Großfeuer : Hammoor kommt nicht zur Ruhe

In der denkmalgeschützen Bauernkate standen auch noch diese beiden alten Räucherkamine.
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In der denkmalgeschützen Bauernkate standen auch noch diese beiden alten Räucherkamine.

Erneuter Brand in der Gemeinde: Alte Bauernkate ging in Flammen auf und Nachbarn wurden aus dem Schlaf gerissen.

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15. Juni 2015, 06:00 Uhr

Wieder einmal gab es ein Feuer in Hammoor. Dieses Mal brannte eine 300 Jahre alte Bauernkate in der Hauptstraße bis auf die Grundmauern nieder.

Um 4.30 Uhr am Sonntagmorgen schrillten die Alarmempfänger in Hammoor, Todendorf und Tremsbüttel. Unter dem Einsatzstichwort „Feuer Groß“ wurden die drei Freiwilligen Feuerwehren in die Hammoorer Straße „Kamp“ gerufen. Der Einsatzort liegt gerade einmal 100 Meter vom Gerätehaus der Wehr entfernt. Doch als die ersten Einsatzkräfte anrückten, stand die mit Reet gedeckte Kate schon in Vollbrand. Von allen Seiten gingen die Feuerwehrleute mit Strahlrohren gegen die Flammen vor, schützten aber auch die in unmittelbarer Nachbarschaft stehenden Häuser.

Die Nachbarn waren aus dem Schlaf gerissen worden, standen vor ihren Häusern und mussten mit ansehen, wie die denkmalgeschützte Bauernkate ein Raub der Flammen wurde. „Bei uns hat ein Mann Sturm geklingelt und gerufen, dass es brennt und wir aus dem Haus kommen sollten“, sagt eine Nachbarin. Der Mann sei dunkel gekleidet gewesen, aber sie kenne ihn nicht. So schnell, wie der Mann da war und klingelte, so schnell sei er auch wieder verschwunden gewesen, erklärte die Frau. Natürlich habe sie das der Polizei mitgeteilt und auch auf mögliche Spuren an der Klingel hingewiesen, doch die Beamten hätten nur ihre Personalien aufgenommen und an Spuren kein Interesse gezeigt.

„Wer macht so etwas nur und warum?“ Michael von Steuben, dem das Haus gehört, ist fassungslos. Er war an den Brandherd geeilt und musste mit ansehen, wie sein Eigentum in Flammen aufging. „Die Feuerwehr leistet großartige Arbeit, aber hier war nichts mehrt zu retten“, sagte von Steuben. Vor 15 Jahren hatte er das Haus gekauft, wollte es selbst renovieren und nutzen. Doch dann hatte er keine Zeit mehr für die Renovierungsarbeiten und fand ein neues Zuhause im nur wenige Kilometer entfernten Lasbek-Gut. Die alte Bauernkate stand daher schon seit einiger Zeit zum Verkauf und war auch unbewohnt.

Die Feuerwehrmänner und -frauen aus Hammoor sind genervt. „Wir helfen, wann immer es von uns gefordert wird. Wenn aber immer wieder etwas mutwillig angezündet wird, ist das ärgerlich. Das geht auch bei uns irgendwann an die Substanz“, sagte Gemeindewehrführer Hans Kunde, der am liebsten gar nichts mehr sagen möchte. „Das ist doch alles nicht mehr normal. Immer wieder brennt es bei uns in Hammoor.“ Die Ermittlungen der Polizei laufen inzwischen an. Neben den Schutzpolizisten aus Bargteheide kommt auch der zentrale Kriminaldauerdienst (ZKD) aus Lübeck zur Einsatzstelle.

Die Brandstelle wurde von der Polizei beschlagnahmt. Die Ermittlungen zur Ursache dauern an. Während des Einsatzes war die L  89 zwischen Hammoor und Bargteheide innerhalb der Gemeinde voll gesperrt. Verkehrsbehinderungen gab es nicht.

Zuletzt wohnten vor vielen Jahren zwei ältere Frauen in der Kate, in der früher sogar zwei Kühe auf der einen Seite und sechs Schweine auf der anderen Seite gehalten wurden. Im Innern der Kate wurden Schinken und Würste geräuchert. Vor einiger Zeit kaufte ein Bäcker aus Hammoor das Gebäude, ließ es unter Denkmalschutz stellen. Vor 15 Jahren schließlich erwarb es der jetzige Eigentümer, wie bereits erwähnt. Wie es nun weitergeht, ist unklar. Die „Alte Räucherkate“ wurde für eventuelle Ausbauten größtenteils entkernt, so dass das Holzständerwerk komplett sichtbar war. Der Fußboden wurde sogar ausgeschachtet, um alle Holzteile sehen zu können. Im Inneren finden sich noch der antike Kachelofen mit in Ochsenblut getränkten Kacheln sowie der im Original erhaltene doppelte Schwibbogenherd. Das Angebot zum Kauf belief sich auf 185  000 Euro.

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