Bad Oldesloe : Hier dreht sich alles um Windräder

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Das Land informiert bei vier regionalen Veranstaltungen über die zukünftige Planung bei der Windenergie: Bad Oldesloe macht am 29. März den Anfang.

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20. März 2017, 16:14 Uhr

Die Landesregierung wird in vier regionalen Veranstaltungen über das Beteiligungsverfahren zur Windenergieplanung informieren. In Bad Oldesloe geht es am Mittwoch, 29. März, um Vorrangflächen in den Kreisen Segeberg, Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein sowie in Lübeck. Ab 18 Uhr werden in der Stormarnhalle die Entwürfe vorgestellt, über rechtliche Hintergründe informiert und erläutert, wie Bürger, Kommunen, Verbände und Initiativen Vorschläge und Bedenken einbringen können. Teilnahme nur nach Online-Anmeldung möglich: www.schleswig-holstein.de/windenergie. Die Plätze werden nach der Reihenfolge vergeben.

Im Dezember hatte die Landesplanungsbehörde die Teilfortschreibung mit 354 Vorranggebieten veröffentlicht. Planentwürfe, Karten und Datenblätter stehen unter https://bolapla-sh.de zur Verfügung, wo auch Stellungnahmen abgegeben werden können. Da sich die Pläne durch die Einwände und die Beteiligung von Kreisen und Kommunen noch ändern werden, wird es für den überarbeiteten Entwurf ein zweites Beteiligungsverfahren geben. Die neuen Pläne sollen 2018 in Kraft treten. Vorrang für Windräder ist viel mehr als eine Empfehlung: Auf diesen Flächen wird auf absehbare Zeit nichts anderes möglich sein, selbst wenn dort niemand ein Windrad aufstellen will, und Kreis, Gemeinde und Eigentümer sich einig sind, dort etwas anderes bauen zu wollen.

In Stormarn wurden bei Brunsbek, Hammoor, Heilshoop sowie ein Mal östlich und zwei Mal südlich Lasbek-Dorf zwar nur sechs Vorrangflächen vorgeschlagen, aber mindestens zwei davon sind mehr als umstritten. Die westliche der beiden Flächen zwischen Lasbek-Dorf und Mollhagen würde in der jetzigen Größe den geplanten Bau des Autohofs Hammoor verhindern. Dar war zwar mit Kiel abgesprochen, aber im Entwurf von den Kieler Planern nicht berücksichtigt. Das gilt auch für die Fläche zwischen A  21 und A  1 in Hammoor. In dem Dreieck hatte ursprünglich der Autohof entstehen sollen. Dem machte aber die Konzeption eines künftigen Autobahnkreuzes Bargteheide einen Strich durch die Rechnung, so dass die Gemeinde die Pläne für ein Gewerbegebiet nicht weiter verfolgte. Wirtschaftsförderer haben das Dreieck zwischen A  1 und A  21 als Potenzial für die in Zukunft dringend benötigten Gewerbeflächen in der Metropolregion auf der Rechnung. Rund 40 Hektar soll Stormarn laut Gutachten beisteuern, davon könnte ein großer Teil in Hammoor realisiert werden.

Den Landwirten als Grundeigentümern sind aber Windräder lieber: Die können in absehbarer Zeit gebaut werden, garantieren eine langfristige Rendite und das Land bleibt – anders als bei Gewerbegebieten – in Bauernhand. Nicht in den Windplan aufgenommen wurden Flächen bei Bad Oldesloe und Bargteheide sowie bei Barkhorst und Eichede, wo heute bereits Windräder stehen oder welche geplant waren (Bargteheide). „Die Belange des Freiraumschutzes, die an regionale Grünzüge geknüpft sind, setzen sich hier in der Abwägung durch“, heißt es in der Begründung. Bei den Flächen in Brunsbek, Hammoor und Lasbek klingt das zwar ähnlich, aber mit gegenteiligem Ergebnis: „Der bisher sehr großräumige Freiraumschutz von charakteristischen Landschaften und regionalen Grünzügen wird angesichts der energiepolitischen Zielsetzungen der Landesregierung zukünftig im Einzelfall anders gewertet... Um gleichwohl die Raumbelastung ... auf einem ... vertretbaren Maß zu halten, wird die Fläche als Vorranggebiet Repowering ausgewiesen. Damit ist sichergestellt, dass mit einer Bebauung auch Entlastungseffekte an anderer Stelle einhergehen.“

Heißt: Auf allen Stormarner Vorrangflächen mit Ausnahme von Heilshoop dürfen neue Windräder nur gebaut werden, wenn andernorts bestehende demontiert werden. Das sind Windmühlen auf den Flächen, die nicht in den neuen Plan übernommen werden. Die haben zwar Bestandsschutz, dürfen aber nicht aufgerüstet werden. Dass die Flächen unterschiedlichen Menschen gehören, ist aus Sicht der Planungsbehörde kein Hindernis. „Das hat an der Westküste gut funktioniert“, sagt Ulrich Tasch.

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