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Bad Oldesloe : Haus ist jetzt endgültig baufällig

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Kleinwagen krachte in die Fassade eines alten Wohnhauses. Das muss jetzt wohl ganz schnell abgerissen werden.

Ihr Haus in der Lübecker Straße wollten Anja Riepert und ihr Mann zwar im nächsten Jahr abreißen lassen. Nun muss sie die Arbeiten aber wohl vorziehen. Eine 51-Jährige ist Sonnabendmittag mit einem Opel Corsa in die Hauswand gekracht. Die Frau war mit ihrem Kleinwagen aus dem Poggenseer Weg gekommen und wollte in die Lübecker Straße abbiegen. Dabei muss die Fahrerin das Steuer bei relativ hoher Geschwindigkeit komplett verrissen haben.

Der Wagen drehte sich um 90 Grad, rammte eine Ampel, fuhr über den Fußweg und prallte in die Fassade des Hauses. Wie durch ein Wunder blieben die Fahrerin und ihr Hund unverletzt. „Die Steine sind bis hinten an die Rückwand geflogen. Das ist Wahnsinn, was hier passiert ist“, war Anja Riepert noch Stunden nach dem Geschehen ziemlich mit den Nerven am Ende.

Die Polizei hatte die Unfallstelle relativ schnell wieder freigegeben und eine provisorische Absperrung vorgenommen. Doch um die Abholung des Unfallwagens hatte sich anscheinend niemand gekümmert. Als dann weitere Risse in dem baufälligen Haus aus dem 19. Jahrhundert auftauchten, alarmierten die Besitzer nach Absprache mit Bekannten die Oldesloer Feuerwehr.

Die Feuerwehrleute stellten tatsächlich relativ schnell fest, dass das Haus stärker als zunächst gedacht in Mitleidenschaft gezogen worden war. Deshalb wurde auch das Technische Hilfswerk hinzugezogen. Die Experten des THW ließen sich dann noch Hilfe aus dem Lübecker Ortsverband kommen, um die statische Sicherheit des Gebäudes festzustellen.

Wegen möglicher Einsturzgefahr wurden der Fußweg und die Bundesstraße stadteinwärts gesperrt. „Wir haben nach genauer Untersuchung festgestellt, dass eine akute Einsturzgefahr nicht besteht“, konnte Olaf Göttsche vom Oldesloer beruhigen, er wies aber auf den schlechten Allgemeinzustand des Gebäudes hin. „Das Haus hat mehr Probleme, als das Auto in der Wand, sagen unsere Experten. Da wird etwas passieren müssen“, so Olaf Göttsche.

Gemeinsam mit einem Abschleppunternehmen wurden der Unfallwagen aus der Fassade entfernt und das große Loch in der Mauer notdürftig durch das THW verschlossen. Die beschädigte Ampel wurde ebenfalls durch die Einsatzkräfte gesichert. Sie soll zeitnah repariert werden. Gegen 19 Uhr, rund sechs Stunden nach dem Unfall, waren die Aufräumarbeiten beendet. Nach aktuellen Einschätzungen wird der Abriss nun früher auf die Familie Riepert zukommen. Die will prüfen lassen, ob die Unfallverursacherin eventuell dafür haften muss. „Wir wollten definitiv nicht mehr dieses Jahr abreißen. Da kann ich jetzt nicht auf den Kosten sitzenbleiben“, so Anja Riepert. Einzig positiv sei, dass niemand zu Schaden kam. Es sei nicht vorstellbar, was passiert wäre, hätte gerade jemand an der Ampel gewartet.

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erstellt am 04.Dez.2016 | 20:00 Uhr

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