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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 05:04 Uhr

Neue Heizung : Heizen mit Knicks

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Trenthorster Öko-Institut sorgt mit einer moderner Anlage für CO2-neutrale Wärme. Es werden Holzhackschnitzel von eigenen Knicks verbrannt.

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erstellt am 07.Dez.2016 | 06:00 Uhr

„Wenn wir als Bundesinstitut für ökologischen Landbau nicht mit gutem Beispiel vorangehen, wer denn sonst?“, fragt Institutsleiter Dr. Hans Marten Paulsen. Nach langer Planungszeit ist die neue Hackschnitzel-Heizung jetzt im Probebetrieb. „Vorher haben wir das gesamte Laborgebäude und das Herrenhaus mit Öl beheizt, jetzt ist das Institut vollkommen autark“, freut sich Paulsen. Denn das Holz stammt von den institutseigenen Knicks und aus der Region, wird als Hackschnitzel in Wulmenau gelagert und dann – je nach Bedarf – nach Trenthorst gefahren und dort in einen Vorratsbunker verladen. Dieser fasst mindestens 120 Kubikmeter Hackschnitzel. „Wie oft wir nachfüllen müssen, wissen wir nach den ersten Betriebstagen natürlich noch nicht“, so Institutstechniker Bernd Hensel. Er schätzt, dass bei sehr tiefen Temperaturen zwei Mal wöchentlich befüllt werden muss. Das Holz müsse nicht völlig trocken sein. Rund 35 Prozent Feuchtigkeit seien sogar vorteilhafter für die Verbrennung. Die Trockenzeit betrage nur einen Sommer.

Vom Vorratsbunker wird das Brennmaterial mit einem Schubboden und über lange Rohre in den Heizkessel befördert. Dort herrscht eine Temperatur von 760 bis 980 Grad. Wenn genug Hackschnitzel im Kessel sind, wird der Zugang automatisch geschlossen. Die Asche wird durch ein Rohr nach draußen in ein Auffangbecken befördert. „Wir müssen erst einmal abwarten, wie viel Asche produziert wird. Diese wollen wir dann auf unseren Feldern wieder einsetzen. Sie enthält wichtige Phosphate für den Boden.“ Im 120 Quadratmeter großen Heizungsgebäude befindet sich ein 22  000 Liter fassender Pufferspeicher, von dem aus das auf 70 Grad aufgeheizte Wasser für die Heizung weiter in die Gebäude geleitet wird.

Schon lange habe das Trenthorster Institut mit dem Gedanken gespielt, völlig unabhängig heizen zu können. Ob die Rechnung auch finanziell aufgeht, hänge vom Ölpreis ab. Das Institut habe vorher 60  000 bis 70  000 Liter Öl pro Jahr verbraucht. Wichtig sei aber vor allem der ökologische Aspekt. „Wir wollen klimaneutral arbeiten und regenerative Energien verwenden“, erklärt der Institutsleiter. In Trenthorst ist bereits ein Projekt mit schnellwachsenden Bäumen angelaufen. „Das ist ein spannendes Forschungsthema“, so Paulsen. Lebensräume für Insekten und Kleintiere schaffen, regenerative Energien nutzen – dafür mache sich das Institut stark.

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