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Große Veranstaltungsreihe : Heimatbund sicher: „Plattdüütsch leevt“

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Vom 18 bis 31. Oktober finden die 13. Plattdeutschen Tage Stormarn statt. Ging es anfangs noch darum, das Überleben des Plattdeutschen zu sichern, haben sich die Tage zur größten zusammenhängenden Veranstaltungsreihe dieser Art in Norddeutschland gemausert

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2013 | 00:34 Uhr

Plattdeutsch – das ist für Helmuth Peets und seine Mitstreiter mehr als nur eine Sprache. Es ist ein Lebensgefühl und vor allem ein Stück Heimat. Daher hat der Vorsitzende des Heimatbunds Stormarn vor dreizehn Jahren die Veranstaltungsreihe „Plattdeutsche Tage für Stormarn“ ins Leben gerufen. Seine Motivation lautete damals „Plattdüütsch mutt leven“. Heute weiß er laut eigener Aussage ganz sicher: „Plattdüütsch leevt“.

Was damals mit einer Veranstaltung in Bargteheide begann ist mittlerweile zur fest etablierten Veranstaltungsreihe geworden. Zwölf Angebote in 11 Orten gibt es in diesem Jahr. „Das Schöne ist, dass sich immer wieder neue Gemeinden melden und Interesse bekunden“, so Peets. Inzwischen seien die Plattdeutschen Tage in Stormarnd die größte zusammenhängende Veranstaltungsreihe ihrer Art in Norddeutschland.

Alle sind schon gespannt auf den 18. Oktober, wenn die große Eröffnung im Bargteheider Stadthaus gefeiert wird. Für den musikalischen Rahmen sorgt der Frauenchor „Just 8“, den plattdeutschen Inhalt liefern Harmut Cyriacks und Peter Nissen. Sie präsentieren ihre Übersetzungen von Harry Potter und Asterix ins Plattdeutsche.

Nissen und sein Kollege betreiben in Hamburg die einzige Plattdeutsch-Textwerkstatt der Welt. „Die niederdeutschen Literatur ist endlich, aber der Bedarf ist unendlich“, erklärt Nissen, das bis zur Gründung seiner Agentur gemeinsam mit Cyriacks in den 90er Jahren als Dramaturg am Ohnsorgtheater arbeitete. Für das ist er immer noch aktiv, wenn er Theaterstücke ins Plattdeutsche übersetzt.

In Bargteheide werden er und sein Kollege „Harry Potter un de grulig Kammer“, sowie „Asterix un de Törn för nix“ im Gepäck haben. Bei zweiterem handelt es sich um das erfolgreichste plattdeutsche Buch der Nachkriegsgeschichte.

Nach dem Auftakt geht es mit einigen Veranstaltungen bis zum 31 Oktober weiter. So lädt unter anderem Pastor Cord Denker am 20. Oktober wieder zu „Plattdüütsch in de Kark“ in Zarpen und der Ahrensburger Marstall präsentiert „Snack Platt mit Thomas Mann“.(21. Oktober). In Bad Oldesloe wird es im Bürgerhaus eine dialogische Lesung mit Antonie und Werner Otto von der Niederdeutschen Bühne Ahrensburg geben (23. Oktober).

„Wir haben einige Besucher, die kommen fast zu allen Veranstaltungen“, berichtet Peets. Das zeige, wie lebendig Plattdeutsch sei, auch wenn noch viel zu tun sei, um es wieder als eigenständige Sprache „und nicht nur als Klamauk oder Dialekt“zu etablieren. Am Programm für das nächste Jarhr arbeite er bereits.

 

www.heimatbund-stormarn.de

 

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