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Tageblatt-Gespräch : Herausforderung Doppelbelastung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

VfB Lübecks Andre Senger müht sich redlich, Ausbildung und Regionalliga-Fußball unter einen Hut zu bringen. Im Interview spricht der Offensivspieler über die Doppelbelastung und das heutige Spiel gegen St. Pauli II.

Die kleine Durststrecke von drei Partien in Folge ohne Dreier konnte der VfB Lübeck in der Fußball-Regionalliga mit dem 2:0-Erfolg zuletzt im Auswärtsspiel in Rehden beenden. Heute nun soll auf der heimischen Lohmühle gegen die U 23 des FC St. Pauli der nächste Sieg nachgelegt werden. Im Tageblatt spricht Publikumsliebling und Flügelflitzer Andre Senger, der zuletzt aufgrund einer Mandelentzündung fehlte, über die anstehende Aufgabe gegen den Tabellennachbarn und den schmalen Grat zwischen Berufsausbildung und „Fußball-Karriere“.

Andre Senger, in Rehden haben Sie krankheitsbedingt gefehlt, was machen Sie heute Abend?
Ich denke doch, dass ich heute gegen den FC St. Pauli II spiele. Ich habe jedenfalls in dieser Woche voll mittrainiert.

Sie befinden sich aktuell in der Ausbildung zum Sport- und Gesundheitstrainer, arbeiten im Schichtsystem. Wie sehr beeinträchtigt der Beruf ihre fußballerische Karriere?

Das ist schwer unter einen Hut zu bekommen. Doch es geht nicht anders, ich bin jetzt 25 Jahre alt und muss so langsam auch an meine Zukunft denken. Während meiner Ausbildung kann ich nicht immer nur morgens arbeiten, um abends beim Fußball sein zu können. Das wäre unfair gegenüber meinen Kollegen.

 

Sie haben es aktuell auf neun Einsätze und 332 Minuten Spielzeit in der Regionalliga gebracht, dabei zwei Tore erzielt. Von Anfang an durften Sie fast nie ran, waren meistens als Joker gefragt. Ärgert Sie diese Rolle?

Ich stelle an mich natürlich andere Ansprüche. Aber ich kann ja nicht von meinem Trainer erwarten, dass er mich ständig von Beginn an in der Regionalliga einsetzt, obwohl ich oft unter der Woche fehle. Das ging in der SH-Liga, aber nicht in dieser Spielklasse.

Ist es in absehbarer Zeit denkbar, dass Sie wieder mehr Zeit in den Fußball investieren können und richtig durchstarten?
Priorität genießt im Moment meine Ausbildung, die ich erfolgreich abschließen möchte. Was danach kommt, wird man sehen. Lust anzugreifen habe ich aber natürlich noch. Ich bin ein Straßenfußballer, spiele schon fast 20 Jahre und hoffe noch höherklassig kicken zu dürfen. Doch im Moment ist es für mich eine Herausforderung, die Arbeit mit meinem Hobby zu verbinden. Das fällt mir nicht leicht, wenn ich um 18.30 Uhr aus dem Laden komme und dann direkt zum Spiel fahre.

Heute geht es mit dem FC St. Pauli II wieder gegen eines der starken Reserveteams in Liga vier. Was erwarten Sie?
Die haben uns in der Vergangenheit eigentlich immer gelegen. Dennoch gehe ich von einem engen Spiel aus, erwarte mit den ehemaligen Lübeckern Sebastian Jakubiak und Mustafa Zazai einen extrem motivierten Gegner.

Mit 2130 Zuschauern wurde gegen Braunschweig im letzten Heimspiel ein neuer Saisonrekord aufgestellt. Wird dieser gegen die Hamburger noch getoppt?
Das hoffen wir natürlich. Unter Flutlicht herrscht immer eine tolle Atmosphäre, die uns als Spieler zusätzlich anspornt. Mein Ziel ist es jedenfalls, jedem der den Weg auf die Lohmühle findet, etwas zurückzugeben. Das geht am besten mit einem Sieg.

 

Anstoß: Heute, 19.30 an der Lübecker Lohmühle.
SR: Tim Skorczyk (Salzgitter) mit den Assistenten Karl Wiatrek und Gerrit Gräbel.

Es fehlen: Bohnsack (Schambeinentzündung), Dümmel (Kreuzbandriss), Knechtel (Bänderanriss), Radina (Aufbautraining), Thiel (Kahnbeinbruch).

Fraglich: Christian Rave (Rückenprobleme) und Briant Alberti (Schulterverletzung).

Voraussichtliche Aufstellung: Toboll – Voß, Wehrendt, Marheineke, Steinfeldt – Nogovic, Meyer – Thomas, Pauer, Sirmais – Richter.

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erstellt am 24.Okt.2014 | 08:30 Uhr

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