Stormarner Wochenschau : Hier ist viel Sand im Getriebe

 Karikatur: Wiedenroth
Karikatur: Wiedenroth

Brücken bauen, Gasleitungen verlegen, Kitaplätze verwalten – das ist alles nicht so einfach, wie man meinen könnte.

Andreas Olbertz. von
06. Juni 2015, 17:30 Uhr

Aufgerissen

Vermutlich sind sie alternativlos, aber man kann seinen Frust ja trotzdem mal kundtun: Die Bauarbeiten in der Oldesloer Fußgängerzone sind einfach die Pest. Sie sind laut, sie bringen Dreck, machen die Hindenburgstraße ungemütlich und hinterher sieht es nicht mal besser aus. Nein! Da, wo die neue Gasleitung liegt, wird die Grube erst mal nur provisorisch mit irgendwelchem Schreddergedöns verschlossen. Das wird den ganzen Sommer über auch noch so bleiben. Supi. Aber es hilft nix, muss ja gemacht werden. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat mal die Aufgabe der Stadt und Geschäftsleute übernommen und sich Gedanken gemacht, wie sowas imagemäßig genutzt werden könnte. Liegestühle und Ohrstöpsel gibt es kostenlos, den Cocktail „shop on the beach“ wird bestimmt jemand erfinden und für Rüttler statt Shaker sorgt die Baufirma. So könnte das Elend erträglich werden. Aber auf solche Ideen kommt ja leider niemand ...

Angeschoben

Mein Gott, was für ein Trara. Bad Oldesloe wird nun also doch noch Pilotgemeinde beim Aufbau der landesweiten Kita-Datenbank. Bargteheide ist übrigens auch dabei, ohne groß zu diskutieren und zu lamentieren. Die machen einfach. Ob am Ende mit der neuen Software alles gut oder zumindest besser wird, bleibt abzuwarten. Über Vor- und Nachteile einer zentralen Vergabe von Kitaplätzen kann man sicher diskutieren. Das hat Vor- und Nachteile. Aber das Beispiel Ahrensburg, die so verfahren, beweist: Wenn man es will, funktioniert es. Ob die neue Datenbank dagegen außer einem hohen Pflegeaufwand wirklich etwas bringt? Mehr Transparenz jedenfalls nicht, denn die Kitas entscheiden immer noch selber, wen sie aufnehmen und wen nicht. Solange Krippen- und Kitaplätze nicht im Überfluss vorhanden sind, wird sich daran vermutlich auch nichts ändern. Das unterscheidet eben eine Stadt mit ihrem zugegeben vielfältigen Angebot vom Dorf mit nur einer Kita.

Abgelegt

Es gibt einfach Dinge, in denen steckt buchstäblich der Wurm drin. In der Reecker Brücke scheint allerdings nicht nur ein Wurm zu stecken, sondern ein ganzer Clan, der sein Unwesen treibt. Anders lässt sich die Hängepartie nicht erklären. Erst 2013 das Dilemma um die Sperrung der maroden Brücke des Lübecker Ortsteils Reecke, die Schulkinder täglich zu einem großen Umweg zwingt. Dann das Hickhack ums Geld: Die Pleite-Hansestadt will nicht zahlen, sagt „Nein“ zum Neubau. Was Bürgerini  tiativen und heftige Proteste auf den Plan ruft und letzten Endes das Land veranlasst, einzuspringen und fast die Hälfte der Kosten (600  000 Euro) für eine neue Brücke bereitzustellen. Übrigens steuern der Kreis Stormarn und die Nachbargemeinde Klein Wesenberg seinerzeit auch Gelder bei. Und nun – kurz vor dem Happy End – zeigt sich die Zielgerade dornenreich. Verdammt und zugenäht: Mal ist der Brückenkörper für eine Autobahnbaustelle zu groß. Mal fehlt die Transport-Genehmigung. Mal bläst der Wind zu stark. Und mal ist der Spezialkran kaputt. Ein böses Omen? Na wenigstens wurde jetzt schon mal der Stahlträger vor Ort eingehoben und die zügige Fertigstellung angepriesen. In welchem Jahr wurde allerdings nicht mitgeteilt ...
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