Hier steht ein neues Haus allein auf weiter Flur ...

Straßen und Wege in dem Vinzierer Baugebiet sind fertig. Das Wasserwerk steht bereits, und der erste Bauherr hat schon mit dem Bau seines Eigenheims begonnen. Jetzt warten alle auf das Ende des Rechtsstreits ... Foto: Gusick
Straßen und Wege in dem Vinzierer Baugebiet sind fertig. Das Wasserwerk steht bereits, und der erste Bauherr hat schon mit dem Bau seines Eigenheims begonnen. Jetzt warten alle auf das Ende des Rechtsstreits ... Foto: Gusick

Oberverwaltungsgericht verhängt Bau- und Verkaufsstopp für das Baugebiet Vinzier

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02. Dezember 2011, 08:27 Uhr

Vinzier | Der B-Plan für das Baugebiet im Travenbrücker Ortsteil Vinzier ist vorerst hinfällig. Ein Anlieger hatte gegen den Plan eine Normenkontrollklage beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Schleswig eingereicht und ist damit durchgekommen. Er sieht seine Interessen und Belange in den B-Plan nicht ausreichend berücksichtigt.

"Das OVG hat einen Bau- und Verkaufsstopp verhängt", sagt Travenbrücks Bürgermeister Peter Lengfeld. Das Lärm- und Immis-sionsgutachten würde nicht ausreichen. Knackpunkt ist das gegenüber dem Baugebiet liegende Gewerbegebiet. Dort befinden sich das Gelände der ehemaligen Firma Schoer & Bollow und ein Asphaltmischwerk. Für den Bereich war mal ein Bebauungsplan angedacht, weil der Besitzer eventuell die dortige Lagerfläche vergrößern wollte. Allerdings kam es nicht zu einer Plan-Aufstellung.

Es wurde nie eine größere Lagerfläche beantragt", so der Travenbrücker Bürgermeister. Deshalb nahm die Gemeinde Abstand von der Aufstellung eines B-Plans für den Bereich.

Bei der Ausweisung des Baugebietes wurde das Lärm- und Immissionsschutzgutachten aufgrund der bestehenden Genehmigungen für das gegenüberliegende Gewerbegebiet aufgestellt. Doch damit sah der Grundeigentümer seine Interessen nicht ausreichend berücksichtigt und klagte gegen den Bebauungsplan.

In der vom OVG erlassenen einstweiligen Anordnung bekam er auch Recht. Hätte die Gemeinde für das Gewerbegebiet einen B-Plan aufgestellt und in einem städtebaulichen Vertrag die Nutzung der Gewerbeflächen geregelt, dann wäre es vermutlich gar nicht erst zu der Klage gekommen.

Das Baugebiet wurde seinerzeit an den Investor Schönwald aus Bargteheide verkauft, der auch die Erschließung übernommen hat. Die ist bereits abgeschlossen. Straßen und Wege sind fertig, und auch das Wasserwerk zur Versorgung der künftigen Häuser steht bereits. Ein Bauherr hat auch schon mit dem Bau seines Eigenheims begonnen. Ob er sein Häuschen weiter bauen darf ist noch strittig.

Der Anlieger, der die Normenkontrollklage auf den Weg brachte, hat in einem zweiten Verfahren beim zuständigen Verwaltungsgericht einen Baustopp beantragt. Dieser wurde allerdings vom Kreis noch nicht ausgesprochen. Nach dortiger Meinung ist ein Haus noch kein Baugebiet, sondern eher eine Einzelbebauung im Außenbereich. Diese Auffassung wurde auch so beim Verwaltungsgericht eingereicht. Bis zu einer Entscheidung können noch etwa 14 Tage ins Land gehen.

Hauptbetroffener von der Klage ist vor allem der Investor. Er hat das Gebiet von der Gemeinde gekauft und auch die Erschließung finanziert. "Ich sehe das allerdings alles recht gelassen und setze auf eine gütliche Einigung", sagte Andrè Schönwald gestern gegenüber dem Stormarner Tageblatt.

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