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Stormarner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 00:39 Uhr

Bargteheide : Happy-End nach Feuerdrama  

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Schock sitzt tief, als im März die Tischlerei in Flammen aufgeht. Doch Hilfe kommt von allen Seiten. Und nur Monate später sind die Weichen voll auf Zukunft gestellt. Ein Happy-End nach verheerender Feuersbrunst.

Es war ein verheerender Brand in der Nacht zum 22. März dieses Jahres. 240 Einsatzkräfte waren bei den Löscharbeiten für die Tischlerei Dohmen & Ardelt im Einsatz. Sie konnten aber nicht verhindern, dass der Holzbau im Bargteheider Industriegebiet Langenhorst durch die Flammen weitgehend vernichtet wurde. Jetzt steht bereits der Rohbau für den Betrieb, Anfang November soll er fertig sein.

Als Brandursache ermittelte die Kripo einen technischen Defekt. „Im Bereich der Spanabsaugung soll das Feuer ausgebrochen sein“, sagt Lars Dohmen. Glück im Unglück: Der Betrieb war gut versichert. Und er kann auf die Solidarität der Handwerkskollegen und vieler Kunden zählen.

„Wir haben schnell Unterschlupf bei den Kollegen Stefan Marquardt und Bernd Feddern gefunden“, freut sich Dohmen. Das Büro wurde in die Firma Infoplus verlegt. Drei Tage nach dem Brand seien schon die ersten Aufträge eingegangen. Kein Kunde sei abgesprungen, alle hätten viel Verständnis gezeigt. Auch die Belegschaft bleibe dem Betrieb treu. „Wir haben sogar einen weiteren Mitarbeiter eingestellt“, betont Lars Dohmen.

Vor 13 Jahren hat er sich mit Roland Ardelt zusammengetan und den Betrieb eröffnet, inzwischen beschäftigen sie zwölf Mitarbeiter. Beide sind Tischlermeister und Betriebswirte des Handwerks. „Erst nach solch einem Unglück merkt man, wie wichtig die Daten sind“, so Ardelt: „Das war eine Zitterpartie.“ Mit seinem Kompagnon konnte er die Festplatten aus den verkohlten Computern retten: „Wir konnten sie zu 100 Prozent sichern.“ Letztes Zeugnis des Großbrands ist eine alte Eiche im benachbarten Knick. Die Zweige sind zum Teil verbrannt. „Sie hat viel abgekriegt, treibt aber wieder kräftig aus“, freut sich Ardelt.

Die Neubauten sind mit insgesamt 1250 Quadratmetern Nutzfläche etwa doppelt so groß wie ihr Vorgänger. Das vordere Gebäude wird im Obergeschoss einen Ausstellungsraum für Möbel, Küchen, Türen und Fenster. Ein kleineres Gebäude auf dem rückwärtigen Grundstück ist für die Bauabteilung vorgesehen. Im Obergeschoss möchte sich ein Maler einmieten und es wird eine Wohnung für einen Gesellen erstellt.

Beide investieren einen einstelligen Millionenbetrag für den Neuaufbau. Er erfüllt den KfW-Standard 55, eine Luft-Wärmepumpe unterstützt die Wärmeversorgung und auf dem Dach wurde bereits eine Photovoltaikanlage installiert. „Holz ist nach wie vor ein guter Werkstoff“, erklärt Dohmen. Denn bei einem Steinhaus sei der Dachstuhl ebenso ein Schwachpunkt, eine Stahlhalle biege sich bei einem Brand schneller durch als eine Holzkonstruktion: „Holz macht deutlich mehr mit.“

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