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Plattdeutsche Tage : Harry Potter und Asterix op Platt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die 13. Plattdeutschen Tage in Stormarn werden am Freitag in Bargteheide eröffnet. Der Heimatbund bietet bis Ende Oktober ein breites Spektrum der Unterhaltung.

Am Freitag, 18. Oktober, werden um 19.30 Uhr in Bargteheide die 13. Plattdeutschen Tage für Stormarn eröffnet. Am Start sind Hartmut Cyriacks, Peter Nissen und Just 8 mit „Harry Potter und Asterix op Platt“. Bis zum 31. Oktober findet eine Vielzahl von Veranstaltungen im gesamten Kreis statt mit dem Ziel, möglichst viel für den Erhalt und die Pflege der Plattdeutschen Sprache in allen Lebensbereichen zu tun.

Wenn wir heute Comics, Goethes Faust und andere Werke der Weltliteratur auf Plattdeutsch hören oder lesen können, so haben wir das meist dem Bargteheider Peter Nissen und seinem kongenialen Partner Hartmut Cyriacks zu verdanken. Der gebürtige Nordfriese und der Mann von der Weser haben sich die Aufgabe gestellt, bekannte und bedeutende Werke der Literatur „Platt zu ma-chen“ und in die Plattdeutsche Sprache zu übertragen. Mehrjährige Engagements beim Hamburger Ohnsorg-Theater und dem NDR und viele Auszeichnungen waren die Folge. Seit 1994 betreiben die beiden gemeinsam eine Textmanufaktur in Ottensen. Ob es nun Übersetzungen von Theaterstücken, Harry Potter, Asterix, Hörspiele oder Synchronbücher für das Fernsehen sind, meistens ist das Ergebnis plattdeutsch.

Am 18. Oktober haben die Besucher des Eröffnungsabends der 13. Plattdeutschen Tage gute Gelegenheit, die vielseitigen Ergebnisse dieser Arbeit am Beispiel von „Harry Potter“ und „Asterix“ live zu erleben. Musikalisch umrahmt wird die vergnügliche Textauswahl von dem beliebten Bargteheider A-cappella-Ensemble Just 8. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Stadthaus, Bargteheide. Der Eintritt kostet 10 Euro, Karten gibt es an der Abendkasse.

 

Snackt Platt mit Thomas Mann! Eine persönliche und unterhaltsame Buddenbrooks-Betrachtung von und mit Volkert Ipsenfindet am am 21. Oktober, um 19.30 Uhr im Ahrensburger Marstall. „Buddenbrooks“ – ein plattdeutscher Roman? Ja - das meint zumindest Vol-kert Ipsen, Liedermacher, Plattsnacker von der Pharisäerinsel Nordstrand und Schulmeister in Lübeck. „Ok wenn in de Roman ’n beten veel Hochdüütsch binnen is“, lohne es doch, den Niederdeutsch-Anteilen in dem Jahrhundert-Roman nachzugehen. Natürlich wird der berühmte Schlagabtausch zwischen dem Konsul Buddenbrook und dem plietschen Hafenarbeiter Corl Smolt vorgetragen und analysiert werden, aber auch andere Passagen, die der einstmals ganz und gar niederdeutschen Giebelstadt und ihren Bewohnern gewidmet sind. So weist Ipsen auf amüsante Weise nach, dass Buddenbrooks eigentlich ein plattdeutsches Buch mit etwas viel Hochdeutsch ist. Eintritt kostet 8 Euro, Karten es an der Abendkasse.

„Lüttjepütt“ – Kinnerfragen över de Welt, eine szenische Lesung nach dem Buch von Johann D. Bellmann mit Antonie und Werner Otto und Cord Denker findet am
am 23. Oktober um 19.30 Uhr im Oldesloer Bürgerhaus, Mühlenstraße 22. In einem Dorf auf einem Bauernhof lebt ein kleiner Junge mit seiner Familie, die ihn liebevoll „Lüttjepütt“ nennt. Klug ist der kleine Kerl und er schaut mit aufmerksamen Augen in die Welt, und er möchte alles wissen. Alles ...! Deshalb stellt er den Menschen, mit denen er zusammenlebt, viele Fragen zu dem, was ihm so auffällt im Laufe eines Jahres, in der Natur, in seiner Umgebung, im Verhalten der Erwachsenen untereinander. Lüttjepütt stellt Fragen zu Gott und der Welt.

