Hallo Amerika - wir kommen!

Lockruf der Ferne: Ehepaar Leichsenring per Wohnmobil sechs Monate lang unterwegs - Advent in New York inklusive

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16. März 2013, 03:59 Uhr

Bad Oldesloe | Beneidenswert, wer sein Leben lang gespart hat, im wohlverdienten Ruhestand geistig und körperlich fit ist und sich dann endlich seinen langgehegten Traum erfüllen kann. Das Bad Oldesloer Ehepaar Leichsenring kann es, lebt diesen Traum und genießt die gemeinsame Leidenschaft fürs Reisen "in vollen Zügen". Damit sind nun nicht proppevolle Bahnwagen gemeint. Nein, es geht auf die ganz klassisch-rustikale Art, per Wohnmobil, in die Welt hinaus.

Nach zwei monatelangen Touren durch USA und Kanada (70 000 km, 2011) sowie Marokko (4600 km, 2012), zu denen - wie berichtet - jeweils ein Bildband vorliegt - zieht es Gabriele und Wolf Leichsenring nun erneut in die Ferne - und zurück nach Kanada und, klar, Amerika. "Ein herrlich-leichtes Land zum Leben", schwärmt der frühere stellvertretende Schulleiter des Eckhorst Gymnasiums und ausgebildete Opernsänger und spürt bereits ein leichtes Kribbeln.

Die Vorfreude sei fast wie Lampenfieber vor einem Opern abend, merkt der 66-Jährige lächelnd bei der Vorstellung des neuen Abenteuers auf vier Rädern beim Stormarner Tageblatt an. Denn die Leichsenrings werden für Stormarn quasi das "Fenster nach Nordamerika" sein und als Tageblatt-"Auslandskorrespondenten" über ihre Eindrücke und Erlebnisse, Begebenheiten und Besonderheiten berichten - und wir die Leser auf dem Laufenden halten.

Aber erst einmal berichtet Wolf Leichsenring in der Redaktion, wie die Mega-Tour abläuft, wo es langgeht: "Die grobe Wünschelroute steht." Erst einmal wird das Hymer- Wohnmobil am 10. April von Hamburg aus für 6000 bis 6500 Euro Richtung Kanada verschifft. Das Ehepaar fliegt am 30. April hinterher und holt sein rollendes Heim am 1. Mai in abgespeckter Form in Halifax ab: Kleidung, Campingausrüstung und anderes Equipment dürfen während der Verschiffung an Bord ihres rollenden Wohnschiffs sein. Und auch ein viertelvoller Tank ist okay. Mehr aber nicht. "Kein Proviant. Gasflaschen, Frischwassertank - alles muss leer sein. Damit rüsten wir uns vor Ort aus", so der passionierte Camper. "Alles kein Problem", sagt er ganz locker. Wolf Leichsenring und seine Frau Gabriele, früher selbst Lehrerin - die heute gerne auch gerne malt und dichtet - sind, was das Reisen per Wohnmobil angeht, halt "alte Hasen".

"Es ist ein Segen, dass wir so etwas machen können. Wir wollen es beide, mögen das", sagt er und bringt es für sich auf den Punkt: "Heimweh schmerzt, aber Fernweh schmerzt noch mehr!"

Der Schmerz ist bald vorbei: Dann setzen sie mit ihrem abgeholten Hymer per Fähre in etwa zweieinhalb Stunden von Halifax nach Neufundland rüber. Dort werden sie einige Zeit verbringen, das große Eisberg-Treiben und das Hereinkommen der Wale beobachten. "Eventuell gehts auch noch rüber nach Labrador." Aber auf jeden Fall weiter durch Kanada bis Winnipeg, wo beide einen Freund aus Alaska, der natürlich auch im Wohnmobil anrauscht, treffen und mit ihm gemeinsam einige Tage durch die Lande fahren werden. Im Juli wollen sie US-Bundestaaten wie Minnesota, Wisconsin und Iowa unsicher machen und Anfang August in Illinois einen guten Freund, den ehemaligen Eckhorst-Schulleiter Christian Wendt, vom Flughafen in Chicago abholen und mit dem einige Tage zusammen in ihrem Wohnmobil reisen.

Von September an sind die Neuenglandstaaten (Indian Summer) dran - alles unter Vorbehalt. Fest steht: Am 27. November wird das Wohnmobil von Baltimore wieder verschifft und das Ehepaar den Zug nach New York nehmen, um dort das 1. Adventswochende zu verbringen. Am 2. Dezember heißt es dann wohl schweren Herzens "good-bye!" Die Leichsenrings fliegen nach Hause - mit sicherlich mehr als einem Lächeln im Gesicht und unendlich vielen Eindrücken im Gepäck. Bis zum Reisestart gilt es erst einmal, den logistischen Kraftakt zu bewältigen, Formulare akurat auszufüllen und bloß nichts Wichtiges zu vergessen. Bevor das Wohnmobil verschifft wird, werden wir dem Ehepaar aber noch einen Besuch abstatten und fragen: Wie läufts, alles klar!?

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