Bargteheide : Heute ist Ritters letzter Schultag

Tolga und Lian überreichten Lutz Ritter einen Regenbogen und eine weiße Wolke zum Abschied
Tolga und Lian überreichten Lutz Ritter einen Regenbogen und eine weiße Wolke zum Abschied

Der Leiter der Bargteheider Carl-Orff-Schule geht nach 46 Berufsjahren in den Ruhestand – und will sich beim Campen erholen

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10. Juli 2014, 17:02 Uhr

Gestern war ein großer Tag für Lutz Ritter. Viel Lob heimste der Leiter der Bargteheider Carl-Orff-Schule zu seinem Abschied ein. Heute hat er seinen letzten Arbeitstag, danach beginnt das Leben als Pensionär. Neun Jahre lang hat er die Grundschule geleitet, und das nach den vielen Bekenntnissen seiner Kollegen sehr erfolgreich.

„Schulleitung ist mehr als ein Job, es ist eine Berufung“, sagte Schulrat Michael Rebling. Ritter habe dabei viel Engagement und mächtigen Einsatzwillen bewiesen. Mit Empathie, Innovationskraft, Durchsetzungs- und Überzeugungsvermögen sei die Carl-Orff-Schule zu einem modernen Lernort geworden. Kooperatives Lernen und individuelle Förderung seien hier keine Fremdworte und Ritter habe stets ein offenes Ohr für Probleme mit Rat und Hilfe bewiesen.

Bürgervorsteherin Cornelia Harmuth überreichte ihm den Stadtfüller als Abschiedsgeschenk. „Lutz Ritter hat unter anderem die Organisation der offenen Ganztagsschule, den Bau der Mensa und die Betonsanierung begleitet.“ Im Arbeitskreis der Schulleiter habe er die gemeinsame Arbeit vorangetrieben, so seine Kollegin Brigitte Menell vom Kopernikus Gymnasium: „Wir haben ihn mit beiden Beinen auf dem Boden stehend erlebt.“

46 Berufsjahre liegen jetzt hinter ihm. Der Berufsweg führte über Grundschulen in Reinbek und Trittau nach Bargteheide. Er dankte der Stadt als Trägerin einer gut ausgestatteten Schule: „Ich muss hier nie Mangel verwalten, es wurden viele 100 000 Euro investiert.“

Mangel werde eher in Kiel verwaltet. „Die fehlenden Unterrichtsstunden an weiterführenden Schulen sind von vornherein eingeplant.“ Die Diskussion um Inklusion sei sogar grotesk: „Dafür ist zusätzliches, gut ausgebildetes Personal nötig.“ Diese Aufgaben blieben aber an den einzelnen Pädagogen hängen, die zugleich 25 Schüler betreuen müssten. Gute Lehrer wanderten auch deshalb in andere Bundesländer ab.

Der Trittauer ist begeisterter Camper und Sylt-Liebhaber, wo er seit 33 Jahren seinen Urlaub verbringt. Jetzt sollen es erstmals sechs Wochen werden. Mit seiner Frau Carmen, die als Lehrerin in Trittau jetzt ebenfalls in den Ruhestand geht, packt er schon den Wohnwagen. „Ich möchte mich erholen und Abstand gewinnen, auch an Haus und Hof muss vieles nachgeholt werden.“ Fehlen würden ihm zukünftig aber die vielen Gespräche mit den Kindern.

Die Leitung der Schule übernimmt jetzt zunächst Stellvertreterin Claudia Sievers. Am 1. Februar kommenden Jahres soll dann eine neue Schulleitung gewählt werden.



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