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Stormarner Tageblatt

20. September 2017 | 20:21 Uhr

Bad Oldesloe : Heiße Luft, härtere Gangart

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Moderator Carsten Kock verzichtet bei der zweiten Kandidatenrunde in der erneut übervollen Festhalle auf Samthandschuhe. Da wurde schon mal kritisch nachgehakt.

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erstellt am 26.Mai.2016 | 06:00 Uhr

„Willkommen zur zweiten von neun Bürgermeister-Vorstellungsrunden“, scherzte Moderator Carsten Kock. Wenn er diesen Andrang geahnt hätte, hätte er seinen Hauptwohnsitz nach Bad Oldesloe verlegt. Auch beim zweiten Termin war die Festhalle wieder überfüllt. Erneut musste der Zugang noch vor Beginn geschlossen werden. Auch diesmal war der Andrang größer als der Platz – zahlreiche Besucher mussten unverrichteter Dinge nach Hause geschickt werden.

RSH-Moderator Carsten Kock hatte im Vorwege angekündigt, dass etwa 80 Prozent der Veranstaltung wie beim ersten Durchgang ablaufen würden. Die Themen Kultur und Umwelt sollten zusätzlich eingebaut werden. Ein Fünftel Neues. Dafür lohnt es sich unter Umständen nicht, eine dreistündige Veranstaltung in der stickigen Festhalle nochmals über sich ergehen zu lassen. Interessant ist aber, zu beobachten, was die Kandidaten von sich aus ändern. Welche Lehren haben sie aus der ersten Runde gezogen?

Vor einer Woche war es nur CDU-Kandidat Jörg Feldmann, der bei seiner siebenminütigen Vorstellung nicht hinter dem Bistrotisch stand. Diesmal suchten, bis auf Maria Herrmann (SPD), alle mehr oder weniger deutlich die Nähe zum Publikum. Den auffälligsten Wandel vollzog Sebastian Schulz. Er hatte beim ersten Mal mit einer extrem kurzen Selbstdarstellung überrascht. Mit einem Stapel Karteikarten nutzte auch er diesmal mit einem bunten Programmmix natürlich von der Kitasituation über zwei Stunden kostenlos parken bis hin zu verstärkter Gewerbeansiedlung sein Zeitfenster voll aus. Den Lacher des Abends hatte er mit einem Versprecher auf seiner Seite, als er Unterstützung durch die Polizei forderte, aber die Politik meinte. So kann es kommen, bei drei Polizisten als Kandidaten.

Maria Herrmann und Jörg Lembke stellten ebenfalls konkrete Punkte aus ihrem Programm in den Mittelpunkt ihrer Reden. Lembke sprach diesmal nicht den Schutz des Kunstrasens auf dem Exer mit einem Zaun an, sondern brachte unter andrem Wlan-Hotspots zur Attraktivierung der Innenstadt und Maria Herrmann verzichtete in der Biografie darauf, die Redder-Retter zu erwähnen, sprach stattdessen die Hallenbad-Initiative an. Jörg Feldmann legte größeren Wert darauf, deutlich zu machen, warum es ein Vorteil sei, ihn als Nicht-Oldesloer zu wählen.

Carsten Kock führte wieder launig und kurzweilig durch das umfangreiche Abendprogramm – diesmal aber doch eine kleine Spur sticheliger. Da wurde dann schon mal eine Aussage von Jörg Feldmann als „vier Portionen heiße Luft“ geoutet und Sebastian Schulz musste sich beispielsweise Nachfragen gefallen lassen, was denn konkret mit „Schärfung des Profils“ gemeint sei.

Schon deutlich vor Ende wanderten die ersten Zuhörer ab. Zwei Fragen je Themenblock aus der Runde hatte Carsten Kock zugelassen – mehr kamen auch nicht wirklich und das Angebot, nach der offiziellen Runde noch mit den Kandidaten im Foyer an Talktischen ins Gespräch zu kommen, wurde auch nur sehr begrenzt in Anspruch genommen. Das Informationsbedürfnis – zumindest derer, die da waren – schien damit befriedigt zu sein.

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