Nicht selten bekommt er ausweichende oder gar rätselhafte Antworten, ernsthafte und humorvolle, meist aber verschmitzt hintersinnige. Was sich zunächst nur als eine scheinbar lose Folge reizvoller Einzelgespräche zwischen dem kleinen Jungen und seinen Eltern, Großeltern, Onkel Hinnerk und dem Landarbeiter Maihöfer darstellt, das entwickelt sich hintergründig zu einer Geschichte, in der die Erwachsenen die Hauptrolle spielen und philosophische Fragen kindgerecht vermittelt werden. Aus der Stimmung oder dem Charakter des Gegenübers, dem Lüttjepütt gerade zuhört, ergeben sich spannende Antworten. Johann D.Bellmann gelingt es so meisterhaft, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen.

„Lüttjepütt“ gehört zu den bedeutendsten Werken der niederdeutschen Gegenwartsliteratur und hat inzwischen Kultcharakter erlangt. Antonie und Werner Otto von der Niederdeutschen Bühne Ahrensburg tragen den Text in einer szenischen Lesung vor, was seine Wirkung eindrucksvoll unterstreicht. Eine besondere Note bekommt die Lesung durch die stimmigen Liedbeiträge von Cord Denker aus Bargteheide. Der Eintritt kostet 8 Euro. Karten gibt es bei der VHS und an der Abendkasse.

 

„Gassi Gahn! – niege Plattdüütsche Vertellen vun't Land“. Matthias Stührwoldt, der Shooting-Star der Plattdeutsch-Szene, gastiert am 25. Oktober in Todendorf: Mit Matthias Stührwoldt hat der Heimatbund den wohl erfolgreichsten jüngeren plattdeutschen Autor nach Todendorf holen können. Rund hundert Auftritte pro Jahr haben ihn in Schleswig-Holstein bekannt gemacht, nicht zuletzt seine Beiträge zur Sendereihe „Hör mal’n beten to“ im NDR. Stührwoldt ist nicht nur überzeugter Öko-Milchbauer, sondern auch überzeugter Plattschnacker. Seine Texte sind peppig, provokant und mit einer Portion (Selbst-)Ironie und treiben seinen Zuhörern manche Lachträne in die Augen. Mit seinen Geschichten gelingt es ihm, jung und alt in seinen Bann zu ziehen. Der Plattdeutsche Abend beginnt um 19.30 Uhr im Mehrzweckhaus, Rönnbaum 14, und kostet 8 Euro Eintritt.

 

„Kinner un Grote snackt platt“, lauetet ein plattdeutscher Abend mit Christa Heise-Batt und Kindern der Grundschule Alte Alster am 28. Oktober 2013 in Bargfeld-Stegen. „Moin Moin leve Lüüd, mitünner snackt wi ok Plattdüütsch“ heißt es auf der Homepage der Grundschule Alte Alster in Bargfeld-Stegen. Und das ist reichlich untertrieben! Die Schule hat sich regelmäßig und mit Erfolg an den landes-weiten Lesewettbewerben „Schölers leest Platt“ teilgenommen und ist seit den Anfängen der Plattdeutschen Tage für Stormarn vor 13 Jahren immer wieder aktiv dabei, unter anderem mit dem Stück „De Haas un de Swinegel“. Wie gut die Kinder Platt snacken können, wollen sie unter Beweis stellen, wenn es heißt „Kinner un Grote snackt platt“. Und als "Grote" haben sie sich keine Geringere als die Norderstedter Kulturpreisträgerin Christa Heise-Batt ausgesucht, die zu den ganz Großen der Plattdeutschszene gehört und ebenfalls häufig bei den Plattdeutschen Tagen zu Gast war. „Laat de Gören Plattdüütsch snacken“, ist ihre Forderung, und deshalb freut sie sich schon sehr auf den gemeinsamen Abend mit den Gören ut Bargfeld-Stegen“. Und auch alle Besucher können sich auf ein ganz besonderes Ereignis freuen.
Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr und im Bürgerhaus. Der Eintritt kostet fünf Euro (Abendkasse).

 

Termine:

>Freitag, 18. Oktober, 19.30 Uhr im Stadthaus, Bargteheide, „Harry Potter“ und „Asterix“ mit Hartmut Cyriacks, Peter Nissen und Just 8.

>Montag, 21. Oktober, 19.30 Uhr im Marstall, Ahrensburg: „Snackt Platt mit Thomas Mann“ mit Volkert Ipsen;

>Mittwoch, 23. Oktober, 19.30 Uhr im Bürgerhaus, Bad Oldesloe: „Lüttjepütt“ mit Antonie und Werner Otto und Cord Denker;

>Freitag, 25. Oktober, um 19.30 Uhr, Mehrzweckhaus Todendorf: „Gassi gahn – niege plattdüütsche Vertellen“ mit Matthias Stührwoldt;

>Montag, 28. Oktober, 18 Uhr, Bürgerhaus Bargfeld Stegen: „Kinner un Grote snackt Platt“ mit Christa Heise Batt und Kindern der Schule Alte Alster.

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