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Stormarner Tageblatt

20. August 2017 | 10:12 Uhr

Reinfeld : Hier finden alle ihren Rhythmus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Seit über zehn Jahren begeistert Richard Berkowski beim offenen Trommeltreff die Teilnehmer.

Es ist ganz schön laut, wenn 22 Menschen gleichzeitig auf ihre Djemben und Congas schlagen. Aber es klingt auch ganz wunderbar und sehr rhythmisch. Dabei besteht der Trommeltreff von Richard Berkowski aus bunt zusammen gewürfelten Teilnehmern – einige sind schon Jahre dabei, einige erst neu in der Runde. Trotzdem schaffen sie es, alle Rhythmen synchron zu schlagen. Weil Trommeln Struktur schafft. Eine komplizierte Rhythmusfolge zu schlagen erfordert Ordnung im Kopf – und die schafft Richard Berkowski durch einfache „Handzeichen“.

Wenn er die Arme nach unten bewegt, bedeutet das „leise schlagen“, wenn sie nach oben zeigen „lauter schlagen“. Das versteht jeder und es stellen sich schnell Erfolgserlebnisse ein. Trommeln – das sei Gemeinschaftsgefühl, Konzentrationsübung und Körperarbeit, erklärt der Trommellehrer, der den VHS-Kursus im Bildungszentrum seit über zehn Jahren betreut. Der Einstieg sei leicht, man brauche keinen großen Fähigkeiten, um einen Ton herauszubringen.

Berkowski nennt es „Circle Drumming“ und betont, dass es um das gemeinsame Spiel gehe und er nicht unterrichte. Vor allem solle das Trommeln ja Spaß machen. Und das tut es ganz offensichtlich – auch dank Berkowskis humoristischen Einlagen. Zwischen den einzelnen Trommelstücken




gibt es eine „kleine Instrumentenkunde“ – wie Berkowski es scherzhaft nennt.

Möglichst in aufrechter Haltung trommeln (da sei er aber leider nicht das beste Beispiel), nicht auf die Trommel „dreschen“, keine ausladenden Bewegungen machen, nur wenig Kraft und keinen „Riesenschwung“ verwenden und auf dem Trommelfeld die „umgekehrte Merkel-Raute“ machen. Das sehe doch schon mal sehr gut aus, lobt er die Teilnehmer, die heute besonders zahlreich erschienen sind.

„Zum offenen Trommeltreff kommen Anfänger und Fortgeschrittene zusammen“, erklärt er. Die Rhythmus-Folgen hat er selbst entwickelt. Für ihn auch eine gute Gelegenheit, seine eigenen Ideen



mal auszuprobieren. Seine Hauptmotivation sei aber der Spaß am Trommeln, am gemeinsamen Musikmachen. Und diese Begeisterung springt garantiert auf die Nachwuchs-Trommler über. Auch auf Biet (11), der heute zum ersten Mal dabei ist. „Das macht wirklich Spaß“, strahlt er. Man komme schnell rein, so der Fünftklässler. Nachbar Moritz (13) trommelt schon zwei Jahre und kann ihm Tipps geben. Die Schüler sind die Jüngsten in der Runde. „Altersgrenzen gibt es hier nicht. Meine älteste Teilnehmerin war 70 Jahre alt“, erinnert sich Berkowski, der den Reinfeldern von der Percussion-Gruppe „Zuschlag“ und den Norddeutschen aus diversen Radiosendungen- und Satiren bekannt ist.

Dann holt er die „Broomsticks“ (großes Foto) heraus. Die erzeugten eine zweite Klangwelt und hörten sich als Begleitung tatsächlich wie Schlagzeug an. Am Ende zeigt er den Teilnehmern noch einen Trick: den Randklick auf der Djembe. Bei der letzten Trommel-Improvisation an diesem Nachmittag zeigt Berkowski den „Full Stop“ – die Vollbremsung. Alle schlagen den gleichen Rhythmus, dann macht er ein Zeichen, und die Teilnehmer können nacheinander einen eigenen Rhythmus in die Improvisation mit einflechten. Es falle ja gar nicht auf, wie gut man dabei sei, schließlich hätten die anderen Trommler den Rhythmus ja vorher noch nie gehört, macht er den unerfahrenen Trommler mit einem Augenzwinkern Mut.

 

 


>Der nächste offene Trommeltreff findet am Sonntag, 22. Februar, ab 16 Uhr im Bildungszentrum, Ahrensböker Straße, statt. Weitere Informationen unter www.stadt-reinfeld.de.

 

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erstellt am 11.Feb.2015 | 11:43 Uhr

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