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Neues Baugebiet : Hamberge geht ganz neue Wege

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Endlich erster Spatenstich für Baugebiet und Premiere im Amt Nordstormarn: Die Gemeinde vermarktet und erschließt das Gelände selbst. 76 Wohnungen sollen in zwei Bauabschnitten entstehen.

Nach 13 Jahren Planungen konnte gestern bei strömendem Regen endlich der erste Spatenstich für das neue Baugebiet „Haferkoppel“ gemacht werden. 2002 war der Bund noch Eigentümer des insgesamt zehn Hektar großen Grundstücks. Er hatte den Hansfelder Hof und die dazugehörigen Flächen im Zuge des Ausbaus der A  20 erworben. „Anschließend ging das Gebiet an die Landgesellschaft“, erinnert sich Bürgermeister Paul-Friedrich Beeck (CDU).

Zähflüssig zogen sich die weiteren Planungen bis 2008 hin. Dann habe die Wirtschaftskrise der Landgesellschaft den Mut genommen, so dass die Gemeinde Hamberge das Grundstück kaufte und die Planungen vorantrieb. „Damals war unser Ehrenbürger Gerd Dunker noch zuständig. Ihm und den Gemeindevertretern haben wir es zu verdanken, dass wir nun mit der Erschließung von insgesamt 76 Wohnungen in zwei Bauabschnitten beginnen können“, so Beeck. Er betont, dass die Gemeinde mit dem Baugebiet neue Wege beschreite: „Die Gemeinde vermarktet und erschließt das gesamte Gelände selbst. Das war bisher im Amt Nordstormarn nicht üblich.“

38 Grundstücke – zwischen 528 und 741 m² zum Quadratmeterpreis von 150 Euro – sollen bereits am Sommer 2016 bebaubar sein. „Mit der Erschließung der Gesamtfläche für alle 76 Grundstücke wollen wir bis Ende August nächsten Jahres fertig sein“, erläutert Gert Schimming von der EDS-Planung GmbH. 50 Interessenten hätten sich bereits für die ersten Grundstücke beworben. Die Bewerbungsfrist für den ersten Bauabschnitt läuft am 15. November ab. Bevorzugt behandelt werden Bewerber, die selbst in Hamberge wohnen oder einen persönlichen Bezug zur Gemeinde haben. „Ziel ist es, dass auch Kinder und Enkel von Hambergern hierher ziehen oder wiederkommen“, so Albert Iken, stellvertretender Bürgermeister und Amtswehrführer. Ansonsten entscheide das Los, damit jeder die gleichen Chancen habe, so der Bürgermeister. Eine Versammlung zur Vergabe der Grundstücke in Beisein eines Notars ist geplant.

Der junge Hamberger Architekt Maik Kofler wird sich um die persönliche Beratung der Käufer und um die Vergabe kümmern. Diese Aufgabe hätte die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Gemeinde überfordert, erklärt Beeck.

Die Ausschreibung für die Erschließung hat die Firma Euronia gewonnen, die mit ihrem Angebot 180  000 Euro unter den veranschlagten Kosten lag. Die Gemeinde habe mit großem Risiko im Vorwege viel investiert. 3,5 Millionen Euro wurden als Kosten für das Baugebiet insgesamt veranschlagt. Beeck: „Das überschreitet doch unser Haushaltsvolumen erheblich.“ Die Gemeinde ist sich jedoch sicher, alle Grundstücke verkaufen zu können. Die Lage im Grünen am Ortsrand, die Nachbarschaft zu Lübeck und die idealen Verkehrsanbindungen sprächen für sich.

Angrenzend an das neue Baugebiet verlaufen die Überlandstromtrassen. „Die neue 380-KV-Leitung haben wir ja erfolgreich verhindern können“, sagt Iken. „Das Gebiet ist durch die überdimensionierten Lärmschutzwälle an der A20 das ruhigste Gebiet in Hamberge“, so Beeck. Damals hätten die Hamberger gegen den Bau der A  20 heftig protestiert, erinnert sich Iken.: „Im Nachhinein haben wir festgestellt, dass der Lärmschutz inzwischen so gut geworden ist, dass die erwarteten extremen Beeinträchtigungen ausgeblieben sind.“

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erstellt am 07.Nov.2015 | 08:00 Uhr

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