen Ecken. Bohrmaschinen kreischen. Elektriker ziehen Leitungen und prüfen Kabel. Maler schwingen die Pinsel. Es bedarf einiger Fantasie sich vorzustellen, dass dort in wenigen Tagen Patienten behandelt werden können. Geschäftsführer Andreas Reichardt ist gelassen und zuversichtlich: „Es ist immer alles sehr knapp, aber das passt schon.“ Die Arbeiten sollen heute abgeschlossen werden. Über das Wochenende werden die Räume gründlich gereinigt und auf den nötigen Hygienestandard gebracht.

Hygiene ist ein sehr wichtiges Schlagwort. Die neue Station wird über acht Betten verfügen. Eines mehr als bislang. Da die neue Station aber über vier Einzelzimmer verfügen wird, können im Ernstfall deutlich mehr Patienten behandelt werden. Oberärztin Dr. Susanne Becker: „Intensivpatienten werden automatisch auf resistente Keime untersucht. Werden welche gefunden, muss der Patient isoliert werden.“ Bislang bedeutet das: Ein Doppelzimmer ist belegt. Hat man zwei Patienten mit unterschiedlichen Keimen sind schon beide Doppelzimmer belegt. Das wird künftig anders werden. „Wir werden eine spürbare Effektivitätsverbesserung bekommen“, ist Dr. Busack überzeugt. Sperrungen wegen Auslastung sollen deutlich seltener werden.

Neben jedem Bett kommt ein Terminal mit einer Vielzahl von Anschlüssen aus der Decke. Bildschirme, Messgeräte oder Automaten für die Medikamentengabe werden daran angehängt. Auch das eine Frage der Hygiene. Es soll möglichst wenig auf dem Boden stehen, damit der besser gereinigt werden kann. Vor 20 Jahren war das noch kein akutes Thema, berichtet Chef-Pfleger Diethard Joppich: „Da ging man halt mit dem Topfwagen quer über die Station zum Spülraum.“ Auch das wird zukünftig nicht mehr nötig sein, weil es direkt an den Zimmern entsprechende Reinigungsmöglichkeiten geben wird.

Vieles an technischer Ausstattung wird mit umziehen. Ein Teil wird aber auch neu angeschafft. Das Monitorsystem beispielsweise. Neben jedem Bett hängt ein Flachbildschirm mit den Vital-Daten des Patienten. Auf Knopfdruck kann das Personal sich aber auch die Werte des Patienten drei Türen weiter anzeigen lassen. Von ihrem zentral gelegenen Stützpunkt aus, haben Ärzte und Pfleger ebenfalls die Daten aller Patienten auf dem Schirm. Jedes der High-Tech-Betten kann mit einem Beatmungsgerät bestückt werden. „Das ist schon der Gold-Standard“, schwärmt der Chefarzt: „Die Software macht es möglich, wirklich jeden möglichen Fall zu beatmen.“ Außerdem kommen neue Dialyse-Geräte für Blutwäsche zum Einsatz. Die spezielle Filterung sorgt dafür, dass die notwendigen Gerinnungshemmer nicht mehr in den Körper des Patienten gelangen.

Wie hoch der Anteil der Intensivstation an der Bausumme ist, kann Klinikchef Reichardt nicht beziffern. „Wir haben schon einen ordentlichen Schluck aus der Investitionspulle bekommen“, sagt Rolf Busack. Rund 650 Patienten kommen jährlich auf die Oldesloer Intensivstation. Die Opfer schwerer Unfälle bilden die Minderheit. Weitaus häufiger handele es sich um Patienten mit Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwerer Blutvergiftung.

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