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Im Gespräch : „Habe das Gefühl, es wäre wieder mehr zu holen gewesen“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der SV Eichede hat sich nach dem Abstieg in der Spitzengruppe der Fußball-SH-Liga eingeordnet, die Aufstiegsrunde aber verpasst. Trainer Oliver Zapel spricht über die Gründe und Erwartungen an den Fußball-Lehrer-Lehrgang.

Nach dem Abstieg aus der Fußball-Regionalliga hat sich der SV Eichede in der Spitzengruppe der SH-Liga eingenistet – wie erwartet. Zwar reichte es für die Stormarner nicht zur Meisterschaft und Aufstiegsrunde zur vierten Liga, doch Tabellenplatz drei mit 102 geschossenen Toren – öfter traf in der Klasse kein Team – und 71 Punkten sind eine starke Bilanz. Im Stormarner Tageblatt spricht Trainer Oliver Zapel über die Saison, Gründe für den verpassten Titel und seine Erwartungen an den am 7. Juni beginnenden Lehrgang zum Fußball-Lehrer in der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef (Nordrhein-Westfalen).

 

Oliver Zapel, war die Saison zu kurz für den SV Eichede?

Das kann man vielleicht so sagen. Nach einem zwischenzeitlich klaren Abstand auf Schilksee waren es am Ende nur drei Punkte Rückstand auf den Meister. Es ist komisch, aber wir haben jedes Jahr wieder das Gefühl, das nach hinten raus mehr zu holen gewesen wäre. Trotzdem gab es auch Phasen in der Saison, in denen wir froh darüber waren, verschnaufen zu können. Vor allem als wir vom Verletzungspech gebeutelt waren.

 

Sind sie enttäuscht, nicht mehr erreicht zu haben?

Nein. Schilksee hatte eine tolle Serie und steht nicht zu unrecht oben. Wir hatten vor der Saison als Ziel einen Rang unter den besten Drei ausgegeben. Das haben wir erreicht. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich immer ganz oben stehen möchte.

 

Warum ist nicht mehr herausgesprungen?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Die Regionalliga hat doch einen Kollateralschaden hinterlassen – Spätfolgen sind nicht von der Hand zu weisen. Der Kader musste verändert und der Abstieg in den Köpfen erstmal verarbeitet werden. Wir haben das versucht, aber nicht immer geschafft. Wenn man das alles berücksichtigt, bin ich richtig stolz auf meine Mannschaft, die vor allem in der zweiten Saisonhälfte oft tollen Fußball gezeigt hat.

 

Der Titel wurde also in der Hinserie verspielt?

Wie gesagt: Die vielen Verletzten haben uns schon ausgebremst. Es gab aber einfach zu viele Spiele, die wir nicht hätten verlieren dürfen. Damit meine ich nicht die Niederlagen gegen Holstein Kiel II. Aber dass wir in der Hinrunde nach der Pleite zuhause gegen Kiel auch gegen Strand und Dornbreite verlieren und in Tristesse verfallen, darf nicht passieren. Auch das 5:5 gegen Henstedt-Ulzburg nach 5:1-Führung gehört zu den Partien, in denen wir unnötig Zähler haben liegen lassen.

 

Für Sie steht ein Highlight bevor: Am Sonntag startet in der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef der Lehrgang für die Lizenz zum Fußball-Lehrer. Inwiefern ist das der Beginn eines neuen Lebensabschnitts?

Es ist schon lange her, dass ich die Schulbank gedrückt habe. Ich freue mich auf die Aufgabe und werde mich jetzt intensiv zehn Monate mit dem Fußball beschäftigen.

 

Befürchten Sie, dass es in Ihrer Abwesenheit beim SVE drunter und drüber geht?

Ich habe mich mit diesem Punkt beschäftigt. Ich weiß, dass in der nächsten Spielzeit schwierige Phasen kommen werden, in denen auch nach Niederlagen meine Präsenz vor Ort wichtig wäre, um Analyse zu betreiben und Gespräche zu führen. Aber der Verein stellt sich darauf ein. Es wird Veränderungen im Trainingsbetrieb geben, wenn ich von Sonntag bis Mittwochabend in Hennef weile.

 

Wie dankbar sind Sie, dass ihnen die Chance, Fußball-Lehrer zu werden, überhaupt ermöglicht wird?

Sehr. Im privaten Bereich, aber auch beim SV Eichede müssen viele Menschen mitspielen, damit alles so funktioniert, wie wir uns das erhoffen. Ich weiß, dass das für alle eine Zeit der Entbehrungen wird und zusätzliche Belastungen anstehen.

 

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