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Stormarner Wochenschau : Herzschmerz und Verpflichtung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die einen hängen dem Sozialismus nach und die anderen hätten gerne den ESV – den Einheits-Sport-Verein …

Ansteckend

Stormarn hat entschieden. Nun ist es müßig, im Nachgang über den Ausgang von Wahlen zu fabulieren – die Wähler haben halt so und nicht anders entschieden. Aber in dem Fall … doch … sie haben richtig entschieden: Sabine Tiedtke ist zum Mensch des Jahres gekürt worden. Natürlich hätten auch Hans-Peter Weiß und Friedhelm Meya die Auszeichnung verdient gehabt, keine Frage. Man muss Sabine Tiedtke erleben, mit welchem Feuer sie ihr Projekt Lebensweg für ein stationäres Hospiz vorstellt. Auch die Besucher der kleinen Feierstunde im Bürgerhaus, die nicht wegen ihr gekommen waren, waren hin und weg.

Diese Begeisterung gilt es nun am Leben zu halten, ja sogar noch stärker anzufachen, damit Sabine Tiedtke auch bei der nächste Woche beginnenden Abstimmung auf Landesebene gut abschneidet.

 

Lautsprecher

Der VfL macht schon wieder auf Dramaqueen. Großes Getöse und viel Herzschmerz, weil der Verein die Betriebskosten für das Kurparkstadion für zu hoch hält, nur einen Bruchteil zahlt und deswegen ab kommender Woche vor verschlossener Tür stehen wird. Eventuell droht sogar ein gerichtliches Mahnverfahren.

Nun sind Betriebskosten nichts, worüber man groß verhandeln kann. Der Verpächter muss sie nachweisen, dann werden sie anteilig umgelegt. Punkt. Die Stadt hat den Wirtschaftsplan genehmigt ... wenn einem das dann zu teuer ist, muss man es eben lassen. Das mag im konkreten Fall bitter sein, ist aber nicht zu ändern.

Schade, dass der VfL-Vorsitzende Detlef Rädisch mit Dreck in Richtung Türkspor schmeißt, statt einfach einen Zuschussantrag bei der Stadt zu stellen. Wenn der gut begründet ist, hat er mit Sicherheit Chancen auf Bewilligung.

 

Verpflichtung

Ob Fehmarnbeltquerung oder Autobahnbau, der gemeine Stormarner nimmt solche Projekte mit ziemlich stoischer Ruhe hin. In Ostholstein tobt wegen der Beltquerung und ihrer Folgen, vor allem des zunehmenden Verkehrs auf Straße und Schiene, seit Jahren ein erbitterter Kampf. Hier ist Ruhe. Beim Bau der A 20 gab es zwar auch hier Einwände und Klagen, von verbissenen Widerständen wie in Groß Grönau und Bad Segeberg war man aber weit entfernt. Nun das nächste Projekt. Weil Atomstrom nicht mehr sein soll, muss der Windstrom aus dem Norden zu den industriellen Zentren im Süden Deutschlands. Nicht irgendwie, sondern über fette 380 KV-Leitungen. Der Auftakt für die konkrete Planung wurde in dieser Woche in Bad Oldesloe gemacht. Minister Robert Habeck, aus Nordfriesland und Ostholstein einiges gewohnt, hatte sich auch hier auf Widerstand eingestellt. Der wurde aber allenfalls mal angedeutet. Man wird sehen, ob Tennet und das Ministerium das tatsächlich als „Verpflichtung“ begreifen, wie Habeck es formulierte. Hart auf hart könnte es kommen wenn sich Tennet für einen der drei möglichen Korridore entscheidet und das Prinzip zum Tragen kommt, dass man dort, wo es schon viele „Störungen“ gibt, noch einen draufsetzt. Der Verein Deutsche Umwelthilfe moderiert das Verfahren – bei dem es am Ende um die Frage geht, ob man den Schutz von Natur oder von Menschen höher bewertet.

 

Allseits entwickelt

Ahrensburg Feuerwehrleute haben nach den vielen Einsätzen wegen der Brandstiftungen ganz sicher eine Anerkennung verdient. Da waren sich auch alle Stadtverordneten einig, auch wenn es die Grünen waren, die den Antrag über 3500 Euro gestellt hatten. Die wollte Monja Löwer „den Kameradinnen und Kameraden“ für ein „Jahresendfest“ zukommen lassen. So hieß es offiziell in der DDR, weil es kein Weihnachten geben durfte. Wir hätten da noch mehr Empfehlungen. Vielleicht einen „Helden der Arbeit-Gedenktag“, einen Ehrendienst (Subbotnik) für soziale oder Umwelt-Arbeiten, Grilleta für vegetarische Hamburger. Selbst für den antifaschistischen Schutzwall sollte sich doch eine neue Aufgabe finden lassen. Schließlich gilt es doch auch hier, die allseitig und harmonisch entwickelte Persönlichkeit zu finden, die nicht mehr durch kapitalistische Faktoren wie Egoismus, Konkurrenzkampf und Perspektivlosigkeit begrenzt wird und bewusst das gesellschaftliche Leben gestaltet, die Natur verändert und ein erfülltes, glückliches, menschenwürdiges Leben führt.

 

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