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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 03:15 Uhr

Ahrensburg : Hafencity statt Lindenhof

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Preisgericht kürt die Hamburger DFZ Architekten zum Sieger des Wettbewerbs für Filet-Grundstück.

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erstellt am 11.Okt.2014 | 08:15 Uhr

Die Hafencity hält Einzug in Ahrensburg. Ein Entwurf des Büros DFZ Architekten hat den Wettbewerb um die Gestaltung des Lindenhofs gewonnen. Und der erinnert doch schwer an den neuen Hamburger Stadtteil mit seiner auffälligen Architektur.

„Passt das wirklich zu Ahrensburg? Diese Fragen haben wir uns natürlich bei jedem Entwurf gestellt“, verrät Jörg Hansen, der für die Grünen im Preisgericht saß. „Es ist nichts völlig Abgehobenes, was gar nicht zum Rest von Ahrensburg passt“, findet er. Natürlich ist Hansen sich bewusst, dass der Entwurf Diskussionen auslösen wird. Hansen: „Das ist aber bei jedem Bauprojekt so.“

Thomas Bellizzi (FDP) findet: „Unter den eingereichten Entwürfen sticht der Sieger positiv heraus. Aber es gab eben nur sechs Vorschläge. Es ist viel Hafencity, was man nicht gleich mit Ahrensburg identifiziert.“

Nach langer politischer Diskussion hatte ein Konsortium aus dem Ahrensburger Baustudio und Hochtief das letzte Filetgrundstück in der Innenstadt für voraussichtlich etwa drei Millionen Euro gekauft. In diesem Zusammenhang wurde ein Wettbewerb ausgelobt, um Vorschläge für die Bebauung zu bekommen. Je drei Hamburger und Ahrensburger Büros waren aufgefordert worden, Entwürfe einzureichen. Als Bearbeitungshonorar erhalten die Architekten pauschal 8000 Euro. Für die drei besten Vorschläge gab es zusätzlich Preisgelder zwischen 9000 und 3600 Euro.

„Ich kann mit dem Ergebnis gut leben“, sagte Jörg Hansen. Die anderen Ergebnisse seien teilweise größer und höher gewesen. Hansen: „Das ist ein Kompromiss. Auch normale Ahrensburger können den Baukörper passieren, bestehende Wegebeziehungen werden nicht unterbrochen.“ Thomas Bellizzi gefällt vor allem der Innenhof mit Café, der entstehen soll. „Aber es sind eben auch scharfe Kanten, viel Glas, ein sehr massiver Bau ... Es wird Menschen geben, die uns vorwerfen, dass wir damit den Charakter der Innenstadt zerstören.“ Bauausschussvorsitzender Hartmut Möller (SPD) lobte: „Die Abschrägung Richtung Bahnhof ist eine Einladung in die Innenstadt. Nicht so abweisend wie die anderen Entwürfe. Es gab strukturelle Mängel bei den Stellplätzen, aber die erscheinen heilbar.“

Das sieht Bellizzi völlig anders: „Wir haben uns zu billig verkauft. Wir lösen damit unser Parkplatzproblem nicht.“ Da helfe es auch nicht, dass der Investor 500 000 Euro Abschlag für Parkplätze zahle. Überhaupt hält er Hochtief „nicht unbedingt für den Partner, den ich mir für Ahrensburg gewünscht hätte“. „Wie Hochtief mit Städten umspringt, sehen wir an der Hamburger Elbphilharmonie“, so Bellizzi.

Möller wie auch Hansen sind sich einig, dass es jetzt darauf ankomme, sicherzustellen, dass der Entwurf auch so umgesetzt werde. Möller: „Wesentliche Abweichungen müssen mit der Stadt abgestimmt werden. Ich erwarte da einige Vorlagen.“ Hansen kündigt an: „Wir werden uns mit den konkretisierten Bauplänen im Ausschuss befassen. Wir werden uns beispielsweise nicht von Klinkerfassade auf Putz zurückdrängen lassen. Das sind Fehler, die beim Einkaufszentrum gemacht wurden.“

 

 

Die Wettbewerbsbeiträge werden vom 22.Oktober bis 15. November im Foyer des Rathauses ausgestellt. Eine Vorstellung und Erläuterung des Siegerentwurfes findet am 4. November um 18 Uhr statt.

 

 

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