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Bad Oldesloe : Haus-Verkauf soll das Kino retten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eine Bargteheider Maklerin bietet das Oho-Center und das Hotel für 400 000 Euro an. Heinz Wittern soll nach dem Verkauf als Pächter wieder Filme zeigen.

Ist das jetzt der entscheidende Schritt zur Rettung des Oho-Kinocenters in Bad Oldesloe: Die Immobilie wird jetzt von einem Bargteheider Maklerbüro angeboten – für 400  000 Euro.

„Ich habe in den vergangenen Monaten ganz viel probiert, unendlich viele Gespräche geführt“, berichtet Kinobetreiber Heinz Wittern über die weitere Entwicklung nachdem er Insolvenz anmelden musste. „Ich habe mit sozialen Einrichtungen verhandelt, mit Stiftungen, Vereinen mit Norbert Leinius von der WAS. Es sind viele Ideen gewälzt worden, aber wir sind nicht weiter gekommen“, bilanziert der Unternehmer. Heinz Wittern: „Mein Ziel war immer, das Hotel abzustoßen. Das Kino ist mein Leben. Wir haben das Haus nicht vermietet bekommen, dann eben so.“

Dr. Steffen Koch ist vom Gericht als Insolvenzverwalter bestimmt worden. Der hat wiederum Nicole Göbel, geschäftsführende Gesellschafterin von Immobilien Vertrieb Nord aus Bargteheide, damit beauftragt, die Immobilien „zu verwerten“. „Sowas ist unser tägliches Geschäft“, erklärt die Fachfrau: „Wir arbeiten fast ausschließlich für Insolvenzverwalter. Wir müssen jetzt versuchen, die Gläubiger zu befriedigen.“

Heinz Wittern steht bei verschiedenen Gläubigern in der Kreide. Selbst wenn es gelänge, das Hotel an der Hamburger Straße zu verkaufen, würde der Erlös vermutlich nicht reichen, alle Schulden zu tilgen. Deshalb müssen die Gläubiger einem Verkauf zustimmen. Denn sie verlieren Geld. Eine Insolvenz dauert allerdings sechs Jahre. Innerhalb dieses Zeitrahmens, darf nur ein pfändungsfreier Betrag verdient werden. Alles weitere Geld wird zur Tilgung der verbliebenen Schulden verwendet. Nach dieser Frist, kann ein Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt werden.

Aufgabe von Nicole Göbel ist es jetzt, die Interessen der Gläubiger, des Insolvenzverwalters und von Heinz Wittern unter einen Hut zu bekommen und die bestmögliche Lösung zu finden. „Einfach ist unser Job nicht“, sagt die Bargteheiderin.

Glück für Heinz Wittern, denn die Immobilienexpertin kennt das Objekt genau. „Ich bin hier aufgewachsen. Das Kino ist ein Teil meiner Kindheit“, sagt sie. Deshalb will sie die Institution auch retten – indem sie es mit einem Pachtvertrag für Wittern verkauft.

Keine leichte Aufgabe. „Wir haben es hier mit zwei leerstehenden, sanierungsbedürftigen Immobilien zu tun und einem Pächter, der schon mal insolvent gegangen ist“, zählt sie auf. Andererseits müsste nicht nach einem Kinobetreiber gesucht werden. Auch die Kinotechnik ist auf dem aktuellen Stand. Göbel: „Von den drei Sälen haben zwei 3-D-Technik. Popcorn und Nachos – sowas gibt es hier in Bargteheide nicht, das wollen die Kinder aber haben.“

Kaum wird das Objekt angeboten, melden sich schon die ersten Interessenten. Vier Besichtigungstermine sind bereits vereinbart. „Da ist was am Laufen“, sagt die Maklerin erfreut.

Sie hatte schon Fälle, in denen die Gläubiger ihr nur zwei Wochen gelassen haben, um eine Lösung zu präsentieren. So einen Druck hat Göbel bei Kino und Hotel bislang nicht. Es bleibt also noch Zeit für Interessenten, aus dem Knick zu kommen. Einer möchte natürlich lieber heute als morgen, dass es voran geht. Heinz Wittern: „Ich wünsche mir über allem, wieder für Bad Oldesloe Kino machen zu können.“

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 06.Apr.2016 | 06:00 Uhr

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