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Bad Oldesloe: : Helfereinsatz für Flüchtlinge am Limit

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Migrationssozialberatung in Bad Oldesloe hat alle Hände voll zu tun und initiiert einen Runden Tisch, um ehrenamtliches Engagement besser koordinieren zu können.

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erstellt am 14.Sep.2015 | 06:00 Uhr

„Wir freuen uns. Wir wollen es gerne in die Hand nehmen, aber es ist halt alles eine Frage der Kapazität“, sagt Kirstin Schwarz-Klatt, Chefin der Migrationssozialberatung in Bad Oldesloe: „Wir bitten um Verständnis, dass Rückrufe nicht sofort kommen.“ Im Moment wird die Beratungsstelle, und nicht nur die, von einer Welle der Hilfsbereitschaft regelrecht überflutet.

Nach der Infoveranstaltung der Stadt trugen sich knapp 50 Menschen in die Listen der Diakonie ein, boten Hilfe oder Spenden an (wir berichteten). „Ich habe inzwischen noch 20 Leute dazubekommen“, sagt Nauwa Saleh von der Migrationssozialberatung. Auch von anderen Stellen trudeln Listen ein. Kirstin Schwarz-Klatt schätzt, dass inzwischen bestimmt 100 Freiwillige in den Startlöchern stehen. Das verwaltet sich nicht von alleine. Die Stadt will zwar eine hauptamtliche Stelle schaffen. Doch bis die tatsächlich besetzt ist, werden noch Monate vergehen.

Deshalb initiiert die Beratungsstelle jetzt einen Runden Tisch. In den nächsten Tagen sollen Einrichtungen und Vereine, die sich mit Flüchtlingen beschäftigen, eine Einladung zu der Sitzung Ende September bekommen. Dabei soll das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Der Diakonie schwebt vor, einen Freundeskreis ins Leben zu rufen. „Wir müssen das Rad ja nicht neu erfinden“, erklärt Schwarz-Klatt. Bargteheide ist in der Frage schon deutlich weiter und soll als Vorbild dienen.

Bad Oldesloe hatte bislang lediglich die Einrichtung an der Kampstraße. Die wird aber vom Kreis verwaltet. Bargteheide hat bereits viel mehr Erfahrungen gesammelt und entsprechenden logistischen Vorsprung. Erst seit Sommer müsse sich die Stadt um die Unterbringung von Flüchtlingen kümmern.

Sachspenden sollen an die Kleiderkiste von EfA (Essen für Alle) an der Ratzeburger Straße gegeben werden. „Wir sind ganz froh, dass EfA die Fahne hoch hält, die machen das schon seit Jahren und haben entsprechende Erfahrung“, sagt Kirstin Schwarz-Klatt. Auch EfA sei mit seinen Kapazitäten kurz vor dem Limit, aber im Hintergrund würden bereits Vorkehrungen getroffen.

Flüchtlinge, die nach Bad Oldesloe kommen, sind meistens bereits mit dem Nötigsten ausgestattet. Hygieneartikel sind deshalb hier nicht gefragt. Da die Einzelpersonen oder Familien nach Möglichkeit in Wohnungen vermittelt werden sollen, gibt es anderen dringenden Bedarf. „Wir brauchen Küchenhausrat wie Töpfe, Pfannen und Geschirr. Dann sind sie immer ganz dankbar“, weiß Schwarz-Klatt. Wer seine Spenden aus gesundheitlichen Gründen oder weil es zu viel ist, nicht in eine der zahlreichen Sammelstellen in der Stadt bringen kann, kann über Rosemarie Alberico unter (04531) 84568 auch eine Abholung vereinbaren.

Wenn die nackte Existenz erst mal gesichert ist, komme gleich die Frage nach Deutschkursen. Nuawa Saleh: „Sprache ist der Schlüssel.“ Unterricht und Kurse sind die Aufgabe von Profis. Zur Finanzierung hat die Diakonie ein Spendenkonto eingerichtet. „Wir suchen dringend Sprachpaten. Dabei geht es nicht um die Vermittlung von perfekter Grammatik, sondern mehr um alltagsbezogene Unterhaltungen, freies Reden, vielleicht mal eine Lektion aus dem Kurs vertiefen“, erklärt die Mitarbeiterin der Migrationssozialberatung. Ein bis zwei Stunden wöchentlich müssten Ehrenamtler dafür einbringen. Am Sonnabend, 19. September, können sich potenzielle Sprachpaten ab 15 Uhr beim Willkommens Café im Bürgerhaus über diese Möglichkeit informieren.

Bewerbungen als Sprachpaten nimmt Ganna Benke (0160 - 8877051) entgegen. Sie übernimmt auch die Vermittlung je nach den Wünschen und Hobbys der Beteiligten. Bei einer ersten Vorstellungsrunden können sich beide Seiten in der Beratungsstelle kennenlernen, wenn es passt, steht regelmäßigen privat vereinbarten Treffen nichts mehr im Wege.

Bei monatlichen Infoabenden in der VHS können sich Sprachpaten untereinander austauschen und erhalten Tipps für die Lösung von Problemen. Wer tiefer in die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen einsteigen möchte, für den bietet die VHS am 26. September und 21. November entsprechende Kurse an.

 

 

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