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St. Adolf-Stift Reinbek : Hier wird Leben gerettet

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Chirurgische Notaufnahme im Krankenhaus St. Adolf-Stift ist als lokales Traumazentrum für Schwerstverletzte zertifiziert worden.

„Bei einem Schwerstverletzten, der mehrere lebensgefährliche Traumata hat, entscheidet jede Minute über Leben und Tod. Darum müssen wir als lokales Traumazentrum des Traumanetzwerkes Hamburg gewisse Standards erfüllen, die für die Versorgung von Schwerstverletzten vorgesehen sind“, sagt Dr. Thomas Gienapp, Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie am Krankenhaus Reinbek. „Dazu zählt der so genannte Schockraum, der eine Mindestgröße von 30 Quadratmetern aufweisen muss, damit bis zu fünf Behandler samt Instrumenten Platz gleichzeitig finden“, erklärt der Chefarzt, der zugleich Leiter der Chirurgischen Notfallaufnahme ist.

Oberarzt Dr. Mathias Mühlhäuser, der für die Organisation der Chirurgischen Notfallaufnahme von ärztlicher Seite zuständig ist, ist erfreut, dass das St. Adolf-Stift im Jahr 2015 erneut als Lokales Traumzentrum zertifiziert wurde. Dies belegt eine Urkunde, die Mühlhäuser stolz in der Hand hält. Dr. Mühlhäuser erklärt: „Zertifizierte Traumazentren arbeiten nach standardisierten Abläufen um auch unter Zeitdruck die Patientenversorgung optimal gewährleisten zu können.“ Ein wichtiger Faktor sei die reibungslose Kommunikation aller Berufsgruppen, die vom Unfallort bis zur klinischen Versorgung beteiligt sind.

Die Versorgung von Schwerstverletzten im Schockraum erfolgt nach dem Algorithmus des ATLS - Advanced Trauma Life Support, einer prioritätenorientierte Versorgung des Patienten unabhängig von der Größe der Klinik. Dr. Mühhäuser: „Wenn der Schwerstverletzte am Unfallort stabilisiert werden konnte, wird aufgrund der Verletzungen entschieden, in welches Krankenhaus er kommt. Der Schockraum wird dann schon individuell auf den erwarteten Patienten vorbereitet. Sprich, die Frage lautet welches Personal und Material brauchen wir?“ Nach der Übergabe durch den Rettungsdienst erfolge eine Erstbeurteilung und
-behandlung, bei der es darum gehe, alle direkt lebensbedrohlichen Verletzungen zu erkennen und entsprechend ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit zu behandeln. „Dafür ist eine enge räumliche Anbindung an die Radiologie sowie den OP-Bereich wichtig, sie gewährleistet schnelle und zeitsparende Behandlungswege.“

Durchgehend stünden im St. Adolf-Stift neben den diensthabenden Unfallchirurgen auch Spezialisten aus den Abteilungen Thorax- und Viszeralchirurgie, Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie, Gynäkologie, Neurologie und Innere Medizin ständig zur Verfügung. Als Lokales Traumazentrum innerhalb des Traumanetzwerkes Hamburg kann eine eventuell notwendige Weiterverlegung von Patienten in eine Spezialklinik ebenso sehr schnell erfolgen. Pro Jahr werden circa 20 Schwerstverletzte im Schockraum des St. Adolf-Stiftes behandelt. „Der Schockraum-Alarm findet häufiger statt, die Verletzungen sind dann aber zum Glück oft doch nicht lebensbedrohlich.“

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